Warburg: Pflegedienst-Mitarbeiter in Quarantäne – Infektionen nach Romreise
Grundschüler mit Coronavirus infiziert

Warburg (WB). Ein Kind aus der Klasse 4 a der Graf-Dodiko-Schule Warburg ist positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. 45 Grundschüler, vier Lehrkräfte und vier Mitarbeiterinnen der Betreuung sind nach Angaben der Schulleiterin Birgitt Vonde in Quarantäne. Betroffen ist der Hauptstandort Warburg.

Montag, 02.11.2020, 23:46 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 23:50 Uhr
Zum ersten Mal seit Ausbruch der Pandemie ist im Kreis Höxter ein Grundschulkind während des laufenden Schulbetriebs mit dem Coronavirus infiziert worden. Ein Klassenraum der Graf-Dodiko-Schule bleibt jetzt leer. Insgesamt befinden sich 45 Schüler, vier Lehrkräfte und vier Mitarbeiterinnen der Betreuung in Quarantäne. Diese Maßnahmen greifen nun sehr deutlich in den Schulalltag ein. Foto: dpa

„Das Gesundheitsamt wird kurzfristig entscheiden, wie und wo für diese Gruppe eine Testung erfolgt“, gibt der Krisenstab der Hansestadt Warburg bekannt. Durch die Maßnahmen der Quarantäne werde das Infektionsrisiko für alle Beteiligten minimiert und eine Ausbreitung des Infektionsgeschehens deutlich verringert. Laut Schulrat Hubert Gockeln handele es sich im Kreis Höxter um die erste Infektion eines Grundschülers im laufenden Schulbetrieb.

Auswirkung auf Schulbetrieb

Am Samstag hatte Schulleiterin Birgitt Vonde die Eltern per E-Mail informiert. Die Kinder, die in Quarantäne müssen und nun wieder auf Distanz unterrichtet werden, erhielten eine weitere, gesonderte Nachricht. Für alle anderen Kinder geht der Unterricht ganz normal weiter. Auch auf der Homepage der Schule wurde informiert.

Die Quarantänemaßnahmen greifen nun sehr deutlich in den Schulalltag ein. Dadurch, dass Lehrer und Betreuungskräfte fehlten, müssten beim Unterricht und der Betreuung deutliche Änderungen vorgenommen werden: „Das Mittagessen muss bis auf Weiteres entfallen und wir können personell nur noch die Kinder der Klasse 1 auffangen“, beschreibt Birgitt Vonde.

Für alle Kinder und Lehrkräfte, die weiterhin im Präsenzunterricht bleiben, gilt ab sofort bis einschließlich zum 13. November Maskenpflicht – auch im Unterricht. Das Gesundheitsamt weist darauf hin, dass diese Regelung bei einem nachgewiesenen Coronafall an der Schule gelte. Die Verpflichtung gelte für die Dauer von 14 Tagen nach der letztmöglichen Ansteckung auf dem Schulgelände.

Des Weiteren teilt der Krisenstab der Stadt mit, dass an der Sekundarschule Warburg am Teilstandort Borgentreich eine Lehrkraft positiv auf Corona getestet worden ist. „Da alle Beteiligten durchgängig eine Mund-Nase-Bedeckung getragen haben, sind nach Aussagen des Gesundheitsamtes für die gesamte Schulgemeinde keine weiteren Maßnahmen zu ergreifen“, teilt die Stadt Warburg mit.

Pflegekräfte in Quarantäne

Ebenfalls mit dem Coronavirus infiziert ist eine Seniorin aus dem Stadtgebiet Borgen­treich. Dieser positive Test, der während eines Krankenhausaufenthaltes festgestellt wurde, hat Auswirkungen auf den ambulanten Pflegedienst Ludwig (AKH) aus Warburg und die Tagespflege Heidhof in Warburg. AKH-Pflegedienstleiter Marc Ludwig: „Sieben Patienten und drei Mitarbeiter der ambulanten Pflege sind seit Freitag in Quarantäne. Hinzu kommen sieben Gäste der Tagespflege sowie drei Mitarbeiter.“

Die Situation sei insgesamt nicht schön. „Seit April haben wir unsere ohnehin starken Hygienestandards noch einmal erhöht“, sagt Ludwig und betont, dass alle vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Die insgesamt sechs Pflegekräfte seien bereits auf das Coronavirus getestet worden. Das Ergebnis liege noch nicht vor. Aber auch wenn der Test negativ ausfällt, müssen die Mitarbeiter die zweiwöchige Quarantäne einhalten.

„Die sieben Senioren, die über den ambulanten Pflegedienst betreut wurden und so als Drittkontakt gelten, gehen vorsichtshalber auch in Quarantäne”, sagt Pflegedienstleiter Marc Ludwig. Die sieben Gäste, die sich an einem Tag mit der infizierten Seniorin in der Tagespflege aufgehalten haben, seien ebenfalls in Quarantäne.

Nach Angaben von Silja Polzin, Pressesprecherin des Kreises Höxter, seien derzeit sechs von ambulanten Pflegediensten betreute Menschen im Kreis aktiv infiziert.

Pilgerer aus Rom betroffen

Weitere Coronafälle im Stadtgebiet Warburg gehen auf eine Pilgerreise nach Rom zurück. Seit 15 Jahren organisiert Pfarrer Wolfgang Fabian diese Reise. „Wir sind vom 16. bis 23. Oktober mit 28 Teilnehmern von Düsseldorf aus nach Rom geflogen.“ Zwei Reisende hätten nach Rückkehr aufgrund von Krankheitssymptomen am 27. Oktober einen Test machen lassen. Dieser sei positiv ausgefallen. „Daraufhin musste sich die gesamte Reisegruppe in Quarantäne begeben. Einige weitere Tests auf das Coronavirus fielen positiv aus“, erklärt Pfarrer Fabian.

Zum Glück hätten alle Betroffenen nur leichte Symptome. Die Quarantäne für die 28 Reiserückkehrer ende – wenn keine Symptome vorliegen – dann am 6. November.

Kommentar

Wir alle sind in Zeiten von Corona dazu aufgerufen, uns solidarisch zu verhalten und Kontakte einzuschränken. Aber das Leben hat keinen Pausenknopf. Manche Kontakte sind quasi unumgänglich. Das Kind, das zur Schule geht, der Senior, der zum Arzt muss oder von Angehörigen mit Lebensmitteln versorgt wird – diese und ähnliche menschlichen Begegnungen bleiben. Kommt es dann trotz aller Schutzmaßnahmen doch zu einer Infektion, helfen keine Schuldzuweisungen nach dem Motto: „Wer hat das Coronavirus eingeschleppt?“ Denn oft wissen auch Betroffene selbst nicht, wo sie sich infiziert haben. Zeigen wir also nicht mit dem Finger auf andere, sondern fassen uns an die eigene Nase. Auch das ist Solidarität. Silvia Schonheim

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