Stelzer Rührtechnik aus Warburg liefert größten Auftrag in der 74-jährigen Firmengeschichte aus
Mega-Rührwerke für die Bioraffinerie

Warburg -

Das Unternehmen Stelzer Rührtechnik aus dem Speckgraben im Industriegebiet Lütkefeld liefert in diesen Tagen den größten Auftrag in seiner 74-jährigen Firmengeschichte aus.

Mittwoch, 11.11.2020, 02:21 Uhr aktualisiert: 11.11.2020, 02:30 Uhr
Eines der Industrierührwerke für die weltgrößte Bioraffinerie zur Gewinnung von Bioethanol mit einer Wellenlänge von über 27 Metern und einem Rührerdurchmesser von 4,8 Meter, hier in der Produktionshalle des Warburger Unternehmens Stelzer Rührtechnik. Foto: Stelzer

Wie berichtet, fertigte der Spezialist für die Kons­truktion, Fertigung und Inbetriebnahme von Rührwerken für die weltweit größte Bioraffinerie Werkskomponenten mit einem Gewicht von bis zu 18 Tonnen.

Das Warburger Unternehmen (62 Mitarbeiter) hatte im Jahr 2019 den Auftrag erhalten. Das letzte Fertigungspaket werde nun nach Plan ausgeliefert, teilt Stelzer mit. Insgesamt würden 15 Lastwagen auf die 2000 Kilometer lange Reise zum Endkunden geschickt. „Zu diesem letzten Paket gehören sechs Rührwerke mit einer Schaftlänge von über 27 Metern und einem Rührerdurchmesser von 4,8 Meter“, berichtet Oliver Tappe, alleiniger Geschäftsführer bei der Stelzer Rührtechnik International GmbH.

Diese überdimensionalen Rührwerke werden von 132 KW starken Industrieantrieben in Bewegung gebracht. Dazu gehören zwölf „kleinere“ Rührwerke mit einer Schaftlänge zwischen drei und 15 Metern. „Die Komplexität dieses Auftrages spiegelt auch die umfangreiche Dokumentation inklusiv der Betriebsanleitung, die aus 180 Ordnern besteht“, erläutert Tappe.

Der Auftrag hat einen Wert von zwei Millionen Euro. In der Anlage wird aus Stroh und Sägemehl Ethanol gewonnen. Die weltgrößte Bioethanolanlage dieser Art werde in Europa gebaut. Die für diese Anlage benötigten Rührwerke werde Stelzer nun zum Einsatzort transportieren, dort montieren und gemeinsam mit dem Kunden in Betrieb nehmen. Auch die Schulungen der Mitarbeiter an der neuen Anlage übernimmt Stelzer.

Im Grunde zeige dieser Auftrag den Angaben Tappes zufolge beispielhaft eine Entwicklung, der Stelzer seit einiger Zeit stetig, seit eineinhalb Jahren aber konsequenter und beschleunigt folge: Den Wandel eines reinen Maschinenbauers hin zu einem hoch spezialisierten Engineering-Unternehmen, welches zudem die Möglichkeit hat, die eigentliche Hardware „Rührwerk“ auch selbst zu fertigen.

Dazu habe die Warburger Firma mit hohem Investitionsaufwand neue EDV-Programme installiert und weiterentwickelt, die Forschungs- und Entwicklungsabteilung sei personell wie auch technisch konsequent ausgebaut worden. „Parallel bedienen wir selbst ohne externe Hilfe komplexe Programme wie etwa eine Strömungssimulation und sind damit in der Lage, selbst anspruchsvollste Kundenprobleme zu analysieren und optimale Lösungen anzubieten“, führt Tappe aus: „Wir haben uns am deutschen und europäischen Markt mit exzellenten Partnern neu aufgestellt, sowohl im Engineering als auch in der Fertigung. Die Rührwerksgröße stellt kein Problem mehr für uns dar.“

Der Geschäftsführer ist daher optimistisch, wenn er in die Zukunft blickt. Das zeigten auch die Großaufträge, die Stelzer in diesem weltweit schweren wirtschaftlichen Jahr an Land gezogen habe. „Kurzarbeit war 2020, so wie in vielen anderen Unternehmen, bei uns kein Thema“, so Tappe.

Das Warburger Unternehmen konnte zuletzt im September diesen Jahres erneut einen großen Auftrag an Land ziehen. Wie berichtet, beinhaltet der neue Deal den Bau und Verkauf von Rührwerken, die nach Südamerika gehen sollen. Die Bauteile werden in den kommenden Monaten bei Stelzer Rührtechnik gefertigt und sukzessive nach vorgegebenem Kundenplan über den Ozean geliefert.

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