Youngcaritas Warburg ruft zu Aktion auf – Bürgerstiftung unterstützt mit 500 Euro
30.700 Zigarettenstummel gesammelt

Warburg (WB). Unmengen von Zigarettenkippen haben junge Menschen in Warburg eingesammelt. Die Youngcaritas Warburg hatte zu der Aktion aufgerufen, etwa 70 Jugendliche waren dem von Juni bis Oktober gefolgt. Insgesamt kamen etwa 30.700 Stummel zusammen, abgefüllt in 87 Flaschen – in eine Flasche passen nämlich bis zu 500 Stück.

Dienstag, 27.10.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 27.10.2020, 09:08 Uhr
Viele junge Menschen haben Zigarettenstummel eingesammelt. Dazu zählen unter anderem auch (von links) Inka Kambey und Sophie Ehle von Fridays for Future in Warburg. Dorota Thiele von der Willebadessener Außenwohngruppe des Jugenddorfes Petrus Damian war mit ihren Jugendlichen unterwegs. In eine Flasche passen, je nach Größe und Form, bis zu 500 Zigarettenstummel. Foto: Daniel Lüns

Weltweit 4,5 Billionen Kippen jährlich

Dass jeder aufgesammelte Stummel zählt, das verdeutlichte die Youngcaritas mit Zahlen. Demnach verseuche eine einzige weggeworfene Kippe 40 Liter Grundwasser. Hier und da eine Kippe auf dem Boden, für manchen mag das wie eine Kleinigkeit erscheinen. Nicht aber die Gesamtmenge aller Kippen: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) summierten sich alle pro Jahr achtlos weggeworfenen Kippen auf etwa 4,5 Billionen, erklärte die Youngcaritas.

Unter anderem hatten sich Teilnehmer der Warburger Gruppe von Fridays for Future an der Aktion mit dem Namen „fill the bottle“ (englisch für: Befülle die Flasche) beteiligt. Dass sie so viele Kippen finden würden, macht die Sammler immer noch baff. „Man hat richtige Hotspots entdeckt, wie etwa den Brüderkirchhof oder den Altstadt-Marktplatz“, erklärte etwa Inka Kambey.

Stummel für kleine Kinder gefährlich

„Ich war früher auf dem Marianum und wusste, dass da Kippen liegen. Aber so viele, das war erschreckend. Zumal fast daneben ein Mülleimer steht.“ Auf manchem Kinderspielplatz hätten die Stummel sogar den Boden bedeckt, wie ein Teppich. „Dabei sind Zigarettenstummel für kleine Kinder extrem gefährlich“, ergänzte Edeltraud Gierling-Mayer vom Vorstand des SKF. Das Kauen von ein, zwei Stummeln könne bei Kleinkindern bereits zum Tode führen.

Auch das Theresia-Gerhardinger-Berufskolleg und das Jugenddorf Petrus Damian beteiligten sich. Sowohl bei gemeinsamen Aktionen als auch direkt in der Wohnumgebung wurden Stummel gesammelt. Aber auch anderer Müll wurde beseitigt. Auch ein paar Privathaushalte, die im Internet auf die Aktion aufmerksam geworden waren, machten mit.

Wer Zigarettenstummel in einer Flasche gesammelt und ein Foto davon gemacht hatte, der konnte auch an einem kleinen Gewinnspiel teilnehmen. Als Kooperationspartner steuerten das Ristorante Leone, der DM-Markt Warburg, Goeken backen, Bücher Podszun, Bioladen Brinkmann, Kleidsam & B…herzt Preise bei.

Stiftung sagte aktiv ihre Hilfe zu

Auch Ernst Martin Peitz von der Warburger Bürgerstiftung erfuhr von der Aktion. In Abstimmung mit den anderen Stiftungsmitgliedern übergab er dem SKF für das Projekt eine Spende über 500 Euro. Denn eigentlich würden Spender nur bedacht, wenn sie einen Antrag dafür eingereicht haben, erklärte Peitz. In diesem Fall verzichtete die Stiftung darauf und sagte aktiv ihre Hilfe zu.

Katja Walther, die als Projektleiterin der Youngcaritas Warburg zum Sammeln aufgerufen hatte, möchte die gesammelten Zigarettenstummeln recyceln lassen. Dafür stehe sie zurzeit in Kontakt mit der Initiative Tobacycle aus Köln. Die verwerte die Stummel restlos, inklusive der Giftstoffe, und stelle daraus Sammelbehälter her – natürlich für Kippen.

Als möglicher Erfinder des Stichwortes „fill the bottle“ gilt übrigens der Franzose Jason Prince. Im Juli 2019 hatte der auf dem Kurznachrichtendienst Twitter ein Foto gezeigt, das eine randvoll mit Kippen gefüllte Plastikflasche zeigt. Das animierte zahlreiche Sammler – bis heute. Inka Kambey: „Das Nachhaltigste wäre, wenn die Leute weniger Müll produzieren.“ Und ihre Kippen demnächst entsorgen, damit diese gar nicht erst in die Natur gelangen.

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