IHK-Konjunkturumfrage: Stimmung hellt sich im Kreis Höxter leicht auf
Wirtschaftslage in allen Branchen angespannt

Warburg (WB/sis). Die Wirtschaft im Kreis Höxter befindet sich wegen der weiter andauernden weltweiten Pandemie in einer angespannten Lage.

Mittwoch, 07.10.2020, 06:00 Uhr
Haben das Ergebnis der Herbst-Konjunkturumfrage in Warburg vorgestellt: IHK-Vizepräsident Frank Dierkes (links) und IHK-Geschäftsführer Jürgen Behlke. Foto: Silvia Schonheim

„Die Situation ist nicht schön, aber es gibt ein bisschen Licht. Die Pessimisten werden weniger, die Optimisten mehr“, so fasst Jürgen Behlke, IHK-Geschäftsführer und Leiter der Zweigstelle Paderborn und Höxter, das Ergebnis der Herbst-Konjunkturumfrage zusammen.

Im Kreis Höxter haben sich 110 Unternehmen mit gut 8.300 Beschäftigten aus Industrie, Handel und Dienstleistung im August und September an der Umfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld beteiligt.

Industrie hofft auf Verbesserung

„Die momentane wirtschaftliche Lage bei den Unternehmen im Kreis gibt weiter Anlass zur Sorge“, erklärte IHK-Vizepräsident Frank Dierkes, Geschäftsführer der PRG-Präzisions-Rührer GmbH, bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse in Warburg. Die Konjunkturdaten seien in allen Branchen negativ. Im Vergleich zum Sommer 2020 „nimmt die Anzahl der Optimisten bei der Einschätzung der künftigen wirtschaftlichen Situation allerdings leicht zu.“ So gingen etwa 28 Prozent der Industrie-Unternehmen von einer sich verbessernden Lage aus.

Bei Handel und Dienstleistung stelle sich die Situation noch einigermaßen unsicher dar.

Die wirtschaftliche Situation der Unternehmen sei aber von großen Unterschieden geprägt. „Sonderkonjunktur bei dem einen, Krisenmodus bei dem anderen“, bringt es Dierkes auf den Punkt.

Jürgen Behlke: „Diese Statistik kann aber immer nur ein Abbild des Durchschnitts sein.“ Dem Textileinzelhandel gehe es beispielsweise in Coronazeiten schlecht, während die Lage im Lebensmittelhandel gut sei.

Behlke geht aber davon aus, dass das Konjunkturklima Mitte des Jahres seinen Tiefpunkt erreicht hat. Er hofft, dass die Kurve sich weiter nach oben entwickeln wird.

Produktionsauslastung ist stark gesunken

Die momentane Geschäftslage wird von etwa 30 Prozent der Unternehmen – bei der Industrie sogar 70 Prozent – als schlecht bewertet. Nur 16 Prozent der Industrie-Unternehmen bewerten ihre momentane Geschäftslage als gut.

„Im Bereich der erwarteten Geschäftslage nimmt aber insbesondere bei der Industrie“, so Vize-Präsident Frank Dierkes, „die gute Stimmung zu.“ Bei Handel und Dienstleistung überwiege die Erwartung einer Verschlechterung der Lage.

An eine schnelle Rückkehr zur „Normalität“ glauben nur wenige. „Ein Großteil der Unternehmen aller Branchen geht davon aus, dass dies sechs Monate oder länger als ein Jahr dauern wird“, erläuterte IHK-Geschäftsführer Behlke.

Die Herbst-Konjunkturumfrage der IHK zeigt, dass die Produktionsauslastung stark gesunken ist. Bei über der Hälfte (62 Prozent) der Firmen liegt sie sogar unter 80 Prozent (Herbst 2019: 29 Prozent).

Rückgang der Beschäftigtenzahlen

Unternehmen aller Branchen rechnen mit sinkenden Beschäftigungszahlen. 62 Prozent der Industrie-Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, glauben an einen Rückgang der Beschäftigtenzahlen. Beim Handel und der Dienstleistung rechnen „nur“ gut 20 Prozent mit sinkenden Beschäftigtenzahlen.

Frank Dierkes: „Der Fachkräftemangel, bislang immer eines der am häufigsten genannten Konjunkturrisiken, ist vollkommen in den Hintergrund geraten.“

Ausbilden trotz Corona

Jürgen Behlke appelliert an die Unternehmen, trotz Corona jetzt auszubilden. „Momentan wird der Fachkräftemangel nicht als Problem gesehen, die demografische Entwicklung ändert sich aber im Kreis Höxter derzeit nicht.“ Im Vergleich zum Vorjahr seien 14 Prozent weniger Ausbildungsplätze vergeben worden. Noch bis Ende des Jahres sei es möglich, Ausbildungsverträge abzuschließen.

Sorge um Entwicklung der Umsatzzahlen

Im ersten Quartal 2020 betrug der Gesamtumsatz des verarbeitenden Gewerbes im Kreis Höxter 440 Millionen Euro. „Vor dem Hintergrund der Ergebnisse dieser Umfrage blicken wir mit Sorge auf die Entwicklung der Umsatzzahlen“, führte Behlke aus.

„Die Wirtschaft in unserem Kreis – besonders die Industrie – war in den vergangenen Jahren recht stabil, bleibt daher die Hoffnung, dass die Rückgänge nicht zu ex­trem ausfallen.“

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