Gaststätte in der Warburger Altstadt muss wegen Corona nun doch nicht schließen
„Pils Quelle“ sprudelt weiter

Warburg (WB). Es gibt sie noch, die gute Nachricht in Zeiten von Corona: Detlef und Oksana Rasche werden die Gaststätte „Pils Quelle“ in der Warburger Altstadt weiter betreiben. Nach einem Gespräch mit dem Verpächter sowie nach den zahlreichen Reaktionen der Gäste auf die im WESTFALEN-BLATT angekündigte Schließung der Gaststätte, die alle ihre Solidarität zeigten, sieht der Nebenerwerbsgastwirt nun wieder „Licht am Ende des Tunnels“.

Dienstag, 11.08.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 11.08.2020, 05:02 Uhr
Gastwirt Detlef Rasche hat die Tische eingedeckt. Es geht nun doch weiter in der Altstädter „Pils Quelle“, darüber sind auch die Gäste froh. Noch sind die Listen zur Erfassung der Besucher nötig. Detlef Rasche achtet auf die Einhaltung aller Regeln. Foto: Astrid E. Hoffmann

Schweren Herzens hatte sich das Pächterpaar Detlef und Oksana Rasche im Juni dazu entschlossen, die Gaststätte zu schließen. Zu dem Zeitpunkt, so Detlef Rasche, wäre es noch gegangen, ohne Schulden machen zu müssen. Die „Pils Quelle“ war für das Ehepaar immer eine Herzenssache, doch durch die Corona bedingte zeitweise Schließung und die dann einzuhaltenden Regeln, sahen die beiden keinen Ausweg.

Viele Gäste bedauerten Schließungspläne

Viele Stammgäste, aber auch Besucher, die die gutbürgerliche Küche zu schätzen wissen, bedauerten das sehr. Der Hauseigentümer habe sich bei Detlef Rasche gemeldet, nachdem er den Bericht in dieser Zeitung gelesen hatte, und so setzten sich alle noch einmal gemeinsam an einen Tisch.

„Es war nicht nur der Umsatz, der durch die Pandemie weggebrochen ist, es gab auch in den Räumlichkeiten Einiges, dass im Argen lag“, berichtet Detlef Rasche. Einiges liegt in der Verantwortung des Eigentümers, bei anderen Dingen war der 49-jährige Mieter bereit, die Ärmel hoch zu krempeln. „Die Fenster sind sehr schön, aber undicht. Die Wappen in der Bleivergasung sind ein Hingucker“, erläutert der Wirt. Hier soll nun Abhilfe geschaffen werden: Es werden Fensterelemente von innen davor gesetzt. Darum werde sich der Hauseigentümer kümmern. „Dann können die Gäste wieder ohne Luftzug ihr Pils genießen“, freut sich der Wirt.

Die ersten Feiern sind schon gebucht

Selbst in die Hand genommen hat Rasche die Schleifmaschine und damit die Kieferdielen abgeschliffen. In hellem Glanz wirkt der Raum nun schon viel freundlicher. Mit weißen Tischdecken und wieder erlaubten Blumen eingedeckt, sollen sich die Gäste an den Tischen nun richtig wohl fühlen.

Scharf rechnen müsse das Paar natürlich trotzdem, doch die ersten Feiern seien schon gebucht. „Davon leben wir schließlich. Das Tagesgeschäft hält uns nicht über Wasser, ist uns aber sehr wichtig“, sagt der Familienvater.

Seine Frau Oksana fühlt sich im Service und vor allem in der Küche in ihrem Element. Dort brutzelt sie auch die beliebten Bratkartoffeln zu allerlei Schnitzelvariationen. „Wir haben so viel Zuspruch bekommen, das bestärkt uns einfach, es doch weiter zu versuchen“, sind die Rasches dankbar für die vielen positiven Rückmeldungen der Gäste. Geöffnet ist täglich außer sonntags von 17 Uhr bis 23 Uhr. Warme Küche gibt es in der Zeit zwischen 18 und 21 Uhr.

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