Verkaufsoffener Sonntag entfällt – Hanse informiert ihre Mitglieder
Läden bleiben am 4. Oktober zu

Warburg (WB). Der verkaufsoffene Sonntag am 4. Oktober entfällt. Das hat die Warburger Hanse ihren Mitgliedern am Dienstagnachmittag mitgeteilt. Zudem sei unklar, ob der Warburger Wintergenuss ausgerichtet werden könne. Die Veranstaltung ist für den 5. und 6. Dezember geplant, für den 6. Dezember ist auch ein weiterer verkaufsoffener Sonntag vorgesehen.

Mittwoch, 02.09.2020, 03:07 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 14:06 Uhr
Der verkaufsoffene Sonntag am 4. Oktober in Warburg entfällt. Foto: Daniel Lüns

„Noch in der letzten Woche galt, dass die Sonntagsladenöffnung wegen der landesweiten gravierenden Auswirkungen der Corona-Pandemie ohne Anlassbezug zulässig ist. Deshalb sind wir davon ausgegangen, dass wir am 4. Oktober öffnen dürfen und den geplanten ‚Tag der Regionen – Warburger Erntedankmarkt‘ durchführen können“, teilt die Lenkungsgruppe der Warburger Hanse um Wilm Pollmann, Karin Jakobs und Leif Leifeld mit. Der Erntedankmarkt wie auch der offene Sonntag fallen nun aus.

Erlass des Ministeriums

Rechtlich gesehen muss es für einen verkaufsoffenen Sonntag einen Anlass geben, wie zum Beispiel ein Stadtfest. Durch die Corona-Pandemie sind 2020 bisher aber die meisten dieser Feste ausgefallen – damit war den geplanten verkaufsoffenen Sonntagen der Anlass entzogen worden.

Das NRW-Wirtschaftsministerium unter Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (FDP) hatte daher erlassen, dass Händler an Sonntagen auch ohne die Verbindung zu einem Fest öffnen dürfen. Bis zum Ende des Jahres durften Kommunen vier verkaufsoffene Sonntage zulassen, sofern Corona vor Ort den lokalen Handel gefährde.

„Höchst bedauerlich“

In Lemgo und Bad Salzuflen wurde von diesem Erlass Gebrauch gemacht und verkaufsoffene Sonntage wurden genehmigt. Dagegen hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster geklagt. Mit Erfolg. Am Freitag hatte das OVG die Verordnungen der Städte außer Vollzug gesetzt. Die Beschlüsse sind nicht anfechtbar. Daher zog die Warburger Hanse nun die Reißleine.

„Höchst bedauerlich“, nennt Pollmann diese Entwicklung. Zumal der verkaufsoffene Sonntag am 4. Oktober schon fast in trockenen Tüchern gewesen sei. „Wir hatten ja schon diverse Gespräche geführt und organisiert“, ergänzt er.

Bummel mit der Familie

Für das Vorgehen von Verdi habe er wenig Verständnis. „Das war für viele ein Umsatzgarant. Das wird von Handel und Kunden vermisst“, sagt Wilm Pollmann über den zusätzlichen Öffnungstag. Der werde zum Beispiel von Familien für einen Bummel genutzt.

Das Wohl von Mitarbeitern sei ihm wichtig, „aber durch Corona sind ja viele verkaufsoffene Sonntage ausgefallen. Wenn wir die jetzt ausgerichtet hätten, dann wäre es doch im Rahmen geblieben“, sagt Pollmann.

Ein Kommentar von Jürgen Vahle

Es bleibt ein Trauerspiel, was sich die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bei der Frage der verkaufsoffenen Sonntage leistet. Die Menschen sehnen sich nach Normalität, nach einem Stück Zuversicht, nach einem Zeichen, dass es wieder aufwärts geht. Ein solcher Verkaufssonntag, zumal noch zur Zeit der ausgefallenen Oktoberwoche, wäre ein positives Signal gewesen. Und da kommt Verdi und sorgt mit ihrer Klage dafür, dass viele Händler, deren Mitarbeiter und Kunden enttäuscht sind.

In Städten wie Warburg geht es nicht darum, dass sich die Einzelhändler die Taschen vollstopfen und ihre Mitarbeiter ausnutzen. Hier geht es um die Existenz des stationären Handels in einem Mittelzentrum, es geht um Arbeitsplätze – und am Ende auch um Mitgliedschaften bei Verdi. Angekommen ist das noch nicht.

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