Warburger Kandidaten legen ihre Konzepte für die Zeit nach der Pandemie vor
Corona – und die Folgen

Warburg (WB). Die Corona-Krise hat die Wirtschaft auch in Warburg getroffen. Wie hart, ist noch unklar. Dennoch stellt sich die Frage: Was muss die Stadt tun, damit die Wirtschaft vor Ort die Folgen der Corona-Krise überwindet? Mit diesem Thema haben wir in unserer letzten Fragerunde vor der Kommunalwahl die Warburger Bürgermeisterkandidaten konfrontiert. Hier lesen Sie die Antworten:

Samstag, 05.09.2020, 04:03 Uhr aktualisiert: 05.09.2020, 04:20 Uhr
Shutdown in der Warburger Innenstadt: Die Folgen der erzwungenen Schließung von Geschäften und Einrichtungen im Frühjahr wirken bis heute nach. Foto: Jürgen Vahle

Mit Verwaltung durch die Krise

Tobias Scherf (CDU): In Zeiten der Corona-Krise ist es wichtig die Amtsgeschäfte auf Bundes-, Landes- und Stadtebene mit Erfahrung, Kompetenz und Sachlichkeit zu führen. Dafür werde ich als Bürgermeister für Warburg einstehen. Mir ist wichtig, nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger mit einer starken und bürgernahen Verwaltung gut durch die Krise zu führen. Ich persönlich werde:

Tobias Scherf

Tobias Scherf

  • Auch auf diejenigen blicken, die vor der Krise wenig Beachtung gefunden haben, etwa die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen, in der Seniorenpflege, im Einzelhandel oder Ehrenamtliche. Sie verdienen es, wertgeschätzt und unterstützt zu werden. Hier sind mir persönliche Gespräche wie im Warburger Krankenhaus oder der Besuch von Staatsminister Karl-Josef Laumann im Sankt-Johannes-Seniorenzentrum sehr wichtig.
  • Regionalität weiter voranbringen, das heißt die Stärkung des regionalen Handels und der Innenstadt und das Voranbringen von regionalen Märkten und unserer regionalen Internetplattform „ReMaPla Warburg“.
  • Gemeinsam mit Unternehmen und Kulturschaffenden nach innovativen Lösungen für Veranstaltungen und das Miteinander in Warburg suchen, zum Beispiel von Kirchen für Kulturveranstaltungen oder Ausweitung von Sitzgelegenheiten in Außenbereichen.
  • Die Digitalisierung in der Verwaltung und den Schulen voranbringen. Mein Ziel ist es, dass künftig auch so viele Behördengänge wie möglich digital erledigt werden können.
  • Den vorhandenen Pandemie-Plan der Stadt fortschreiben. Änderungen sollen so hervorgehoben werden, dass klar und nachvollziehbar ist, welche Regeln und Auflagen aktuell gelten.

Dies ist alles ist mir wichtig, um Herausforderungen, die in der Zukunft auf die Hansestadt Warburg zukommen, künftig noch besser meistern zu können.

Betrieben unter die Arme greifen

Eric Volmert (SPD): Die Wirtschaft und der Einzelhandel stehen aktuell vor großen Herausforderungen. Neben der immer größeren Zahl an online getätigten Einkäufen führt die Corona-Krise zu Einbußen, die für viele Betriebe nun existenzbedrohend werden können. Eine solche Situation ist wahnsinnig schwer zu beheben.

Eric Volmert

Eric Volmert Foto: Ralf Benner

Als Kommune können wir die durch Bund und Land ermöglichten Kompensationen nutzen, um Betrieben durch Stundung der Gewerbesteuerzahlungen kurzfristig unter die Arme greifen. Mittel- und langfristig können wir diese Situation aber nur gemeinschaftlich lösen. Die Warburger Gastronomen, Einzelhändler und Unternehmer haben wiederholt gezeigt, dass sie voller Ideen stecken. Ein neues Innenstadtmanagement, gepaart mit unserer Wirtschaftsförderung soll dabei helfen, diese Kreativität für alle sichtbar zu machen.

Interaktive Warburg-App

Mir schwebt eine ausgebaute, interaktive Warburg-App vor, die neben gastronomischen und touristischen Angeboten auch einen Online-Marktplatz bietet, der sowohl den Warburger Unternehmern und den Gewerbetreibenden im Einzelhandel, als auch Dienstleistern und Handwerkern offensteht und unkompliziertes, digitales Einkaufen in unserer Hansestadt ermöglicht.

Wir müssen auch unsere Innenstadt attraktiver gestalten, um mehr Kunden für unsere Händler anzulocken. Dazu gehört unbedingt auch die Wiedererrichtung einer Fußgängerzone, deren Konzept und Ausgestaltung in Zusammenarbeit mit dem Warburger Einzelhandel zu erarbeiten ist, um größtmöglichen Konsens zu erreichen, ein gutes Miteinander zu ermöglichen und zukünftiges Wirtschaften nachhaltig zu sichern.

Maßnahmen für Unternehmer

Tatjana Lütkemeyer (Bürger Union): Die Hansestadt Warburg steht vor großen Herausforderungen. Die Auswirkungen der Corona Pandemie sind noch nicht alle absehbar. Umsatzeinbrüche in der Industrie, dem Handel und der Gastronomie führen zu immer geringeren Steuereinnahmen.

Tatjana Lütkemeyer

Tatjana Lütkemeyer Foto: Ralf Benner

Trotzdem muss die Hansestadt alles dafür tun die vorhandene Industrie, um den Handel und das Gewerbe zu erhalten. Maßnahmen hierfür wurden in der Vergangenheit schon eingeführt, das wären zum Beispiel die Aussetzung der Sondernutzungsgebühren, um die Gastronomie zu stärken. Hier müsste über eine Verlängerung über das Jahr 2020 hinaus nachgedacht werden.

Ausstattung der Schulen

Des Weiteren sollte über Bürgschaften, Steuerstundungen und finanzielle Unterstützungen der Unternehmen nachgedacht werden. Zu den Aufgaben der Stadt mit seinen Ordnungsamt gehört auch die Durchsetzung der aktuellen Corona-Regeln. Es muss auf jeden Fall verhindert werden, dass das Virus sich erneut ausbreitet und somit die Wirtschaft noch mehr schwächt. Es müssen Konzepte entwickelt werden, die im Falle eines neuen Ausbruch konsequent umgesetzt werden, um die Folgen für die Wirtschaft so gering wie möglich zuhalten.

Die Corona-Krise hat gezeigt, dass es wichtig ist, eine gut ausgebaute Infrastruktur im Bereich Digitalisierung zu haben. Sie ermöglicht die Arbeit und das Lernen von zu Hause. Hier ist es wichtig, dass die Stadt ihrer Verantwortung als Schulträger nachkommt, um allen Kinder das Lernen von zu Hause aus ermöglicht. Es müssen ausreichend finanzielle Mittel für die Ausstattung der Schulen mit geeigneter Hardware und die Weiterbildung des Lehrkörpers zur Verfügung gestellt werden.

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