Warburger Denkmalstiftung gewährt einen Blick in das markante Gebäude
Ein Gang durchs Pennig-Haus

Warburg (WB). Die Abrissdiskussion rund um das Pennig-Haus ist endgültig vom Tisch. Darauf weist Nadine Smukal am Anfang der Tour hin. Denn die Warburger Denkmalstiftung, zu deren Vorstand Smukal gehört, möchte das Warburger Denkmal wieder in Schuss bringen. Am Dienstag haben die Fachleute einen Blick in das markante Gebäude gewährt.

Dienstag, 08.09.2020, 20:30 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 20:40 Uhr
Hier kauft seit Jahren keiner mehr ein: Das ehemalige Schuhgeschäft Pennig macht zurzeit optisch keinen guten Eindruck. In der Decke klaffen Löcher, Putz ist zu Boden gefallen. Die Bausubstanz dieses Gebäudeteils hat aber eine gute Qualität, erklären die Fachleute. Foto: Daniel Lüns

Wie berichtet, war das Haus in den vergangenen Wochen umfangreich untersucht worden. Cornelia Lange vom Architekturbüro Lange aus Höxter hatte unter anderem den Zustand des Gebäudes erfasst. „Die Aktenlage ist sehr dünn. Frau Lange bringt daher die Wände zum Sprechen“, sagte Smukal, die auch Teamleiterin des Stifter-Services der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ist. Fest stehe bereits: Das eine Pennig-Haus gibt es gar nicht.

Gebäude besteht aus zwei Teilen

Das Gebäude besteht laut Lange aus zwei Teilen: Zum einen ist dies das alte Gebäude, das zur Marktstraße zeigt. Es wurde in den 1860er-Jahren gebaut, wobei das Erdgeschoss in den 1950er- und 1960er-Jahren im Zuge der Geschäftsnutzung umgebaut wurde. Zum anderen gibt es einen Anbau aus den 1970er-Jahren. Im Zuge der Untersuchungen wurde auch geschaut, inwiefern sich die baulichen Veränderungen der Vergangenheit auf das Haus auswirken, erklärte Lange.

Grundsätzlich habe die Bausubstanz eine gute Qualität. Viele Schäden seien weniger schlimm als befürchtet. Bei den Analysen entdeckten die Fachleute auch interessante Details. So sind etwa die Zwischendecken im Altbau mit Lehm und Stroh verfüllt. Diese Füllung habe nicht nur eine gute Dämmleistung, erklärte Barbara Wunsch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Die Füllung sei auch ökologisch, gut für das Wohnklima und lasse sich zudem schnell wieder reparieren.

Sicherungsmaßnahmen soll Substanz erhalten

Wie und in welchem Zeitrahmen es nun am Pennig-Haus weitergeht, steht noch nicht abschließend fest. Zunächst sollen noch in diesem Jahr Sicherungsmaßnahmen erfolgen, um die Substanz des Hauses zu erhalten. „Dann werden wir schauen, dass wir möglichst zeitnah Förderungen bekommen“, sagte Lange. Im besten Fall ließe sich die Planung bis Anfang 2021 genauer definieren. Frühestens Mitte 2021 könnten die ersten Maßnahmen beginnen. Im Herbst 2022 könnten die Arbeiten am Pennig-Haus dann abgeschlossen sein.

„Wir wollen zeigen, dass es auch gelingt, solche Häuser wieder zu beleben“, sagte Smukal. Wie berichtet, sollen in den oberen Geschossen Wohnungen entstehen. Sie sollen vermietet werden. Für die Nutzung des Erdgeschosses, die alten Geschäftsräume, gibt es verschiedene Ideen. Ziel sei es, ein lebendiges Haus zu schaffen, sagt Smukal. Daher könnte im Erdgeschoss etwa ein Kulturcafé entstehen. Auch ein Ort der Begegnung sei dort denkbar. „Wir suchen dafür noch Träger und Sponsoren.“

Interessenten können sich an Nadine Smukal unter Telefon 0228/9091203 wenden.

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