Künstlerin Gisela-Marianne Richter stattet das neue Warburger Hotel Zeitgeist aus
Die Stadtkulisse als Triptychon

Warburg (WB). Drei mal zwei Meter groß, aufgeteilt auf drei Teile: Das ist Warburg. Die Künstlerin Gisela-Marianne Richter hat die Kulisse der Hansestadt als Triptychon verewigt. Künftig wird dieses Werk und noch viele andere Stücke im „Zeitgeist“ hängen. Richter stattet das neue Hotel aus.

Mittwoch, 21.10.2020, 23:15 Uhr aktualisiert: 21.10.2020, 23:20 Uhr
Kunstwerke für das neue Warburger Hotel Zeitgeist hat die Künstlerin Gisela-Marianne Richter geschaffen. Dazu zählt dieses Gemälde, das die Warburger Stadtansicht zeigt. Richter hat es auf der Grundlage eines alten Kupferstiches angefertigt. Foto: Daniel Lüns

Seit etwa einem halben Jahr arbeitet die Frau aus der Stadt Kenzingen im Breisgau (Baden-Württemberg) an Werken, die für das neue Hotel bestimmt sind. Die erste Zusammenarbeit mit den Hotelbesitzern ist es allerdings nicht: Kennengelernt haben sich Gisela-Marianne Richter und Frank Sievers vor etwa sieben oder acht Jahren in einem Hotel.

Richter fertigt nicht nur Auftragsarbeiten, sondern bietet unter anderem auch seit Jahrzehnten Workshops und Lehrgänge an. Zudem ist sie der kreative Kopf der Robinson Clubs und hat deren Ateliers eingerichtet. Als sie in einem Hotel ein Kunstseminar anbot, machte Sievers spontan mit. „Und seitdem sehen wir uns jedes Jahr“, sagt die Künstlerin.

Moderne Kunst als Brotgeber

Ein Mal im Jahr biete sie im anderen Haus des Höxteraners, dem Ringhotel Niedersachsen, auch einen Workshop an. Schließlich folgte der Auftrag, das brandneue Hotel Zeitgeist auszustatten. Richter sagte zu. „Moderne Kunst ist mein Brotgeber. Umso erfreuter war ich, wieder etwas Altes malen zu können“, erklärt die ausgebildete Ölmalerin. Zudem sollte das neue Haus auch innen die traditionsreiche Hansestadt zeigen.

Dem Wunsch kommt Richter seitdem nach – und lässt hier und da noch einen modernen Touch mit einfließen. Neben der Ansicht der Hansestadt hat sie zum Beispiel ein weiteres großformatiges Werk geschaffen. Alte Fotografien wurden dabei als Ölmalerei verewigt, den Untergrund bilden viele alte Warburger Zeitungen. Manche Bilder regen auch zum Schmunzeln an.

Elefant vorm Desenberg

Zum Beispiel ist auf einem Hochformatbild ein Elefant zu sehen, der auf einem Ast sitzt – und in Stille den Desenberg betrachtet. „In der Ruhe liegt die Kraft“ hat Gisela-Marianne Richter unter das Bild geschrieben. Treffend für die Szene, aber auch den Hotelnamen Zeitgeist. Auch andere Elemente des neuen Hauses finden sich in den Werken wieder.

Vor allem das kräftige Türkis, das im Schriftzug des Hotels vorkommt. Beim Elefantenbild zum Beispiel färbt es den Hintergrund. Auch andere Farbtöne, anthrazit oder weiß zum Beispiel, passen alle zum Haus oder zur Einrichtung. Künftige Besucher dürfen daher gespannt sein, wie die Künstlerin das Warburger Stadtwappen interpretiert hat. Das soll im Empfangsbereich seinen Platz finden.

Zuhause vorbereitet

Die Stücke hat Richter größtenteils in ihrem heimischen Atelier vorbereitet. Dann wurden sie nach Warburg gebracht und dort vollendet. Dazu zählt etwa das Triptychon mit der Stadtansicht. „Wenn ich das zusammengesetzt verschicken möchte, dann muss ich ja eine Spedition beauftragen“, erklärt die Künstlerin. Der Rahmen dieses Werkes etwa wurde daher erst in der Hansestadt zusammengebaut.

Anderes wiederum konnte erst im neuen Haus angefertigt werden. Dazu zählen etwa die schwungvoll gestalteten Zimmernummern. Auch die Wegweiser, die Gäste durch das Hotel leiten, wurden von der Baden-Württembergerin gemalt. „Ich mache hier eigentlich alles“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Eröffnung am 30. Oktober

Am Stück war sie dabei nie vor Ort. Hin und wieder reiste sie für ein paar Tage an die Diemel. Nun, wo die Arbeit an den Großformaten anstand, verbrachte Gisela-Marianne Richter zehn Tage in Warburg. Jetzt geht es für sie erst einmal wieder nach Hause.

Wie ihre Werke bei den künftigen Gästen des Hotels ankommen, das wird Frank Sievers der Künstlerin ausrichten müssen. Denn zur Eröffnung des Hotels – diese ist für den 30. Oktober um 17 Uhr geplant – wird Richter nicht anwesend sein. Dann ruft sie nämlich schon wieder das nächste Projekt. An Warburg wird sie aber sicher noch lange denken. Die Ansicht der Hansestadt hat sie schließlich schon als Triptychon verewigt.

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