Der Dörnberg bei Zierenberg ist ideales Ausflugsziel für Wanderer – mit und ohne Hund
Mystische Felsen und weite Aussicht

Warburg/Zierenberg -

Der 578,8 Meter hohe Dörnberg bei Zierenberg ist mit seinen eindrucksvollen Aussichten und zauberhafte Landschaften ein ideales Ausflugsziel für eine Wanderung, gern auch mit Hund. Zum Dörnberg führt dieser Teil der Serie „Im Herbst durch die Heimat“.

Montag, 09.11.2020, 18:43 Uhr aktualisiert: 09.11.2020, 18:50 Uhr
Der Dörnberg bei Zierenberg ist ein ideales Ausflugsziel für eine Wanderung mit Hund. Julia Hake-Sauerland und ihre Magyar-Viszla-Hündin Aura genießen die Aussicht von den Helfensteinen. Foto: Tanja Sauerland

 

Mystische Basaltfelsen, eine große Artenvielfalt an Orchideen und Enzian sowie auf Kalkmagerrasen ausgedehnte, gepflegte Wacholder- und Schwarzdornbestände üben eine besondere Faszination aus. Von den Helfensteinen, die auf einem waldlosen Felsen thronen, lässt sich eine herrliche Weite genießen. Und bei einer Wanderung auf dem Alpenpfad kommen Urlaubsgefühle hoch.

Eine besonders markante Felsformation, deren Form an eine Kirche erinnert, ist die Wichtelkirche. Die Wichtelkirche ist ein etwa 400 Meter hoher Basaltfelsen zwischen dem Kleinen und dem Hohen Dörnberg im Tal des Heilerbachs.

Um die Wichtelkirche rankt eine Sage, die auf das Ende der germanischen Religion und den Beginn der christlichen Religion hinweist: Einst verliebte sich ein listiger Wichtelkönig in ein junges Mädchen aus Zierenberg und begegnete ihr in Menschengestalt. Doch die beiden trennte ihr unterschiedlicher Glaube. Eigens für die Vermählung baute der Wichtelkönig eine kleine Kirche aus funkelndem Bergkristall an der Quelle des Heilerbachs. Doch das Mädchen lehnte die Ehe ab. Daraufhin verwandelte sich die Kirche in graues Basaltgestein.

Hörführung zur Sage um die Wichtelkirche

Diese Sage können sich kulturinteressierte Wanderer auf dem archäologischen Pfad entlang der Wichtelkirche-Felsen von einer CD oder einem MP3-Player ins Ohr einspielen lassen. Die Hörführung kann im Internet (www.eco-pfade.de) als MP3-Datei heruntergeladen werden.

Auch den Alpenpfad sollten Wanderfreunde erwandert haben. Dabei handelt es sich um einen vor mehr als 60 Jahren angelegten, etwa fünf Kilometer langen Rundweg, der sich ohne Steigungen mit vielen Windungen eng an den Südhang schmiegt, abwechselnd durch eine offene Buschlandschaft und dann wieder durch schattige Fichten- und Kiefernbestände führt.

Faszinierend sind die weiten Blicke in das Umland. Im Verlauf des Weges laden eine Schutzhütte und Ruhebänke zur Rast ein. Der Alpenpfad ist mit einer gelben Eins in einem Kreis markiert. Im Frühjahr blüht dort ein Meer aus Schlüsselblumen und Knabenkraut.

Der Jägerpfad schlängelt sich unterhalb des Alpenpfades entlang. Heute ist das Gelände wieder ein Paradies für die dort grasenden Ziegen, die in früheren Jahrzehnten dem Dörnberg mit den gepflegten Wachholderbeständen seinen Charakter gaben.

Wanderung verkürzen oder erweitern

Kleiner Tipp: An Sonn- und Feiertagen ist auf dem Alpenpfad sehr viel los. Es besteht allerdings mehrfach die Möglichkeit, diese Wanderung über ausgeschilderte Querverbindungen zwischen Alpen- und Jägerpfad zu verkürzen. Andererseits gibt es diverse Erweiterungen der Streckenführung, indem man die auf dem Wanderweg markierten Aussichtspunkte anläuft.

Ruhebänke sind – insbesondere am Alpenpfad – in großer Anzahl vorhanden. Um die Wanderung zu genießen, sollte man mindestens drei Stunden einplanen. Auch, um unterwegs die vielen Schönheiten am Wegesrand zu entdecken.

Besonders sehenswert sind außerdem die Helfen­steine, die direkt am Leitweg, dem Habichtswaldsteig, und der Extratour H2 liegen und den Wanderfreunden beim Aufstieg zum Dörnbergplateau begegnen.

Die drei markanten Basaltfelsen mit einem halbrunden Wall, denen nach alten Sagen und keltischen Mythen Ruhe und Kraft nachgesagt werden, sind durch eine Erosion freigelegt worden. Vom Parkplatz am Dörnberghaus führt der Wanderweg zu den Helfen­steinen. Diese vulkanische Felsformation ist vor circa 250 Millionen Jahren entstanden. Von Ahnatal aus betrachtet, sehen die Helfensteine übrigens aus wie ein schlafender Riese.

Winterpause im Café

Nach einer Wanderung durch die weite Landschaft kann man im Café Helfen­steine einkehren – und auf der Terrasse oder im Gastraum verschnaufen. Speisen und Getränke stammen überwiegend aus biologischem Anbau. Das Café ist seit dem 2. November aber geschlossen – Winterpause.

Für diejenigen, die es etwas aufregender mögen, gibt es auf dem Dörnberg die Möglichkeit eines Gastfluges auf dem drittältesten Segelfluggelände der Welt (1923 erbaut). Wegen der für moderne Segelflugzeuge schwierigen Geländebegebenheiten gibt es vier Start- und fünf Landebahnen. Weitere Informationen dazu gibt es im Internet unter www.fsv-kassel.de.

Einkehrmöglichkeiten: Café und Restaurant Dörnberghaus, Bergcafé Friedrichstein, Café Helfensteine.

Wegbeschreibung:

Noch bis Ende November dieses Jahres wird die Landesstraße auf dem Dörnberg erneuert. Der Parkplatz ist bis dahin über den Zierenberg erreichbar und entsprechend ausgeschildert.

Zur Serie

Inmitten der Corona-Krise und im zweiten Lockdown in Deutschland setzt das WESTFALEN-BLATT seine Serie „Im Herbst durch die Heimat“ fort. In den kommenden Novemberwochen stellen unsere Mitarbeiter der Redaktion Warburg Ausflugsziele in der Region vor, die trotz der Pandemie gefahrlos besucht werden können. Viel Spaß beim Lesen und natürlich beim Nacherleben!

 

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