Warburger Heimatpreis geht nach Herlinghausen, Germete und Nörde
„Wahrhaft würdige Preisträger“

Warburg (WB). Zwei vorbildliche Initiativen und eine Privatperson sind am Mittwochabend mit dem Heimatpreis der Stadt Warburg und jeweils mit einem Preisgeld von 1666 Euro ausgezeichnet worden. Der Heimatpreis, der zum zweiten Mal verliehen wurde, ging bei einer kleinen Feierstunde in der Stadthalle zu gleichen Teilen an Rainer Herwig, Ortsheimatpfleger in Herlinghausen, die Germeter Initiative „Hand in Hand“ sowie die Gruppe „Offener Treff Nörde“.

Freitag, 30.10.2020, 04:06 Uhr aktualisiert: 30.10.2020, 04:10 Uhr
Über den Preis freuen sich die Geehrten (vorne, von links) Rainer Herwig, Hannelore Schulz-Scheifers und Thomas Vonde mit Bürgermeister Michael Stickeln. Foto: Jürgen Vahle

Bürgermeister Michael Stickeln würdigte bei einem seiner letzten Termine alle Geehrten als „wahrhaft würdige Preisträger“, die in ihren Orten ein beeindruckendes Engagement gezeigt hätten.

Insgesamt hatte es fünf Bewerbungen um den Heimatpreis gegeben. Eine Jury, der neben Bürgermeister Michael Stickeln die Ratsmitglieder Hubertus Kuhaupt (CDU), Eric Volmert (SPD), Hilla Zavelberg-Simon (Bündnis 90/Die Grünen) und Wolfgang Gumm (Bürger Union) angehörten, hatten die drei Preisträger aber einstimmig ausgewählt.

Rainer Herwig

Rainer Herwig ist seit 2015 Ortsheimatpfleger in Herlinghausen und engagiert sich für die Geschichte der Ortschaft. Er setzte sich für die Einrichtung eines Ortsarchives ein, das seit 2016 kontinuierlich wächst und von ihm betreut wird. Außerdem bietet er Führungen im Archiv und im Dorf an.

2018 hat Herwig das Heimatbuch mit dem Titel „1150 Jahre Herlinghausen. Mein Dorf“ verfasst und herausgegeben. Zusätzlich gibt er seit 2016 halbjährlich die kostenfreie Dorfbroschüre „Die Gemeinschaft leben“ heraus. Zudem wurde von ihm im Mai 2020 das Heft „Informationen und Wegweiser für die Dorfgemeinschaft Herlinghausen“ erstellt und kostenfrei verteilt. Dieses soll Hilfe und Information für Herlinghäuser und Neubürger sein.

2019 hat Herwig für Herlinghausen auch ein Ortswappen erstellt. Zu Beginn des Jahres hat er eine Dorf-AG ins Leben gerufen, die sich um die Wiederherstellung eines in Vergessenheit geratenen Rast- und Ruheplatzes am Schmetterlingssteig gekümmert hat. Die Internetseite www.herlinghausen.de wird seit 2018 ebenfalls von Herwig betreut und finanziert. Zudem hat er im Februar 2020 den sogenannten „Dorffunk“ eingerichtet. Ein Drittel der Dorfbewohner sind dort Mitglied.

An zwölf historischen Gebäuden und Orten hat er Informationstafeln angebracht, um auf die lange und wechselvolle Geschichte hinzuweisen. Mit dem Preisgeld will Rainer Herwig nach eigenen Worten Projekte wie die Ortsbeschilderung weiter ausbauen und im Dorfzentrum eine zentrale Informationstafel aufstellen.

„Hand in Hand“

Die Initiative „Hand in Hand“ aus Germete ist für viele Veranstaltungen und Projekte verantwortlich, um die sich die Vereine nicht kümmern wollen oder können. Die Mitarbeit ist nicht an eine Mitgliedschaft gebunden und kann zeitlich begrenzt sein kann.

Entstanden ist sie 2018 aus der Aktionsgruppe zum 1000-jährigem Ortsjubiläum. „Hand in Hand“ hat etwa das Osterfeuer nach einem Vierteljahrhundert Pause im Ort wieder etabliert, zwei mobile Geschwindigkeitsanzeiger gekauft und installiert, das Fest zur Renaturierung des Kälberbaches im Kurpark kurzfristig ausgerichtet, Advents- und Krippenspiele veranstaltet und ein Adventsliedersingen am Pfarrheim ins Leben gerufen.

T-Shirts mit dem von Stefan Waldeier entworfenen Ortswappen wurden angeboten und ein Bildband zum Ortsjubiläum erstellt. Band zwei und drei sind bereits in Arbeit. Derzeit sind Mitglieder der Gruppe beim kreisweiten Pilotprojekt „Dorf.Zukunft.Digital (DZD)“ engagiert und arbeiten daran, eine neue Homepage und eine App für das Dorf zu erstellen. In Kürze sollen auch Mundmasken mit dem Ortswappen zum Schutz vor dem Corona-Virus angeboten werden.

Offener Treff Nörde

Der Offene Treff Nörde (an jedem letzten Freitag im Monat offenes Frühstück, jeden zweiten Dienstagabend im Pfarrheim Treffen), der ebenfalls ausgezeichnet wurde, besteht seit 2019 und hat sich aus einem Wunsch vieler Nörder heraus entwickelt, sich öfter untereinander zu treffen, um zu einer gelebten Dorfgemeinschaft zu werden.

Gemeinsame Kurse, Adventstreffen, ein Handylehrgang und Nachbarschaftshilfen während der Corona-Zeit werden dort organisiert. Die Ziele des Treffs sind, die Kommunikation zwischen Generationen zu fördern und Begegnungen zwischen Alteingesessenen und Zugezogenen zu realisieren, ohne eine Mitgliedschaft als Bedingung zu haben. Die Schaffung von Heimatgefühl und Heimatverbundenheit auch für Menschen, die erst kurz hier leben, soll durch die Offenheit des Treffs durch Begegnung, Gespräch und Austausch geschaffen werden.

Für Hannelore Schulz-Scheifers, Sprecherin des Treffs, steht fest: „Ein Ort, an dem man nicht kommuniziert, ist nichts weiter als eine Ansammlung von Unterkünften oder Häusern, in denen Abgrenzung gelebt wird.“ Und so geht das Team immer wieder neue Projekte an: Eine Kegelgemeinschaft wurde ausgerichtet oder eine Sing-Gruppe gegründet, die traditionelles und regionales Liedgut pflegt. Der Offene Treff hat ausdrücklich das Ziel, Menschen für lokale und regionale Besonderheiten zu begeistern.

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