Feuerwehr Warburg bittet: Strauchschnittbrände anmelden, sonst wird’s teuer
Gartenfeuer kostet 2500 Euro

Warburg (WB). 25 Feuerwehrleute, Helfer von Polizei und Rettungsdienst, mehrere Einsatzfahrzeuge samt Drehleiter und Rettungswagen: Sie alle eilten am Samstag gegen 21 Uhr nach Warburg-Scherfede – völlig vergebens. Denn dort brannte nur ein nicht angemeldetes Gartenfeuer. Ein Szenario, das gerade häufiger geschieht.

Freitag, 23.10.2020, 05:05 Uhr aktualisiert: 23.10.2020, 12:20 Uhr
Wohin mit dem ganzen Strauchschnitt aus dem Garten? Bürger dürfen die Abfälle anstecken – aber nur, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu zählt auch, das Feuer anzumelden. Geschieht dies nicht, kann das zu Fehlalarmen führen. Foto: Jürgen Vahle

Helfer rücken zahlreich aus

Das jedenfalls beobachtet Jürgen Rabbe, Leiter der Feuerwehr Warburg. Dabei sei das Vorgehen fast immer das gleiche: Menschen entdecken in der Nähe eine Rauchentwicklung oder ein Feuer und melden dies über den Notruf. Der Disponent in der Kreisleitstelle bewertet das Erzählte und schickt entsprechende Hilfe los. Im konkreten Fall hatten sich sogar mehrere Anrufer gemeldet.

Aufgrund der Schilderungen stufte der Disponent die Angelegenheit schließlich zum „Feuer 3“ hoch. In dieser Kategorie können alarmierte Feuerwehrleute auch damit rechnen, vor Ort einen Gebäudebrand löschen zu müssen. Entsprechend zahlreich rückten die Kräfte daher aus. Bis hierhin ein absolut korrekter Ablauf, betont Rabbe. Wenn die Hilfe denn wirklich gebraucht worden wäre.

Verursacher muss bezahlen

In diesem Fall fanden die Retter aber eben nur ein nicht angemeldetes Gartenfeuer vor – und konnten wieder abrücken. „Das Ganze ist total unnötig“, ärgert sich Jürgen Rabbe. „Unsere Feuerwehrleute sind ja ehrenamtlich tätig. Das heißt sie lassen an einem Samstag alles stehen und liegen, um hierher zu fahren. Auch wenn sie schnell wieder abrücken konnten, eine Stunde ist bei so einem Fehlalarm immer schnell weg.“

Futsch sei aber auch eine Menge Geld: So ein Einsatz verursache nämlich Kosten im vierstelligen Bereich. Über den dicken Daumen dürfte das Ausrücken am Samstag 2500 Euro gekostet haben, schätzt Rabbe. Zahlen müsse das übrigens nicht der Steuerzahler, sondern der Verursacher: Also derjenige, der im Garten sein Feuer angesteckt hatte.

Feuer beim Amt anmelden

Dabei lässt sich das einfach vermeiden – durch einen Anruf bei der Warburger Stadtverwaltung. „Bürger können ihren Strauchschnitt verbrennen. Aber sie müssen das vorher bei uns anmelden“, erklärt Viktoria Baacke vom Ordnungsamt. Interessierte sollten sich bei der Zentrale melden unter Telefon 05641/920 und sich dann weiterverbinden lassen.

Grundsätzlich sei das Verbrennen von Strauchschnitt (kein Holz!) von Oktober bis April, jeweils an den ersten beiden Samstagen des Monats, erlaubt. Durch Feiertage könne sich das verschieben, in diesem Monat etwa verschoben sich die Termine durch den Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober auf den 10. und 17. Oktober.

Feuerwehr bekommt Liste

Das Verbrennen müsse zurzeit bis 18 Uhr beendet sein, spätestens bis zum Einbruch der Dunkelheit. Das heißt: Das Feuer muss dann komplett aus sein, es darf auch nicht mehr qualmen. Wer sich für ein Strauchschnittfeuer anmeldet, der wird vom Ordnungsamt in einer Liste erfasst. Dort wird auch eine Telefonnummer des Anmelders hinterlegt, „damit man zur Not auch nachfragen könnte“, erklärt Baacke.

Diese Liste bekomme dann die Feuerwehr. So wüssten die Einsatzkräfte, wo Strauchschnitt angezündet werde. Im Falle eines Notrufes könne dann geschaut werden, ob es sich um einen echten Einsatz handelt oder nicht. Das spart Zeit und Nerven. Und Geld: Das Anmelden so eines Feuers kostet nämlich nichts.

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