Auf Schönwetterphase nicht reagiert – Stadtwerke bitten um Verständnis
Ärger um die Zeiten des Waldbads

Warburg (WB/vah). Seit Anfang Juni ist das Waldbad wieder geöffnet. Unter erschwerten Bedingungen und mit den nötigen Schutzmaßnahmen vor dem Corona-Virus sowie mit reduzierten Zeiten. Doch vor allem die Schließzeiten gefallen nicht allen Badegästen – zumal, wenn es draußen dauerhaft heißer als 30 Grad ist. Die Stadtwerke als Betreiber bitten um Verständnis.

Mittwoch, 12.08.2020, 05:00 Uhr
Im Waldbad gelten weiter strenge Sicherheitsauflagen. So sind die Sprungtürme gesperrt. Foto: Jürgen Vahle

Brigitte und Heiner Jakubetz aus Daseburg ärgern sich trotz allem über die „sagen wir mal etwas ungewöhnlichen Öffnungszeiten“, wie sie in einem Brief an das WESTFALEN-BLATT mitteilen. Die Frühschwimmer dürften nur jeden zweiten Tag von 7 bis 9 Uhr schwimmen. Am Wochenende, dürften sie das gar nicht, „was kaum nachzuvollziehen ist“, heißt es weiter. Von 14 Uhr an beginne dann der Schwimmbetrieb für all jene, die noch nicht um 7 Uhr ins Becken springen könnten oder wollten. Doch diese Öffnungszeiten seien doch sehr gewöhnungsbedürftig und in anderen Schwimmbädern werde das „kundenfreundlicher gehandhabt“, kritisiert Familie Jakubetz.

„Gipfel der Unflexibilität“

Doch damit nicht genug: „Den Gipfel der Unflexibilität“ hätten sie in der vergangenen Woche um 14.20 Uhr erlebt. Auf dem Weg zum Waldbad „kamen uns schon verärgerte Leute entgegen. Es wurde keiner mehr in das Bad eingelassen, da die erlaubte Personenzahl von 100 erreicht war“, schreibt das Ehepaar aus Daseburg weiter. „Seit Tagen werden in der Wetterprognose für die nächste Zeit hohe Temperaturen vorhergesagt. Wie unflexibel muss ein Betrieb sein, um nicht auf so eine Prognose zu reagieren?“ Die Stadtwerke hätten wenigstens für diese kurze Zeit die Öffnungszeiten des Waldbades ändern können, um den Andrang zu entzerren. „In unseren Augen ist es nicht nachvollziehbar, wenn stur an dem einmal erstellten Konzept festgehalten wird“, schreibt Familie Jakubetz und glaubt, dass viele Waldbadnutzer das ähnlich sehen.

Nur ein eingeschränkter Betrieb möglich

Die Warburger Stadtwerke haben gestern auf die Vorwürfe reagiert und um Verständnis gebeten. Es sei von Beginn an klar gewesen, dass mit dem vorhandenen Personal und den zusätzlichen Aufwänden beispielsweise durch das dauerhafte Desinfizieren von Kontaktflächen nur ein eingeschränkter Betrieb möglich sei, sagte der 1. Beigeordnete Klaus Braun, der auch Geschäftsführer der Stadtwerke ist. „Wir sind froh, dass wir das Bad überhaupt öffnen konnten. Andere Städte haben sie gleich geschlossen gelassen“, berichtete er.

Er könne verstehen, dass der Wunsch beim derzeit guten Wetter groß ist. „Normalerweise haben wir damit auch keine Probleme und in der Vergangenheit auch schon oft die Badezeiten in dieser Phase ausgedehnt“, sagte Braun. Aber in diesem Jahr würde das Größenordnungen annehmen, „die wird mit unserem Personal nicht mehr stemmen können“, so Braun. Auch die Zahl von 100 Badegästen sei nicht verhandelbar.

Klaus Braun glaubt übrigens, dass die große Mehrheit der Badegäste zufrieden ist. Der Brief der Daseburger Familie sei die erste Beschwerde dieser Art.

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