Gedenkfeier in Warburg wegen Corona ohne Öffentlichkeit: Erinnerung an die Reichspogromnacht am 9. November 1938
Mahnung gegen das Vergessen

Warburg -

Wegen der Corona-Pandemie wohl erstmalig ohne Beteiligung der Öffentlichkeit, aber dennoch sehr würdevoll, ist am Montag auf dem jüdischen Friedhof am Emil-Herz-Platz in Warburg an die Schrecken der Reichspo­gromnacht erinnert worden.

Montag, 09.11.2020, 17:42 Uhr aktualisiert: 10.11.2020, 07:02 Uhr
Gedenken auf dem jüdischen Friedhof (von links): Bürgermeister Tobias Scherf, Schulleiterin Susanne Krekeler, Klara Hadding, Christian Eggert, Marisa Dicke und Ralf Berger. Foto: Ralf Benner

Am 9. November 1938 waren deutschlandweit Synagogen in Brand gesteckt und jüdische Geschäfte geplündert worden. In Erinnerung an die ermordeten Juden aus Warburg haben anlässlich des 82. Jahrestages Schüler des Hüffertgymnasiums, Schulleiterin Susanne Krekeler und Warburgs Bürgermeister Tobias Scherf stellvertretend für alle Bürger an der Gedenkveranstaltung mitgewirkt. Ralf Berger sorgte an der Gitarre und mit Gesang für die musikalische Begleitung der bewegenden Gedenkfeier.

In Absprache mit dem Ordnungsamt fand diese nur in sehr kleinem Rahmen statt. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Renata Engemann hatten die Schüler der Einführungsphase im katholischen Religionsunterricht das Pogramm zur Gedenkveranstaltung auf dem jüdischen Friedhof in Warburg intensiv vorbereitet.

 

Namen aller jüdischen Familien aus Warburg verlesen

Die Schüler Christian Eggert, Klara Hadding und Marisa Dicke erinnerten auf dem Friedhof an Verfolgung und Auslöschung jüdischen Lebens in der Hansestadt. „Heute leben keine gläubigen Juden mehr in Warburg“, sagte Christian Eggert. Gebete und die Namen aller jüdischen Familien aus Warburg, deportiert und ermordet, wurden vorgetragen. Sie kamen wegen Corona aber vom Band. Auf den Audio-Dateien waren die Stimmen der Hüffertschüler Laura Stickeln, Mirja Rose und Antonia Ratty zu hören.

„Rassismus und Antisemitismus sind heute in unserer Gesellschaft gegenwärtig“, mahnte Bürgermeister Tobias Scherf. „Wir müssen achtsam sein und uns dagegen wehren. So etwas wie damals darf sich nicht wiederholen“, bekräftigte Scherf.

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