Tatjana Lütkemeyer (Bürger Union) will Bürgermeisterin von Warburg werden
Schützenkönigin mit Schwung

Warburg (WB). Vor vier Jahren hat sie ihrer Heimatstadt Berlin den Rücken gekehrt, ist die Hansestadt zu ihrer neuen Heimat geworden. Von der Spree ist die Gastronomin an die Diemel gezogen. „Ich bin von ganzem Herzen eine Warburgerin“, sagt sie heute. Nun will Tatjana Lütkemeyer (Bürger Union) auch die Bürgermeisterin von Warburg werden.

Donnerstag, 06.08.2020, 22:33 Uhr aktualisiert: 06.08.2020, 22:40 Uhr
Tatjana Lütkemeyer, amtierende Schützenkönigin in Warburg, strebt das Bürgermeisteramt an. Ihr Mann Hans-Stefan steht voll hinter ihr, stärkt ihr bei der Kandidatur den Rücken. Foto: Ralf Benner

Ihrem Mann Hans-Stefan, den sie in der Bundeshauptstadt kennen und lieben lernte, ist die gelernte Pferde-Verhaltenstherapeutin nach Warburg gefolgt. Für den gebürtigen Warburger, der einige Jahre in Berlin verbracht hat, war es die Rückkehr in die Heimat. Seit vier Jahren führt die 45-Jährige das Musikcafé zur Tenne in der Warburger Altstadt. Den Gastronomiebetrieb hat die Mutter von zwei Kindern (24 und 22 Jahre) mit Unterstützung ihres Mannes, der als Bauunternehmer tätig ist, selbst aufgebaut. Als Bürgermeisterin will sie über alle Partei- und Ortsgrenzen hinweg „Hand in Hand“ mit den Bürgern die Zukunft Warburgs gestalten und „mit viel Herzblut dafür kämpfen“.

Frau steht zur Wahl

Auf den letzten Drücker hat Tatjana Lütkemeyer für die Bürger Union ihren Hut als Bürgermeisterkandidatin in den Ring geworfen. „Jetzt sind es nur noch zwei, wenn nicht jetzt, wann dann“, habe sie sich gesagt, als Norbert Senges (AfD) als Bürgermeisterkandidat für viele überraschend einen Rückzieher gemacht habe. Damit tritt zum ersten Mal in der Geschichte der Hansestadt eine amtierende Schützenkönigin an, um Stadtoberhaupt zu werden.

Es sei ihr wichtig, dass sich eine Frau zur Wahl stellt. Zu selten sei das in der Vergangenheit der Fall gewesen. Für ihre Entscheidung, das Bürgermeisteramt anzustreben, habe dieser Umstand durchaus eine große Rolle gespielt. Und die Tatsache, dass ihr Mann voll hinter ihr stehe und ihr bei der Kandidatur den Rücken stärke.

Aus Dornröschenschlaf wach küssen

Welche Eigenschaften sie für das verantwortungsvolle Amt eines Stadtoberhaupts mitbringt? „Ich bin direkt, ehrlich, kritikfähig und besitze Durchsetzungsvermögen – manchmal auch mit großer Wuppe“, charakterisiert sie sich selbst. „Was ich mir vorstelle, will ich auch wuppen und umsetzen.“ Ihr Mann nickt zustimmend und schmunzelt. „Zielstrebig ist sie“, sagt Hans-Stefan Lütkemeyer.

Seine Frau will mit ihrer Kandidatur für „neuen Schwung und frischen Wind“ sorgen, „Warburg aus dem Dornröschenschlaf wach küssen“. Dass sie und ihr Mann Hans-Stefan für die eine oder andere Überraschung gut sind, haben sie schon mehrfach unter Beweis gestellt. Erinnert sei hier daran, wie das Königspaar das Schützenfest inklusive eigener Hochzeit zelebriert hat oder an die vorerst gescheiterten Pläne, auf dem Warburger Neustadtmarktplatz ein Café mit Außengastronomie zu etablieren. Aufgegeben hat Tatjana Lütkemeyer letzteres nicht, sie will an ihren Plänen festhalten, den Neustadtmarktplatz zu beleben. „Es kommt jetzt alles darauf an, wie die Stadtplaner nun das Innenstadt-Konzept gestalten wollen, dass die CDU auf den Weg gebracht hat.“

Mentalitätswechsel

Im Behördenhaus will die Altstädterin für einen Generations- und Mentalitätswechsel sorgen, Dazu gehöre für sie auch ein respektvoller und menschlicher Umgang in der Gemeinde. „Ich spreche lieber von Gemeinde, auch die Ortsteile sind für mich Gemeinden, denn Gemeinde kommt von gemeinsam. Nur so und im Dialog können wir die Dinge anpacken.“

Für Kritiker oder politische Mitbewerber, die ihr vorhalten, nur aus Spaß zu kandidieren und ihr die Ernsthaftigkeit absprechen, die nötig ist, um eine Stadtverwaltung zu führen, hat sie kein Verständnis. „Es ist mir Ernst mit dieser Kandidatur, ich bin keine Verlegenheitskandidatin und mache das hier auch nicht zum Scherz.“ Sie sei seit vier Jahren Geschäftsführerin des gut laufenden Musikcafés zu Tenne, betreibe das Büro und die Buchhaltung im Bauunternehmen ihres Mannes und sei zudem mit dem Crêpes-Stand auf den Märkten in der Region unterwegs. „Ich trage damit Verantwortung für drei Unternehmen und weiß, wie man sie führt“, sagt Tatjana Lütkemeyer selbstbewusst. Sie verfüge zwar über keine Verwaltungserfahrung, doch dafür gebe es schließlich die Fachbereichsleiter und Experten in der gut aufgestellten Stadtverwaltung, auf die sie bauen könne.

Keine wahllosen Walversprechen

Wahllos Wahlversprechen werde sie vor der Kommunalwahl nicht machen. Sie will die Zeit nutzen, um mit Vereinen, Verbänden, Firmen, Einzelhändlern und Gastronomen ins Gespräch zu kommen. „Ich möchte wissen, wo der Schuh drückt und was ich als Bürgermeisterin für die Menschen in unserer Stadt tun kann.“

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