Warburger Unternehmen sichert sich Millionenauftrag
Riesen-Rührwerk nach Südamerika

Warburg (WB/vah). Das Unternehmen Stelzer Rührtechnik hat erneut einen großen Auftrag an Land gezogen. Wie die Firma aus dem Lütkefeld in einer Pressemitteilung berichtet, werde nun für etwa zwei Millionen Euro ein Rührwerk nach Südamerika geliefert.

Samstag, 05.09.2020, 03:00 Uhr
Mit dem neuen Rührwerk aus Warburg will ein Kunde in Südamerika extrem zähe Polymere herstellen. Die Bauteile werden in den kommenden zehn Monaten in Warburg gefertigt, teilt das Unternehmen in einer Pressemeldung mit. Foto: Stelzer

„Gerade in diesen schwierigen Corona-bedingten Zeiten ist das ein fantastischer Erfolg für uns“, sagt Geschäftsführer Oliver Tappe. „Den Auftragseinbruch und Kurzarbeit wie in anderen Firmen haben wir zum Glück bisher noch nicht gehabt. Unser Vorteil ist: Wir sind recht breit aufgestellt“, ergänzt Vertriebsdirektor Jürgen Rasch.

Bereits vor einigen Wochen hatte das Warburger Unternehmen (62 Mitarbeiter) mitgeteilt, dass der größte Auftrag der 74-jährigen Firmengeschichte an Land gezogen worden sei: Bauteile für die weltgrößte Bioraffinerie zur Gewinnung von Ethanol im Wert von mehr als zwei Millionen Euro. Der neue Deal ist fast ebenso groß und beinhaltet den Bau und Verkauf von Rührwerken, die nach Südamerika gehen.

Technische Weiterentwicklungen eingesetzt

Die Bauteile werden in den kommenden zehn Monaten bei Stelzer gefertigt und sukzessive nach vorgegebenem Kundenplan über den Ozean geliefert. „Uns ist es gelungen, diesen Auftrag als Folgeprojekt einer etwas kleineren Vorlieferung nach Singapur zu gewinnen“, heißt es in der Pressemitteilung der Firma weiter. Allerdings kopiere Stelzer hier nicht etwa nur bereits Geliefertes, sondern setze seine technischen Weiterentwicklungen ein, um dem Kunden, der zum größten Chemiekonsortium der Welt gehöre, einen Maximalwert zu bieten.

Die Rührwerke werden dann in Südamerika eingesetzt, um hochviskose (extrem zähe) Polymere herzustellen, die dann speziell für den Endkunden zur diversen Weiterverarbeitung zur Verfügung stehen, berichtet Jörg-Peter Lindner, Technischer Leiter.

Rührwerke mit Gewichten von bis zu 15 Tonnen

Die Lieferung nach Südamerika beinhalte fast ausschließlich riesige Reaktorrührwerke, die auf entsprechend große Reaktionsbehälter von oben aufgebaut oder von unten montiert werden. Der Anspruch dabei sei erheblich.

Rührwerke mit Gewichten von bis zu 15 Tonnen von unten an einen Behälter so zu montieren, dass der Kunde problemlos vor Ort zum Beispiel Rührwellendichtungen wechseln könne, bedinge erhebliches konstruktives Know-How. Bei dem Stelzer-Rührwerk könne das Getriebe, bei dem allein der Motor bis zu neun Tonnen wiege, auf Schienen unter dem Behälter weggefahren werden. „Das können nicht mal die großen amerikanischen Konkurrenten so ohne weiteres leisten“, berichtet Stelzer weiter.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7565090?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516019%2F
Neuer Arminia-Präsident am 3. Dezember
Hans-Jürgen Laufer ist seit August 2013 DSC-Präsident – und noch bis zum 3. Dezember 2020. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker