Fraktionen danken Hans Hermann Bluhm in letzter Ratssitzung
„Eine Epoche geht zu Ende“

Willebadessen (WB). Kein großes Tamtam, keine Party – so möchte Willebadessens Bürgermeister Hans Hermann Bluhm aus dem Amt scheiden. Ganz ohne eine Anerkennung wollten die Vertreter von SPD und CDU das Stadtoberhaupt aber nicht ziehen lassen. Am Donnerstagabend richteten sie in der 47. und letzten Sitzung des aktuellen Rates persönliche Worte an den Rathauschef.

Samstag, 10.10.2020, 03:00 Uhr
Die 47. und zudem letzte Sitzung des aktuellen Rates wurde am Donnerstagabend in der Stadthalle in Willebadessen ausgerichtet. Der scheidende Bürgermeister Hans Hermann Bluhm (vorne, 3. von links) bekam dort von den Vertretern der Parteien (von links), Franz-Josef Kusch (SPD), Hubert Gockeln, Anna Pankraz und Petra Engemann-Ludwig (alle CDU), Präsente überreicht. Foto: Daniel Lüns

„Blickt man heute von Außen auf die Stadt Willebadessen, dann kann man feststellen, dass mit deinem Ausscheiden für unsere Stadt eine Epoche zu Ende geht“, sagte Hubert Gockeln, Fraktionsvorsitzender der CDU. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen habe sich die Stadt sehr positiv entwickelt und biete ihren Bürgern eine hohe Lebensqualität.

Eine Menge in die Wege geleitet

Im Laufe der Zeit habe Bluhm eine Menge in die Wege geleitet. „Wer das tut, macht manchmal auch Fehler. Aber so ist das im Leben. Lieber jemanden, der handelt und dabei nicht immer alles perfekt macht, als jemanden, der gar nichts tut“, sagte Gockeln. „Deswegen bin ich davon überzeugt, dass die meisten Bürger mit der Arbeit ihres langjährigen Bürgermeisters sehr zufrieden sind.“

Die Amtszeit des Peckelsheimers sei eine gute Zeit für Willebadessen gewesen. Hans Hermann Bluhm habe sich um die Stadt verdient gemacht. „Wir bedanken uns für die vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit in den vergangenen 16 Jahren“, sagte Gockeln. Mit Anna Pankraz und Petra Engemann-Ludwig überreichte Gockeln dem Bürgermeister einen Präsentkorb mit regionalen Lebensmitteln, einem Gutschein und einem Blumenstrauß für seine Frau.

Auch die SPD-Fraktion würdigte Hans Hermann Bluhm mit einem Präsentkorb. Stellvertretend wünschte Franz-Josef Kusch alles Gute für den Ruhestand. „Freuen Sie sich auf die Zeit, die nun vor Ihnen liegt“, sagte er zum Bürgermeister. Da der auch als aktiver Wanderer bekannt sei, hätten die Lokalpolitiker für eine schöne Wegzehrung gesorgt. „Im Namen der SPD-Fraktion wünsche ich Ihnen alles Gute“, sagte Kusch.

Ein bisschen Wehmut

Hans Hermann Bluhm gab zu, dass bei ihm schon ein bisschen Wehmut aufkommen werde. Er dankte vor allem den Willebadessener Lokalpolitikern. „Sie und ihre Vorgänger haben viel bewegt“, sagte Bluhm den Ratsmitgliedern. Unter anderem hätten sich die Politiker bei den Punkten Ausbau der erneuerbaren Energien, Neubaugebiete, Dorf- und Stadterneuerungsprogramme und Ausstattung der Schulen verdient gemacht. „Wenn wir in den vergangenen 16 Jahren etwa wie bisher auf Gas gesetzt hätten, dann hätten wir seitdem 8000 Tonnen mehr CO 2 verursacht und netto eineinhalb Millionen Euro mehr investiert.“

Gemeinsam habe man auch das Wassernetz erneuert. Zudem wurden Gebäude gebaut oder erneuert und die Verschuldung heruntergefahren. „Man könnte noch eine halbe Stunde lang aufzählen, was man auf den Weg gebracht hat“, sagte Bluhm. „Die Lösung, wie das alles ging, lag in der guten Zusammenarbeit zwischen Rat und Stadtverwaltung. Sie alle haben das Wohl der Einwohner dieser Stadt gefördert. Dafür danke ich Ihnen.“

Der Bürgermeister überreichte den Ratsmitgliedern anschließend Bücher. „Es soll ja Städte geben, bei denen es goldene Ringe gibt“, sagte er mit einem Augenzwinkern. Die Stadt Warburg verleiht Ratsmitgliedern nach fünf Wahlperioden als Zeichen der Anerkennung einen goldenen Ehrenring.

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