Schon jetzt im Altkreis Warburg mehr Briefwähler als 2014
Briefwahl bricht bereits alle Rekorde

Warburg/Borgentreich/Willebadessen (WB). Schon jetzt gibt es im Warburger Land mehr Briefwähler als 2014 insgesamt.

Mittwoch, 09.09.2020, 03:00 Uhr
In der Warburger Stadtverwaltung kümmert sich das Wahlteam mit (von links) Melissa Jochheim, Tamara Schulz, Viktoria Baacke und Alina Blömeke um die Briefwähler. Insgesamt sind im Stadtgebiet 232 Wahlhelfer im Einsatz, um für den reibungslosen Ablauf der Kommunalwahl am 13. September zu sorgen. Foto: Ralf Benner

4050 Briefwahlanträge lagen bis Dienstag, 12 Uhr, bei der Stadt Warburg vor. Das sind bereits 21 Prozent aller 19.214 Wahlberechtigten in der Hansestadt – ein absoluter Rekord.

„Die Zahl ist jetzt schon höher als bei der Kommunalwahl 2014“, sagt Viktoria Baacke, Leiterin des fünfköpfigen städtischen Wahlteams in der Verwaltung. Damals hatten sich lediglich 2490 Wahlberechtigte (12,95 Prozent) für die Briefwahl entschieden. Grund für das Riesen-Interesse an der Briefwahl ist die Corona-Pandemie.

Zahl der Briefwähler auch in Willebadessen und Borgentreich hoch

„Nahezu verdoppelt hat sich bereits jetzt auch die Zahl der Briefwähler in Willebadessen“, sagt Bürgermeister Hans Hermann Bluhm, Wahlleiter in der Eggestadt. Bis zum Wochenende lag die Zahl der bisher angeforderten Briefwahlunterlagen bei 1164 (17,70 Prozent). 6576 Wahlberechtigte gibt es aktuell in Willebadessen. 2014 hatten sich 778 (11,69 Prozent) für die Briefwahl entschieden.

Fast verdoppelt hat sich die Zahl der Briefwähler bis zum Beginn der Woche auch in Borgen­treich. Von den 7354 Wahlberechtigten forderten bislang 1101 (14,97 Prozent) Briefwahlunterlagen an. Bei der Kommunalwahl 2014 waren es lediglich 652 (8,52 Prozent).

Auszählung könnte länger dauern

In den insgesamt 60 Wahllokalen der drei Städte im Altkreis dürfte es wegen des hohen Briefwahlanteils am 13. September also deutlich ruhiger zugehen. Dafür könnte die Auszählung länger dauern, da pro Wähler auch jeweils vier Stimmzettel ausgezählt werden müssen.

„Wir werden wohl vor 22 Uhr nicht mit der Auszählung fertig sein“, sagt 1. Beigeordneter Klaus Braun, bei der Hansestadt Warburg verantwortlich für die Kommunalwahlen.

Um Verzögerungen zu vermeiden, wurde in allen Kommunen des Warburger Landes auch die Zahl der Briefwahlvorstände erhöht.

Maskenpflicht in den Wahllokalen

Neu ist, dass nun auch in den Wahllokalen eine Maskenpflicht gilt. Das hat das Land in der seit 1. September gültigen Corona-Schutzverordnung festgelegt.

Wähler müssen in Gebäuden, in denen sich ein Wahlraum befindet, und im Wahlraum selber sowie in Warteschlangen vor den Gebäuden mit Wahllokal einen Mund-Nase-Schutz tragen.

Wer seine Maske vergessen hat, bekommt sie vor Ort gestellt.

Allerdings ist die Neufassung der Verordnung weniger eindeutig, als es zunächst klingt. Denn darin heißt es auch: „Jedoch ist in Wahlräumen durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass auch Personen, die gegen die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung verstoßen, ihr Wahlrecht ausüben können.“

Ein bisschen wird es also auf die Improvisationskunst der Wahlvorstände vor Ort ankommen, jedem das Wahlrecht zu ermöglichen.

Sie müssen auch dafür Sorge tragen, dass sich – abhängig von der Größe der jeweiligen Räumlichkeiten – nicht zu viele Menschen gleichzeitig in den Lokalen aufhalten.

Mindestabstand in Wahllokalen einhalten

Die Wahllokale werden so eingerichtet, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern von allen eingehalten werden kann. Gleiches gilt für Laufwege und Wartebereiche in den Gebäuden.

Im Wahlraum gibt es markierte Wartepositionen und Wege. Wahltisch, Wahlkabinen und Wahlurnen sind so angeordnet, dass es möglichst nicht zu direkten Begegnungen kommt.

Jeder Schriftführer im Wahllokal wird außerdem mit Spuckschutzwänden ausgestattet.

Es werden auch Desinfektionsmittelbehälter bereitgehalten.

Kugelschreiber zur Wahl mitbringen

Und noch eine Bitte haben alle drei Städte an die Wähler, nämlich den eigenen Kugelschreiber mitzubringen. Bleistifte sind nicht erlaubt, „da könnte das Kreuzchen ja später wegradiert werden“, erläutert Klaus Braun.

Bei Bedarf können Kugelschreiber ausgeliehen werden. „Wir haben Einwegkugelschreiber und Masken bestellt, um für alle Fälle gerüstet zu sein“, erklärt Rolf Husemann, bei der Stadt Borgen­treich zuständig für die Wahl.

Die Briefwahl-Unterlagen können auch online beantragt werden. Der Onlineservice endet aber am heutigen Mittwoch um 12 Uhr. Das teilt die Stadt Warburg mit.

Ausdrücklich weist die Hansestadt auch darauf hin, dass die Briefwahl-Unterlagen zwar auf den letzten Drücker auch noch am Wahltag bis 16 Uhr abgegeben werden können – „allerdings zwingend erforderlich im Briefwahllokal in der Stadtverwaltung, nicht vor Ort im Wahllokal“, erklärt 1. Beigeordneter Klaus Braun. Diese Vorgabe gilt auch für Willebadessen und Borgentreich.

Auszählung der Briefwahlunterlagen in den Wahlbezirken

Das Besondere bei der Kommunalwahl: Nach 16 Uhr werden die Wahlurnen mit den Briefwahlumschlägen in allen drei Städten von den Stadtverwaltungen in die jeweiligen Wahlbezirke gefahren, wo die Stimmen ausgezählt werden.

„Das wird vor Ort gemacht, weil in jedem Wahlbezirk ja andere Direktkandidaten auf den Stimmzetteln stehen. Alle Briefwahlstimmen zentral an einem Ort auszuzählen, ist da einfach nicht praktikabel“, so Klaus Braun.

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