Kreuzweg zwischen Altstadt und Erasmuskapelle erhält neue Hinweistafeln – 10 von 14 Stationen restauriert
Warburgs „Via Dolorosa“ wiederentdecken

Warburg (WB). Ein Kleinod des christlichen Glaubens in der Hansestadt will der Vorstand der Kirchengemeinde St. Marien Warburg-Altstadt vor dem Verfall bewahren. Gemeint ist der Kreuzweg mit seinen eindrucksvollen 14 Stationen, der sich auf der Südseite des Burgberges von der Altstadtkirche aus zur Erasmuskapelle auf dem Burgfriedhof schlängelt.

Freitag, 04.09.2020, 02:02 Uhr aktualisiert: 04.09.2020, 02:10 Uhr
Freuen sich über die Hinweistafeln (von links): Stadtheimatpfleger Ulrich Nolte, Stadtführer Hermann Behler, Norbert Hoffmann (Warburg Touristik), Werner Reineke (Kirchenvorstand). Foto: Ralf Benner

Erklärtes Ziel des Kirchenvorstandes ist es, die „Via Dolorosa“ – so nannte das Warburger Kreisblatt im November 1857 diesen Weg – wiederzuentdecken. Dabei sollen auch zwei neue Hinweisschilder helfen, die nun zu Beginn und zum Ende des Kreuzweges aufgestellt wurden.

Private Spenden helfen

Werner Reineke vom Kirchenvorstand und Stadtführer Hermann Behler, selbst langjähriges Mitglied im Kirchenvorstand, haben die Tafeln in Eigeninitiative angebracht. Angefertigt wurden die Schilder von der Warburger Firma WIB - Die Blechexperten. Finanziert hat das Vorhaben der Verein Warburg Touristik. Die Materialkosten übernahm die Kirchengemeinde.

In den vergangenen Jahren sind 10 der insgesamt 14 neugotischen Stationshäuschen aus Sandstein restauriert worden. So konnte die Kirchengemeinde aus privaten Spenden bereits die vier Stationen sanieren, die rund um die Erasmuskapelle angeordnet sind. Weitere sechs Stationen wurden im Auftrag der Stadt Warburg restauriert.

Einweihung im Jahr 1858

Bleiben vier Stationen übrig, die noch erneuert werden müssen. „Wünschenswert wäre es zudem auch, die Terrakottareliefs in den Stationshäuchen auszubessern“, sagt Werner Reineke. Orts- und Stadtheimatpfleger Ulrich Nolte lobte am Mittwoch das Engagement der Kirchengemeinde und ihres Vorstandes. „Das ist spitzenmäßig“, erklärte Nolte.

Die neu aufgestellten Hinweistafeln erinnern an den Verlauf und die Entstehung des Kreuzweges. Dieser war unter großer Anteilnahme der Warburger Bevölkerung am 8. August 1858 eingeweiht worden, nachdem die vermögende und in Paris lebende Schwester des Warburger Bürgermeisters Heinrich Fischer, Anna Maria Victoria Charvin, die Übernahme aller Kosten zugesagt hatte. Ihre Spende von 1500 Talern – das Jahresgehalt des Bürgermeisters betrug damals 500 Taler, der Haushalt der Stadt Warburg 10.000 Taler – ermöglichte die Errichtung der 14 Stationen.

Für Heimatpreis beworben

„Dieses Geschenk an die Hansestadt wurde bei der Einweihung von 4000 Christen mit einer Prozession gewürdigt“, berichtet Werner Reineke. Die Zinserträge daraus sollten für die jährliche Prozession verwendet werden, die bis in die 1980er Jahre am Fest „Kreuzerhöhung“ alljährlich im September stattgefunden hat.

In den vergangenen Jahren sind Mitglieder des Kirchenvorstandes ehrenamtlich damit beschäftigt gewesen, den Kreuzweg zu pflegen, die Sträucher und Bäume entlang des Weges zurückzuschneiden. Im Herbst dieses Jahres soll das wieder passieren. Mit seinem jahrelangen Bemühen, den Kreuzweg zu erhalten, hat sich der Kirchenvorstand nun auch für den Heimatpreis 2021 der Hansestadt Warburg beworben.

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