Lohnunternehmer aus Warburg-Scherfede hilft Bauern und sorgt an Ackergrenzen für Ordnung
Wo die Forstfräse ganze Arbeit leistet

Warburg (WB). Anfang Oktober geht die Arbeit für Lohnunternehmer Dennis Geppert so richtig los. Dann heißt es für ihn, mit dem Schlepper und der Forstfräse Bäume und Sträucher schneiden und an den Ackergrenzen heimischer Landwirte für Ordnung sorgen.

Dienstag, 06.10.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 06.10.2020, 09:12 Uhr
Die Forstfräse hat Dennis Geppert erst in diesem Jahr angeschafft, damit kann er fräsen und mulchen. Der .Lohnunternehmer hilft den heimischen Landwirten. Er sorgt an den Ackergrenzen für Ordnung und schneidet diese frei. Foto: Astrid E. Hoffmann

Sind Teile der landwirtschaftlich genutzten Fläche nämlich verbuscht, wird diese Fläche bei der EU-Prämienzahlung an den Landwirt abgezogen, denn sie gilt dann als nicht förderfähig. Liegt das beackerte Feld oder das Grünland an einem Waldrand, kann es passieren, dass kleine Bäume und Büsche ins Grün wachsen. Das Land kann dort nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden.

Grenzbereich muss freigeschnitten werden

Der Grenzbereich muss freigeschnitten werden. In den meisten Fällen hat der Landwirt weder die nötige Zeit noch das passende Gerät für diese Arbeit. Hier kommen die Lohnunternehmer ins Spiel. Einer von ihnen ist Dennis Geppert aus Scherfede. Er betreibt seit drei Jahren einen land- und forstwirtschaftlichen Lohnbetrieb. Fräsen, Mulchen, Rückschnitt, Baumfällungen, Feld-, Waldrand- und Knickpflege gehören zum Job.

Bereits mit zwölf Jahren hat Dennis Geppert bei einem Onkel in Helmern beim Brennholz machen geholfen. Mit den Jahren bekam er immer mehr Einblick in den Forstbetrieb. „Mit 16 Jahren hatte ich immer noch Spaß daran“, erinnert sich Geppert.

Das war der Zeitpunkt, sich für eine Ausbildung zum Landwirt zu entscheiden. Sein erstes Ausbildungsjahr absolvierte er auf dem Hof Buthe in Fölsen. Das zweite Jahr arbeitete er auf dem Milchviehbetrieb von Peter-Wilhelm Legge in Peckelsheim. Im dritten Jahr landete er wieder in Helmern, dort war er auf dem Spiegelschen Gutshof beschäftigt.

Erste Baum- und Heckenschnittarbeiten

In dieser Zeit kaufte er sich eine hydraulische Astsäge und mietete sich einen Schlepper, damit war er für die ersten Baum- und Heckenschnittarbeiten, dem Freischneiden von Weg- und Feldrändern, gerüstet. Mit 18 Jahren gründete er sein Lohnunternehmen. Seiner Familie gehörte ein Stallgebäude, das er für seine Zwecke umbauen durfte. Das ist sein Firmensitz.

Je mehr Aufträge hereinkamen, desto mehr wurde dem Jungunternehmer klar, in welche Maschinen er investieren musste. Zunächst wurde ein eigener Schlepper gekauft. Mit der Anschaffung eines Kranwagens konnte er dann im Wald Rückearbeiten, aber auch den Transport von Holz anbieten.

Landtechnik ist teuer

Stück für Stück wuchs sein Maschinenpark und damit auch seine Arbeitsmöglichkeiten. Durch diese Vielfalt gibt es über das Jahr immer Einsatzmöglichkeiten. Das ist sehr wichtig, „denn Landtechnik ist teuer und das muss erst einmal erwirtschaftet werden“, weiß der Lohnunternehmer. Inzwischen kann er rund um Baum und Hecke – ob Fällung, Pflegeschnitte, Sturmschadenbeseitigung oder Silage verteilen und verdichten – ein breites Spektrum bieten.

In diesem Jahr hat er noch einmal tief in den Geldbeutel gegriffen und eine Forstfräse angeschafft. Nur zwischen dem 1. Oktober und dem 1. März sind Hecken- und Baumschnittarbeiten erlaubt. „Trockene, befallene Fichten dürfen auch außerhalb dieser Zeiten entfernt werden, wegen der Verkehrssicherheit müssen sie stellenweise sogar direkt gefällt werden“, erklärt Dennis Geppert. Mit den Regeln und Vorschriften kennt er sich aus, ein Vorteil für seine Kunden, die sich darum nicht kümmern müssen.

Einen der ersten Aufträge mit der neuen Forstfräse hatte Geppert jetzt auf einem Stück Grünland direkt am Wald zu erledigen. Das Land soll demnächst von einem Schäfer mit seinen Schafen beweidet werden. Dazu muss ein Zaun gestellt werden, damit Wildtiere und Schafe sich nicht ins Gehege kommen. Entlang der Grenzsteine räumte Geppert nun mit seinem Schlepper und der Forstfräse auf.

Mulchen ist ökologisch sinnvoll

Baumausschläger und Buschwerk wurden gefräst und dann gemulcht. Das heißt, das Schnittgut wird bis zu zehn Zentimeter tief in den Boden gebracht. „Wenn wir es abfahren und verbrennen lassen, wird Kohlenstoffdioxid freigesetzt. Beim Mulchen bindet das Schnittgut das Co2, es ist also ökologisch sinnvoll“, erklärt der Scherfeder Unternehmer.

Auch die Verkehrssicherheit ist ein Thema, zu dem Dennis Geppert seinen Beitrag leistet. Beim Lichtraumprofilschnitt schneidet der Experte bis zu einer Höhe von sechs Metern überragende Äste und Gesträuch ab. Damit können die großen landwirtschaftlichen Maschinen gefahrlos grenznah eingesetzt werden. Seine Kunden sind vorwiegend Land- und Forstwirte sowie einigen Privatleuten.

Ein wetterabhängiger Job

Wenn der heute 21-Jährige nicht auf seinem Trecker sitzt, dann nimmt er auf dem Bürostuhl Platz. Kalkulation, Planung, Buchführung – auch das gehört zu seiner Arbeit. Seine Mutter Ulrike Geppert hilft dabei. Den Hauptteil der Buchhaltung hat Dennis Geppert aber in die Hände eines Fachmanns gegeben, schließlich hat der Scherfeder zumeist eine Sechs-Tage-Woche. „Manchmal geht es auch sonntags raus, schließlich ist es ein wetterabhängiger Job“, sagt Dennis Geppert, der aber in diesem Beruf seine Berufung gefunden hat.

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