Hermann-Josef Ewe erhält nach 26 Jahren im Rat und als Daseburger Ortsvorsteher den Ehrenring der Stadt Warburg
„Ich bin in allen Vereinen – außer der KFD“

Warburg -

In Daseburg geht an diesem Dienstag eine Ära zu Ende. Seit 1994 hat Hermann-Josef Ewe (67) den 1250-Einwohner-Ort als Ortsvorsteher und Ratsherr vertreten. Jetzt wird der Vater von drei Kindern mit dem Ehrenring der Stadt nach 26 Jahren aus seinen politischen Ämtern verabschiedet.

Dienstag, 10.11.2020, 05:00 Uhr
Stabübergabe in Daseburg: Hermann-Josef Ewe übergibt die Unterlagen an seinen Nachfolger Thomas Klenke (rechts). Foto: Jürgen Vahle

 

Bankkaufmann Thomas Klenke (CDU, 39) übernimmt für den Daseburger sowohl im Rat als auch im Ort die Amtsgeschäfte. Und Hermann-Josef Ewe blickt auf ein Vierteljahrhundert zurück, in dem sich in Daseburg viel bewegt hat. Und das nach einem doch schwierigen Start.

1994 wurde Erzieher Hermann-Josef Ewe, der die letzten Jahren bis zum Eintritt in den Ruhestand als Mitarbeitervertreter im HPZ St. Laurentius tätig war, als Nachfolger von Heinrich Ehle gewählt. Seit dem 17. Lebensjahr war er ohnehin schon im Ort stark ehrenamtlich engagiert – und ist heute „Mitglied in allen Vereinen, außer der Frauengemeinschaft KFD – die wollten mich nicht.“

Junge Union gegründet

Zunächst engagierte er sich hauptsächlich für den Tischtennisverein, für den er auch im Vorstand aktiv war. Aber auch politisch hat sich Hermann-Josef Ewe bereits früh betätigt und die Junge Union in Daseburg gegründet. Im Ortsbeirat war er als beratendes Mitglied dabei.

Doch als die Anfrage kam, er solle doch in die CDU eintreten und Ortsvorsteher werden, „da war ich doch etwas überrascht und habe zwei Tage lang überlegt. Aber als meine Frau Rita auch keine Einwände hatte, habe ich zugesagt.“ Diese Zusage hat er bis heute eingehalten und zuletzt in Daseburg auch immer Wahlergebnisse weit über der 50-Prozent-Marke eingefahren.

Das war zu Beginn seiner Amtszeit deutlich schwieriger, denn die SPD um das ebenfalls langjährige Ratsmitglied Karl-Heinz Timmermann hatte in Daseburg ebenfalls gute Leute am Start. „Im Bezirksausschuss hatte die CDU nur eine Stimme Mehrheit. Da musste man die Sitzungen schon gut vorbereiten, um seine Entscheidungen durchzubringen, erinnert er sich. Zumal die SPD ebenfalls viele Ideen hatte, wie sich das Ortsleben entwickeln sollte.

„Später hat die Zusammenarbeit mit den anderen Parteien und auch mit meinem Ratskollegen Karl-Heinz Timmermann aber hervorragend geklappt, berichtet Ewe. Entscheidungen seien in der Regel gut vorbesprochen worden und einstimmig gefallen.

Grundschule als Teilstandort

Viele wichtige Weichenstellungen habe es in den vergangenen Jahren gegeben. Vor allem habe ihm der Erhalt der Grundschule und der städtischen Kita Pusteblume am Herzen gelegen. „2010 hat die Schule auf der Kippe gestanden, weil nicht mehr genügend Kinder da waren. Mit der Entscheidung zu einem Teilstandort der Graf-Dodiko-Schule konnten wir ihn retten“, berichtet Hermann-Josef Ewe. Bei der Schule habe er, aber auch der Bezirksausschuss immer dafür gesorgt, dass notwendige Investitionen rechtzeitig getroffen worden sind – „zuletzt die neue Feuertreppe zum Obergeschoss“.

Als „dickes Brett“ entpuppte sich die Dorferneuerung 2001. Vor allem an der Alexanderstraße waren viele Anlieger mit der Planung nicht zufrieden. Hermann-Josef Ewe musste als Moderator auftreten, auch wenn er von manchen Planungen selber nicht vollends überzeugt war, und man „heute sicher auch manches anders machen würde.“

Immer am Herzen lag dem späteren Vorsitzenden des Schützenvereins die Desenberghalle. Als die Stadt das Gebäude 1995 zurück an den Ort Daseburg gab, war es die erste Halle im Stadtgebiet, die wieder in die Obhut des Ortes kam – auch, weil Ewe sich bereits dafür eingesetzt hatte, einen Trägerverein für die Halle zu gründen, in dem alle Daseburger Vereine Mitglied sind. Er sorgt bis heute dafür, dass das Gebäude in Schuss ist und notwendige Sanierungen wie die Toilettenanlage umgesetzt werden.

Im Trägerverein bleibt Ewe auch weiter Vorsitzender und will noch erreichen, dass die Halle durch verschiedene Abtrennungen in Zukunft variabler genutzt und besser vermietet werden kann.

Neue Baugrundstücke

Das Thema Bauland treibt den CDU-Politiker ebenfalls um. Die Baugebiete Alte Ziegelei 1 und 2, die auch auf Ewes Initiative hin ausgewiesen wurden, sind mittlerweile voll. An der Dösseler Straße sollen nun neue Parzellen für Häuslebauer ausgewiesen werden.

Daneben haben Hermann-Josef Ewe auch kleinere Projekte am Herzen gelegen. Die Sanierung des Ehrenmals mit viel Eigenleistung, die Gründung einer Rentner AG, die das alte Spritzenhaus zur Basis umfunktioniert hat und sich um die Ordnung im Ort und vor allem auf dem Friedhof kümmert. Die städtische Jugendförderung vor allem für die Vereine in Daseburg ist auf seine Initiative hin aus Mitteln des Bezirksausschusses verdoppelt worden.

Aus der Initiative zur Ausstellung „Daseburg – der Ort am Desenberg“ im „Stern“ ist eine Archivgruppe entstanden. Zehn Leute arbeiten seither akribisch die Geschichte des Dorfes weiter auf und waren auch für manche Veröffentlichung und Ausstellung verantwortlich.

Nach so langer Zeit zieht sich Hermann-Josef Ewe jetzt zurück, will sich auch nicht mehr einmischen, sondern nur noch mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn er gefragt wird.

Thomas Klenke übernimmt

Thomas Klenke ist jetzt am Ruder – und der hat ebenfalls einige Ziele. Eine vernünftige Radverbindung zum Desenberg und weiter nach Warburg beispielsweise, das Baugebiet an der Dösseler Straße weiter mitentwickeln, in dem bis 2021 die ersten 13 Bauplätze entstehen sollen, dem Ehrenamt weiter unter die Arme greifen und vielleicht in Kooperation mit Ortsheimatpflegerin Donata Redeker eine neue Streuobstwiese anlegen. In der Kommunalpolitik hört die Arbeit eben nie auf.

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