Sinfonische Saisoneröffnung der Warburger Meisterkonzerte in der Stadthalle
Wiener Klassik auf Abstand

Warburg (WB). Musik der Wiener Klassik erklang am Sonntag zur sinfonischen Saisoneröffnung der Warburger Meisterkonzerte. Die Veranstaltung mit Violinsolistin Franziska Hölscher und dem Kurpfälzischen Kammerorchester unter Paul Meyer war die erste Veranstaltung dieser Reihe seit der Corona-bedingten Zwangspause – und auch sonst in vieler Hinsicht bemerkenswert.

Dienstag, 06.10.2020, 03:00 Uhr
Paul Meyer dirigierte mit sehr effizienten Gesten. Das Kurpfälzische Kammerorchester, das in Warburg erstmals seit fünf Monaten wieder in voller Besetzung spielen durfte, folgte seinem Leiter mit sicht- und hörbarer Freude. Foto: Peter Ernst

150 Besucher waren trotz der Pandemie in die Warburger Stadthalle gekommen. Sie wurden belohnt mit großartig musizierenden Künstlerinnen und Künstlern: Der mit sehr effizienten Gesten dirigierende Paul Meyer entfaltete die Sinfonie Nr. 80 von Joseph Haydn mit Ruhe und Übersicht und einem feinen Sinn für die Balance der Instrumentengruppen. Das in Mannheim beheimatete Kurpfälzische Kammerorchester, das in Warburg erstmals seit fünf Monaten wieder in voller Besetzung spielen durfte, folgte seinem Leiter mit sicht- und hörbarer Freude.

Klassik auf Abstand haben 150 Besucher trotz Corona-Pandemie in der Stadthalle genossen.

Klassik auf Abstand haben 150 Besucher trotz Corona-Pandemie in der Stadthalle genossen. Foto: Verena Schäfers-Michels

Susanne Schaeffer führte anschließend mit wohl überlegten und vorgetragenen Worten in die musikalischen Werke des Abends ein. Die ehemalige Musikredakteurin des Hessischen Rundfunks stellte insbesondere die Einzigartigkeit der Kompositionen und ihrer Schöpfer heraus. Und damit traf sie den Nagel auf den Kopf: Denn nach Haydns aufbrausender „Sturm- und Drang“-Sinfonie ging es mit inniger Sanglichkeit weiter.

Den Schlusspunkt setzte das Orchester mit Mozart

Die beiden Romanzen für Violine und Orchester gehören zu den lyrischsten Stücken Beethovens. Die schlichte Anlage der Konzertstücke kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie an die Solistin besonders hohe Herausforderungen stellen, liegt doch der Violinpart meistens völlig offen. Franziska Hölscher meisterte diese Klippen mit Bravour, intonierte sauber, phrasierte schlüssig und traf den zerbrechlichen Ton dieser Musik genau. Und das aufmerksam folgende Orchester trug seinen Teil zu der gelungenen Aufführung bei.

Den Schlusspunkt setzte das Orchester mit Mozarts berühmter Sinfonie Nr. 40 in g-Moll. Die von Tragik und Dramatik durchzogene Musik wurde von Paul Meyer einmal mehr angenehm abgeklärt und unaufgeregt gestaltet. Die hervorragende Darbietung wurde durch die überraschend günstige Akustik unterstützt. Dabei war die Stadthalle lediglich das Corona-bedingte Ausweichquartier der Kammermusikreihe, doch sie ist mitnichten zweite Wahl: Sowohl das klangliche Ergebnis als auch der optische Eindruck der Fachwerkhalle machen Lust auf das nächste Konzert an diesem Ort.

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