Normal ist gar nichts: Erschwerter Schulbeginn nach den Sommerferien
Ersatzmasken in der Brotdose

Warburg (WB). Unter erschwerten Bedingungen startet heute auch im Warburger Land wieder der Schulunterricht. Nach wochenlangem Homeschooling am PC zu Hause und nur sehr vorsichtig erteiltem Unterricht vor den Sommerferien kommen nun wieder alle Schüler zum Lernen in die Schulen. Aber normal ist dort gar nichts.

Mittwoch, 12.08.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 12.08.2020, 05:03 Uhr
An diesem Mittwoch starten die Schulen. Am Donnerstag ist auch für die Erstklässler erster Schultag. Doch auch nach den Sommerferien gelten wegen der Corona-Pandemie Sicherheitsbestimmungen. Lerngruppen sollen sich möglichst nicht begegnen. Foto: Oliver Schwabe

Größte Aufgabe: Der Unterricht muss so organisiert werden, dass sich Schüler unterschiedlicher Lerngruppen möglichst nicht begegnen, damit Infektionsketten nachvollzogen und bei einem Krankheitsfall nicht die gesamten Schule wieder geschlossen werden muss. Kinder mit Erkältungen und anderen Krankheiten dürfen gar nicht erst kommen.

Hüffertgymnasium

Das Warburger Hüffertgymnasium hat die Eltern am Montagabend in einem mehrseitigen Schreiben auf die besonderen Bedingungen und die getroffenen Vorsichtsmaßnahmen hingewiesen. „Jedes Mitglied der Schulgemeinde kann sich die Herausforderungen bei der Umsetzung der Vorgaben des Ministeriums vorstellen“, schreibt Schulleiterin Susanne Krekeler.

Größte Neuerung an der Hüffert wie auch an den anderen Schulen: Die Kinder müssen mit Betreten des Schulgeländes eine Maske tragen – und das den ganzen Tag hindurch auch im Unterricht. Desinfektion am Eingang, im Schulgebäude und auf den Toiletten steht bereit – und soll auch genutzt werden.

Am Hüffertgymnasium sind die Eltern zudem gebeten worden, ihrem Kind pro Schulstunde je eine frische Maske mitzugeben. Außerdem werden zwei mit Namen und Klasse beschriftete Brotdosen für die Mund-Nase-Bedeckungen benötigt: eine für die frischen Masken, eine für die gebrauchten. Maskenwechsel ist dann nach jeder Schulstunde. Dass die Brotdosen auch tatsächlich da sind, wird von den Klassenlehrern kontrolliert.

Auch die Pausen werden neu geregelt: Zeitversetzt und nach Alter/Klasse sortiert wird den Kindern jeweils ein anderer Bereich des Schulgeländes zugewiesen. Somit werden aus Sicherheitsgründen auch Flächen zu Pausenhöfen, die dafür eigentlich gar nicht genutzt werden. Die Pausenhalle des Gymnasiums dient in den kommenden Wochen nur als Durchgangsstation – und zwar – wie schon beim vorsichtigen Neubeginn vor den Ferien – im Einbahnstraßen-Modus. Da das im Altbau der Schule gar nicht möglich ist, gilt dort ein Rechtsverkehr: Die Treppe hoch zu den Klassen geht es nur auf der rechten Seite, hinunter ebenfalls.

Gymnasium Marianum

Das Gymnasium Marianum hat eine Art Fahrplan aufgestellt, wie sich die Kinder zu benehmen haben. „Wir halten uns an die Regeln – und bleiben gemeinsam gesund“, appelliert Schulleiter Frank Scholle auf der Homepage. Das geht mit dem Desinfizieren der Hände am Eingang los. Von dort aus müssen die Kinder direkt und mit Maske zum Unterrichtsraum. In den Pausen bleiben die Kinder in ihrer Gruppe in den Klassenräumen oder werden nur gemeinsam auf den Schulhof geführt, damit es kein Kontakt zu anderen Klassen oder Kursen gibt.

Am Marianum (wie auch an den anderen Schulen) dürfen die Kinder nur auf dem ihnen zugewiesen , nummerierten und protokollierten Platz sitzen. Zur Toilette geht es nur einzeln und nur durch das große zentrale Treppenhaus. Nebengänge sind tabu.

Frank Scholle setzt auf Selbstdisziplin der Kinder: „Wenn sich alle an die Regeln halten und auf ihre persönliche Schutzzone im 1,5-Meter-Radius achten, haben wir die Hauptrisiken einer möglichen Ansteckung maximal gemindert.“

Sekundarschule Warburg

An der Sekundarschule Warburg mit Standorten in Warburg und Borgentreich sind feste Treffpunkte für die Klassen eingerichtet worden, an denen sich die Kinder vor der Schule und zu den Pausen treffen. Auch hier gelten natürlich die Maskenpflicht, die Abstandsregeln und feste Sitzplätze. „Alle Schüler sollten immer auch eine Ersatzmaske bei sich tragen. Wer sich nicht an die Maskenpflicht hält, muss von den Eltern abgeholt werden“, mahnt Schulleiterin Claudia Güthoff. Zudem wird an den Sekundarschule auch der Masernschutz der Kinder überprüft. Eine Kopie des Impfausweises müssen die Mädchen und Jungen zu Schuljahresbeginn dabei haben.

Grundschulen

Der Schulbeginn an den Grundschulen sei in der Runde der Schulleitungen der Einrichtungen im Kreis Höxter intensiv vorbereitet worden, schreibt Schulleiterin Birgitt Vonde von der Graf-Dodiko-Schule in Warburg mit Teilstandorten in Ossendorf und Daseburg an die Eltern. Der Ablauf ist also an allen Schulen ähnlich. Der Unterricht soll vornehmlich von Klassenlehrern erteilt werden. Wechselndes Personal ist nur in Ausnahmen vorgesehen. Auch bei den Erst- bis Viertklässlern gilt eine Maskenpflicht – allerdings nur auf dem Schulgelände und in den Fluren. Auf dem nummerierten Sitzplatz kann die Maske bei den Grundschülern abgenommen werden.

„Jedes Kind soll zwei Masken und einen Aufbewahrungsbeutel/Dose dabei haben. Das gehört ab jetzt zur Grundausstattung“, mahnt Birgitt Vonde. Die Kleinen nutzten nach Absprache unterschiedliche Eingänge, um in die Klasse zu kommen. Außerdem werden sie von Lehrern auf den Pausenhof in ihren Bereich geführt und auch zur Bushaltestelle geführt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7530617?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516019%2F
Arabis Volltreffer
Samir Arabi stellte sich im ZDF-Sportstudio den Fragen von Moderatorin Dunja Hayali. Foto: Starke
Nachrichten-Ticker