Rekordjahr für Paketzustellungen: Post verstärkt in der Vorweihnachtszeit ihr Personal am Standort Warburg
Postbote klingelt auch am Abend

Warburg -

Die Deutsche Post erwartet insbesondere wegen der Corona-Pandemie ein Rekordjahr für Paketzustellungen. In der Vorweihnachtszeit werden Zusteller deshalb auch in Warburg „häufiger auch noch abends – bis etwa 19 Uhr – klingeln“, kündigt Rainer Ernzer, Pressesprecher der Post, im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT an.

Donnerstag, 26.11.2020, 19:55 Uhr aktualisiert: 26.11.2020, 20:00 Uhr
Sind für das Weihnachtsgeschäft gerüstet (von links): Dominik Strümper, stellvertretender Leiter des Post-Stützpunktes, und Zusteller Christoph Tewes Foto: Ralf Benner

Aufgrund des Online-Bestellbooms würden die Mitarbeiter des Zustellstützpunktes der Post im Indus­triegebiet Lütkefeld in der Vorweihnachtszeit auch spät am Tag noch Pakete austragen. Um die großen Sendungsmengen in der Corona-Zeit für alle sicher zu bewältigen, „arbeiten wir in Schichten über den Tag, sodass unsere Zusteller in den kommenden Wochen häufiger auch abends klingeln werden“, erläutert Ernzer.

Das Personal am Standort Warburg werde zudem aufgestockt. An der Industriestraße arbeiten zu normalen Zeiten 30 Zusteller, in der Vorweihnachtszeit sollen es 36 sein. Die insgesamt 30 Zustellbezirke in den Städten Warburg, Volkmarsen, Breuna und Diemelstadt, die von Warburg aus angefahren werden, würden dementsprechend neu zugeschnitten. „Aus 30 Bezirken werden 36, um unsere Zusteller zu entlasten“, so der Post-Pressesprecher. Auch sechs neue Fahrzeuge wurden zu diesem Zweck für den Standort angeschafft.

11 Millionen Sendungen an den Spitzentagen

Fürs Gesamtjahr rechnet die Post bei der Paketzustellung bundesweit mit einem Zuwachs von 15 bis 20 Prozent. Die Vorweihnachtszeit werde besonders arbeitsreich. „Von Ende November bis zu Weihnachten erwarten wir drei bis vier sehr starke Wochen mit rund 11 Millionen Sendungen an den Spitzentagen gegenüber sonst im Schnitt 5,2 Millionen Sendungen“, erklärt der Post-Pressesprecher.

Von Warburg aus werden normalerweise täglich um die 3500 Pakete zugestellt. Corona-bedingt habe die Zahl in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen, auch zwischen beiden Lockdowns sei sie nur unwesentlich gesunken. „Aktuell liefern wir 4500 Pakete am Tag aus, wir rechnen in der Vorweihnachtszeit aber mit 5000“, berichtet Dominik Strümper, der stellvertretende Leiter des Warburger Zustellstützpunktes. „Das ist eine große Herausforderung für uns, langweilig wird uns dabei garantiert nicht werden“, so Strümper.

Durchschnittlich lädt jeder Zusteller täglich etwa 200 Pakete in sein Fahrzeug, weiß Strümper zu berichten. Bei Christoph Tewes (45), der für den Bezirk Scherfede zuständig ist, sind es am Mittwoch 133 Pakete gewesen, die Platz im Transporter, einem Diesel, fanden. Der fasst vier Kubikmeter. „Dazu kommen noch 640 große und kleine Briefe“, erzählt Tewes. Im Schnitt sieben Stunden braucht er am Tag für seine Tour. „Herr Tewes ist auch einer unserer schnellsten Zusteller“, lobt Strümper seinen Kollegen.

Zustellung ist ein Knochenjob

Die Zustellung von Paketen sei ein Knochenjob, der den Kollegen, Männern wie Frauen, enorm viel abverlange, sagt der stellvertretende Leiter des Stützpunktes. Per Post verschickt werde heutzutage nämlich alles – das Laminat fürs Wohnzimmer, Räder, elek­tronisches Gerät, Brennholz und sogar der echte Weihnachtsbaum zum Fest. „Das ist Wahnsinn“, so Strümper. Maximal 31,5 Kilogramm darf ein Paket schwer sein. Schwerstarbeit für Zusteller.

Wer sichergehen wolle, dass sein Paket beim Empfänger zum Heiligabend pünktlich bis 15 Uhr ankommt, müsse dieses spätestens bis zum 19. Dezember um 12 Uhr abgegeben haben – „damit alles rechtzeitig unter dem Weihnachtsbaum liegt“, sagt Post-Sprecher Rainer Enzer. Für Briefe und Postkarten gelte der 22. Dezember als spätestes Abgabedatum.

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