Brauerei Kohlschein stellt Limonade in drei Sorten und alkoholfreies Radler vor
Die Brause von hier

Warburg (WB). Mitten in der Corona-Krise hat die Brauerei Kohlschein investiert und die Produktpalette erweitert. Seit Donnerstag werden neben dem bekannten „Bier von hier“ unter dem Namen „Kohlschein-Brause“ auch Brauerei-Limonaden in den Geschmacksrichtungen Orange, Zitrone und Cola-Mix angeboten. Außerdem ist ein alkoholfreies Radler „made in der Kuhlemühle“ vorgestellt worden.

Freitag, 07.08.2020, 23:30 Uhr
Braumeister Peter Schießl und Brauereichef Michael Kohlschein (von links) haben die neuen Produkte des Unternehmens vorgestellt. Geplant war ihre Einführung für die kommenden Jahre, Corona hat diesen Prozess beschleunigt. Foto: Jürgen Vahle

Den kleinen Brauereien in Deutschland bläst der Wind in der Coronazeit mächtig ins Gesicht. Durch den Ausfall von Volks- und Schützenfesten brechen große Teile des Fassbiergeschäftes weg. Für die Brauerei Kohlschein, die 40 Prozent ihres Jahresumsatzes mit Fassbier macht, gilt das in besonderer Weise.

Biergarten ersetzt „Umsatz eines kleinen Königsschießens“

Doch die Kohlscheins wollen kein Mitleid. Sie haben sich zusammengesetzt und überlegt, wie sie die Krise abfedern können. „Gar nichts zu machen, ist ja das Verkehrteste“, sagt Brauereichef Michael Kohlschein. Vorhaben, die für die kommenden Jahre geplant waren, sind nun vorgezogen worden. Neben der Einrichtung eines Biergartens, der am Wochenende immerhin den „Umsatz eines kleinen Königsschießens“ ersetze, sind nun die neuen Produkte vorgestellt worden.

Limonade hat die Brauerei Kohlschein bereits in den 1970er Jahren unter dem Namen „Ravilla Lemon“ und „Ravilla Orange“ produziert. „Die Älteren werden sich sicher noch daran erinnern“, hofft Brauereichef Michael Kohlschein. Mit dem Umzug aus der Innenstadt in die Kuhlemühle bleib für das Produkt aber keine Zeit mehr, zumal auch der Biermarkt wuchs. Ganz ad acta gelegt waren die Pläne für eine Limo aber nie, und im Sprachschatz der Warburger wird ja auch immer noch scherzhaft von „Kohlschein-Brause“ gesprochen – obwohl damit seit Jahrzehnten eher das Bier gemeint ist. Nun gibt es wieder das Original-Produkt zum Namen – seit Mai haben die Kohlscheins und Braumeister Peter Schießl an der Entwicklung der Brause gearbeitet.

Keine Billigbrause, die am Ende auch nur billig schmeckt

Das neue Produkte besteht aus Limonade mit einem intensiven Fruchtaroma, das ohne Konservierungsstoffe und mit Rübenzucker aus der Region hergestellt und in den bekannten braunen Bierflaschen abgefüllt wird. Vom Bier zu unterscheiden ist die Limonade ganz leicht: Sie wird in einer grünen 20er-Kiste mit gelben Schriftzug ausgeliefert. Die Flaschen haben je nach Sorte einen braunen, gelben oder roten Kronkorken. Haltbar gemacht wird die Limo durch ein heute nur noch selten angewandtes Pasteurisierungsverfahren. Die Flaschen werden auf 64 Grad erhitzt. Das tötet Keime ab und gibt der Limo den letzten Geschmacksschliff.

Die Kiste Brause kostet 12,50 Euro. Das sei sicher kein Preiskracher. „Aber es ist auch keine Billigbrause, die am Ende auch nur billig schmeckt“, wirbt Braumeister Peter Schießl für seine Kreation.

Alkoholfreier Radler als „guter Durstlöscher“

Das alkoholfreie Radler hingegen, das ebenfalls vor dem Wochenende vorgestellt wurde, sei „ein guter Durstlöscher für Erwachsene“, wie Michael Kohlschein betont. Obwohl nahezu kein Alkohol enthalten ist, sieht sich der Brauereichef in der Pflicht, darauf hinzuweisen. „Kinder sollen die Brause nehmen.“

Das Radler ist eine Mischung aus naturtrübem Warburger Bier und Zitronenlimonade. Es soll die Produktpalette der Brauerei ergänzen, in der es ja bereits das Landradler mit wenig Alkohol und ein Weißbier ohne Alkohol gibt.

Stolz ist die Familie Kohlschein auch auf die Entwicklung ihres Nischenprodukts „Brewhouse Gin“, der von Franz-Axel Kohlschein und Mitarbeiter Patric Quabeck entwickelt worden ist. Mittlerweile sei nicht nur die vierte Charge (á 500 Flaschen) produziert worden, der Gin sei auch preisgekrönt. Bei dem „Meininger Spirits Award“, einem der wichtigsten Wettbewerbe in Deutschland, holte wurde er mit Gold bewertet und landete in seiner Kategorie landesweit auf Platz zwei.

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