Die Wüstung Alt-Rhoden ist immer einen Ausflug wert
Ein magischer Ort

Warburg/Diemelstadt (WB). Sie ist trotz der Nähe zur Autobahn 44 ein erstaunlich ruhiger Ort. Magisch liegt sie da, wirkt wie ein verwunschenes Fleckchen Erde, an dem man die Gedanken schweifen lassen und die Natur genießen kann. Die Rede ist von der Wüstung Alt-Rhoden, der nächste Ausflugstipp in unserer Reihe „Im Herbst durch die Heimat“.

Mittwoch, 04.11.2020, 06:00 Uhr
Die Kirchenruine der Wüstung Alt-Rhoden ist ein beinahe verwunschener Ort. Wer auf der A 44 unterwegs ist, kann sie gut sehen. Besucht wird sie allerdings nicht sehr häufig. Dabei ist sie ein lohnendes Ausflugsziel. Foto: Lena Ständecke

Alt-Rhoden ist ein Siedlungsplatz, den es bereits im Mittelalter gab. Heute können dort noch die Ruinen der historischen Kirche und des Kirchenhofs besichtigt werden, die von hohen Bäumen gesäumt sind.

Besucher finden die Wüstung etwa einen Kilometer nördlich von Diemelstadt-Rhoden.

Zur Geschichte

Rhoden selbst ist über 1000 Jahre alt, wobei die ersten Spuren in Alt-Rhoden sogar aus dem Jahr 800 nach Christus stammen. Nach archäologischen Funden, die 1970 beim Bau der Autobahn 44 gemacht worden sind, ist davon auszugehen, dass die Siedlung Alt-Rhoden ihren Ursprung in einem karolingisch-fränkischen Hof hat, der im sächsisch-fränkischen Grenzgebiet lag.

Im 13. Jahrhundert haben die Bewohner das Dorf verlassen, da die naheliegende Burg Rhoden am heutigen Standort des Ortes Rhoden einen besseren Schutz bot.

1856 stürzte das Dach der heutigen Kirchenruine ein, was das Aus des Gebäudes als religiöse Stätte bedeutete.

Ein Besuch lohnt aber allemal, denn wer beim Besuch des alten Siedlungsplatzes die Augen offenhält, entdeckt so manche kleine Kostbarkeit. Ein Tympanon beispielsweise, ein Flachrelief mit Darstellung der Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten, wurde im 12. Jahrhundert in Stein gemeißelt.

Auch die Grabsteine sind noch in einem guten Zustand und ihre Beschriftung teilweise noch lesbar. Vielleicht findet sich dort sogar ein bekannter oder der eigene Nachname auf einem der Steine.

Radtour oder Wanderung zur Ruine

Um zur Ruine zu gelangen, bietet sich eine Radtour oder Wanderung an. Von Warburg aus startet der Hauptwanderweg X3, der in sämtliche andere Wege durch Germete, Wethen und Rhoden mündet. Vom Quast nach Rhoden führt dann der Regionalwanderweg D zur Kirchenruine Alt-Rhoden.

Einen direkten Radweg zur Wüstung gibt es nicht, jedoch kann man in Warburg den Diemelradweg bis nach Wethen nehmen, von dort den Regionalradweg nach Rhoden und von Rhoden aus bis zur der Wüstung.

Wer es noch genauer haben möchte, der sollte sich eine Wanderkarte besorgen, die auch das Rathaus Diemelstadt anbietet.

Auch mit dem Auto kommt man zur Wüstung – von Wethen aus geht es zunächst Richtung Rhoden die B 252, dann Richtung A 44. An der nächsten Abfahrt geht es nach rechts in den Feldweg „Krähenborn“ ab. Ab dort befinden sich bereits Hinweisschilder mit der Aufschrift „Kirchenruine Alt-Rhoden“, denen man folgen muss.

An der B 252 ist der Feldweg „Krähenborn“ und die Kirchenruine gut ausgeschildert.

An der B 252 ist der Feldweg „Krähenborn“ und die Kirchenruine gut ausgeschildert. Foto: Lena Ständecke

Direkt vor der Wüstung befindet sich ein kleiner Parkplatz und eine Sitzbank mit Tisch, die zu einer Pause mit Picknick einlädt.

Weitere Informationen finden Interessierte unter: Stadtarchiv und Stadtverwaltung Lange Straße 6 (Rathaus) in Diemelstadt-Rhoden (www.diemelstadt.de) oder beim Waldeckischen Geschichtsverein Diemelstadt (www.waldeckischer-geschichtsverein.de).

Zur Serie

Inmitten der Corona-Krise und im zweiten Lockdown in Deutschland setzt das WESTFALEN-BLATT seine Serie „Im Herbst durch die Heimat“ fort. In den kommenden Novemberwochen stellen unsere Mitarbeiter der Redaktion Warburg Ausflugsziele in der Region vor, die trotz der Pandemie gefahrlos besucht werden können. Viel Spaß beim Lesen und natürlich beim Nacherleben!

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