Warburger Meisterkonzerte wegen Corona-Auflagen erstmals nicht in Marianum-Aula
Neuer Steinway-Flügel bleibt stumm

Warburg (WB). Der neue Konzertflügel aus dem Hause Steinway & Sons, der 2018/2019 noch im Mittelpunkt des Programms gestanden hatte, wird in der Saison 2020/2021 der Warburger Meisterkonzerte nicht zum Einsatz kommen. Das Instrument bleibt stumm. Das hat Peter Ernst, der künstlerische Leiter der Veranstaltungsreihe der Hansestadt, mit großem Bedauern erklärt.

Montag, 07.09.2020, 05:00 Uhr
Organisatoren und Sponsoren der Warburger Meisterkonzerte (vorne, von links): Bürgermeister Michael Stickeln, Peter Ernst (künstlerischer Leiter), Swen Gross (Sparkasse Höxter), (dahinter von links) Michael Brenke (Vereinigte Volksbank), Ulrich Lüke (Volksbank Höxter), Ulrich Nolte (Kulturausschuss), Andreas Knoblauch-Flach (Beirat), Olaf Krane (Kulturamt), 1. Beigeordneter Klaus Braun und Sabine Laudage (Kulturamt).

Denn in der Corona-Pandemie ist alles anders – und das gilt auch für die Warburger Meisterkonzerte, wie Ernst bei der Vorstellung des neuen Programms betonte. Corona-bedingt werden die Meisterkonzerte in der kommenden Saison nicht in der Aula des Gymnasium Marianum stattfinden können. „Es ist uns nicht möglich, in der Aula das zwingend erforderliche Hygienekonzept adäquat umzusetzen“, erläuterte Olaf Krane, organisatorischer Leiter der Musikreihe, den Hintergrund. Ausweichspielorte seien nun das Pädagogische Zentrum und die Stadthalle. Der neue Flügel bleibt auf der Aula-Bühne im Marianum.

Ersatzflügel günstiger als Umzug

„Es ist einfach zu kostspielig, das wertvolle Instrument von der Aula in das PZ zu transportieren“, erklärte Peter Ernst. „Wir sind auch in Sorge wegen mögliche Transportschäden.“ Finanziell weniger aufwändig sei es dagegen, einen Ersatzflügel anzumieten und anliefern zu lasten, sagte der künstlerische Leiter. Die Firma Brauns-Heitmann habe sich dankenswerterweise dazu bereit erklärt, diese Kosten zu übernehmen, so Ernst. Dass die Akustik im PZ und in der Stadthalle nicht so überragend sei wie in der Aula, müssten Musikfreunde jedoch in Kauf nehmen.

Konkret bedeuten die Corona-Beschränkungen für die anstehende Saison auch, dass das Abo-System wie schon bei der Veranstaltungsreihe „Theater in Warburg“ für ein Jahr ausgesetzt und automatisch auf die Spielzeit 2021/2022 übertragen wird. Für die sieben Konzerte, die vom 4. Oktober 2020 bis zum 29. Juni 2021 angeboten werden, gibt es nur Tickets im Vorverkauf im Info-Pavillon auf dem Neustadtmarktplatz oder – sofern vorhanden – an der Abendkasse. Sie kosten einheitlich 20 Euro (ermäßigt 18 Euro).

Zwischen den Stühlen immer ein Platz frei

Zwischen den Stühlen wird in der anstehenden Saison immer ein Platz freigelassen. Daraus folgt, dass die Zahl der Plätze in Stadthalle und PZ auf 200 bis 250 reduziert wird, sagte Olaf Krane. Die Musik-Abos müssen für diese Saison nicht gekündigt werden. Die Kündigungsfrist verlängert sich automatisch

Es sei eben eine „ganz spezielle Saison“, wie Peter Ernst betonte, die aber von Musikliebhabern und Musikern sehnsüchtig erwartet werde: „Die Künstler sind überglücklich, endlich wieder spielen zu dürfen. Und es gibt doch nichts Schöneres, als Musik endlich wieder live und hautnah zu erleben.“

Programm der Extraklasse

Das Programm der Meisterkonzerte – „einem Erfolgsfaktor im kulturellen Leben der Hansestadt“, wie Bürgermeister Michael Stickeln bei der Vorstellung der neuen Saison betonte – umfasst gleich sieben statt wie bisher fünf Konzerte. Grund sind zwei Darbietungen, die wegen des Corona-Lockdowns ausfallen mussten und dafür 2020/2021 nachgeholt werden: das Beethoven-Konzert des Detmolder Kammerorchesters am 29. Juni in der Stadthalle zum krönenden Abschluss der Saison sowie die Harfe-Fantasien mit Harfenistin Anne-Sophie Bertrand, Flötist Sebastian Wittiber und den drei Streichern des Webern Trio Frankfurt am 6. Februar im PZ. Zum Auftakt spielt am 4. Oktober in der Stadthalle das Kurpfälzische Kammerorchester ein „Triumvirat der Wiener Klassik“.

Theo Plath (Fagott) und Aris Blettenberg (Klavier) treten am 13. November im PZ mit ihrem Programm „Wie FaGott in Frankreich” auf. „Tastenstürme“ mit Severin von Eckardstein (Klavier) toben am 20 März im PZ. Eine „Rhapsody in Blue” spielen Rhaphaela Gromes (Violoncello), Julian Riem (Klavier) und das Arcis Saxophon Quartett am 24. April in der Stadthalle. „Die Krönung der Kammermusik“ präsentiert das Pacific Quartet Vienna dann am Freitag, 22. Mai, in der Stadthalle.

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