Geschäftsstelle in Marsberg schließt – Mitarbeiter und Kunden wechseln nach Warburg
Commerzbank-Filialen werden zusammengelegt

Warburg (WB). Die Commerzbank legt ihre Filialen in Warburg und Marsberg zusammen. Die Geschäftsstelle in Marsberg – seit März wegen Corona bereits dicht – wird Ende dieses Jahres endgültig geschlossen. Deren Mitarbeiter sollen ab Januar 2021 in Warburg arbeiten.

Dienstag, 01.09.2020, 22:00 Uhr
In der Krise sparen die Warburger ihr Geld lieber, als es in Wertpapieren anzulegen, sagt Filialleiter Holger Bange. Foto: Ralf Benner

Von der Hansestadt aus würden dann auch die Marsberger Kunden des Geldinstituts weiter betreut. Das teilte Holger Bange, Marktbereichsleiter der Commerzbank in Warburg, dem WESTFALEN-BLATT mit.

„Ich sehe durch diese Zusammenlegung den Standort Warburg deutlich gestärkt.“

Holger Bange

„Ich sehe durch diese Zusammenlegung den Standort Warburg deutlich gestärkt“, erklärte Bange – auch vor dem Hintergrund, dass erst vor wenigen Monaten die Filiale der Sparda Bank in der Hansestadt geschlossen wurde.

Die Commerzbank-Geschäftsstelle in der Hauptstraße sei dagegen weiter auf Wachstumskurs. „Seit Beginn dieses Jahres haben wir 225 neue Kunden gewinnen können“, sagte der Marktbereichsleiter.

Studie zum Sparverhalten

Anlass des Pressegesprächs war eigentlich eine bundesweite Studie zum Sparverhalten nach zehn Jahren Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB), die das Geldinstitut in Auftrag gegeben hatte.

Nach der Finanzkrise 2008/2009 hatten die Zentralbanken weltweit die Leitzinsen gesenkt. Das Ziel: mit niedrigen Zinsen die Weltwirtschaft wieder anzukurbeln.

„Corona hat dazu geführt, dass die EZB ihre Niedrigzins-Strategie nicht nur beibehält, sondern sogar noch stärker verfolgt“, erklärt Holger Bange.

Verunsicherung durch Corona

Corona verunsichere auch in Warburg viele Bankkunden, die Börsenturbulenzen der vergangenen Wochen hätten viele in ihrer skeptischen Haltung gegenüber Wertpapieren bestätigt. Das Geld werde lieber aufs Sparbuch gelegt.

„Wir verwalten allein hier in Warburg 24,3 Millionen Euro an privaten Einlagen – und das komplett unverzinst. Wer jetzt nicht handelt, zahlt spätestens in einigen Jahren die Zeche und gefährdet seine mühsam angesparte Altersvorsorge“, betonte Bange. Denn die wachsende Inflation fresse das Vermögen der Sparer weiter auf.

„Wer aber den Mut hat, in Wertpapiere zu investieren, sollte mittelfristig eine ordentliche Rendite erzielen“, ist Bange überzeugt. Denn die gebe es seit zehn Jahren nicht mehr auf Spareinlagen oder Termingelder.

Seine Handlungsempfehlung: Zwei bis drei monatliche Nettoeinkommen sparen, den Rest breit gefächert anlegen.

Er habe ganz subjektiv den Eindruck, dass es überwiegend ältere Menschen seien, die ihr Geld in diesen turbulenten Zeiten sparten, während jüngere Leute verstärkt konsumieren würden, so Bange.

Dass der Umgang mit Geld, der sich in den vergangenen zehn Jahren deutlich verändert habe, abhängig vom Alter der Kunden ist, belege die vorliegende Studie allerdings nicht. Wohl aber den Trend zu mehr Konsum.

Konsum für Genuss und Lebensfreude

Während in NRW nur 16 Prozent der Befragten mehr in Wertpapieren anlegten, konsumierten 55 Prozent mehr. Es würde mehr für Genuss und Lebensfreude ausgegeben, Konsumgüter wie Autos, hochwertige Küchen oder technische Geräte gekauft.

Dafür würden auch vermehrt Ratenkredite aufgenommen: „Wir verzeichnen in Warburg einen Anstieg des Ratenkreditvolumens von 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.“

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