Unter besonderen Corona-Bedingungen: Pilgergruppe aus Warburg besucht Rom
Die Ewige Stadt ist fast menschenleer

Warburg/Rom (WB). Unter besonderen Corona-Bedingungen haben in der vergangenen Woche 31 Jugendliche und Erwachsene aus dem Pastoralverbund Warburg die Stadt Rom besucht. Die Pilgerfahrt wurde bereits zum fünften Mal von Jan Tillmann und Pfarrer Johannes Insel organisiert.

Montag, 26.10.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 26.10.2020, 07:10 Uhr
om, die Ewige Stadt, erlebten 31 Jugendliche und Erwachsene aus dem Pastoralverbund Warburg nahezu menschenleer . Nicht nur in den sonst übervollen Vatikanischen Museen und im Kolosseum waren die Warburger fast allein, auch auf dem Petersplatz.

Bereits im November vergangenen Jahres hatte Jan Tillmann den Gruppenflug bei der Lufthansa und die Unterkunft direkt am Petersplatz für 40 Personen gebucht. Bis kurz vor Reiseantritt war unklar, ob die Fahrt überhaupt durchgeführt werden könnte. Da Italien kein Corona-Risikogebiet war und es keine Reisewarnung gab, war es aber auch nicht möglich, die Reise zu stornieren, ohne auf den Kosten sitzen zu bleiben.

„Seit Sommer stand ich daher in engem Kontakt mit unseren Freunden in Rom, um mich über die aktuelle Situation zu informieren und zu überlegen, ob und wie wir die Fahrt trotz Corona durchführen könnten“, berichtet Jan Tillmann dem WESTFALEN-BLATT. Johannes Insel und er seien grundsätzlich davon überzeugt gewesen, dass das Infektionsrisiko in Rom nicht größer sei als in Deutschland, sofern man sich an die geltenden Abstands-, Masken- und Hygiene-Regeln halte.

Und diese Regeln wurden in Rom sehr streng eingehalten, schildert Tillmann: „Alle tragen eine Maske, auch im Freien. Es wird sehr darauf geachtet, dass Abstände eingehalten werden und auf Bänken, etwa in der U-Bahn, nur jeder zweite Platz besetzt ist.“ Beim Eintritt in Museen, im Petersdom oder zur Generalaudienz werde Fieber gemessen. Die Hände müssten zudem desinfiziert werden.

Keine Schlangen vor den Vatikanischen Museen

Die wirtschaftlichen Schäden für die vom Tourismus geprägte Stadt seien enorm. In den Vatikanischen Museen etwa, wo sonst täglich bis zu 30.000 Besucher kommen, sind es aktuell weit unter 2.000. „In diesem Jahr gab es am Eingang überhaupt keine Schlangen; als wir eintraten, hieß es ‚die Gruppe kommt!‘ “, so Tillmann. Daher war es andererseits auch etwas ganz Besonderes, die Ewige Stadt einmal so menschenleer zu erleben. Nicht nur in den sonst übervollen Vatikanischen Museen und im Kolosseum waren die Warburger fast allein.

Einer der Höhepunkte der Fahrt war wieder die Teilnahme an der Generalaudienz mit Papst Franziskus, die diesmal nicht mit etwa 30.000 Gläubigen auf dem Petersplatz, sondern nur mit einigen hundert Gläubigen und Maskenpflicht in der Audienzhalle stattfand. Erstmals begrüßte der Papst die anwesenden Gläubigen nicht persönlich und hielt Abstand, wofür er sich bei den Anwesenden ausdrücklich entschuldigte.

Ziel der Pilgerreise war es, den Jugendlichen die Möglichkeit zu bieten, die Ewige Stadt kennenzulernen und ein Stück Weltkirche zu erfahren. So standen Besichtigungen des antiken und des barocken Roms ebenso auf dem Programm wie der Besuch der Domitilla-Katakombe, der Vatikanischen Museen und der Sixtinischen Kapelle.

Kaum ein Besucher im Petersdom

Zudem besichtigten die jungen Warburger den – diesmal fast leeren – Petersdom. Beeindruckend war für die Jugendlichen auch ein Spaziergang durch die Vatikanischen Gärten, wo sie Geschenke an die Päpste aus aller Welt und aus allen Jahrhunderten bewundern konnten.

Ein weiteres Ausflugsziel war die päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo, wo die Gruppe nach der Führung durch die Gärten der Villa Barberini ein gemeinsames Mittagessen mit frisch zubereiteten Produkten vom Vatikanischen Bauernhof einnehmen konnte.

Am Sonntag stand nach der heiligen Messe im Petersdom ein Ausflug nach Ostia antica, dem Ausgrabungsgelände der antiken Hafenstadt Ostia, auf dem Programm. Anschließend machte die Gruppe bei strahlend blauem Himmel und 26 Grad noch einen Abstecher zum Strand.

Corona-Infektionen bei der Schweizergarde

Ein Besuch im Hauptquartier der Schweizergarde musste aufgrund der kurz zuvor aufgetretenen Corona-Infektionen innerhalb der Garde abgesagt werden. Auch der Besuch im nordamerikanischen Kolleg war in diesem Jahr Corona-bedingt nicht möglich.

Am Ende gab es von den Teilnehmern nur positive Rückmeldungen. Alle waren sehr froh, die Reise trotz Corona unternommen zu haben, und kehrten mit vielen neuen Eindrücken nach Hause zurück. Die nächste Romfahrt für Oktober 2021 ist derweil schon in Planung.

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