Tobias Scherf (CDU) bewirbt sich um das Warburger Bürgermeisteramt
„Das Glas ist immer halb voll“

Warburg (WB). Das Rondell an der Flüglerkanone ist in den vergangenen Wochen so etwas wie sein Lieblingsplatz geworden. Von hier aus habe man einen hervorragenden Blick auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Stadt. Warburgs Vergangenheit schätzt Tobias Scherf, die Gegenwart und Zukunft möchte er gestalten. Der 51-jährige CDU-Politiker will neuer Bürgermeister werden.

Samstag, 01.08.2020, 13:50 Uhr aktualisiert: 01.08.2020, 13:52 Uhr
Tobias Scherf (51) geht seine Kandidatur um das Amt des Warburger Bürgermeisters mit großer Ernsthaftigkeit an. Seit Ende Mai hat er Urlaub, um sich ganz auf den Wahlkampf zu konzentrieren und die Sorgen und Nöte der Warburger aufzunehmen. Foto: Jürgen Vahle

Schon im März 2019 hatte Amtsinhaber Michael Stickeln mitgeteilt, dass er 2020 nicht mehr antritt. Die CDU hatte Kontakt mit verschiedenen Kandidaten aufgenommen. Dabei setzte sich Tobias Scherf aus Volkmarsen deutlich durch – wegen seiner fundierten Verwaltungserfahrung und wegen seiner langjährigen politischen Verantwortung in der CDU Nordhessen und in Volkmarsen. Aus dieser Funktion kennen den Regionalbeauftragten der hessischen Landesregierung auch viele Warburger. Immerhin gehört Scherf zu den Hauptorganisatoren des Politischen Aschermittwochs in Volkmarsen, zu dem nicht nur hunderte Besucher aus dem Altkreis kommen, sondern auch politische Größen wie Kanzlerin Angela Merkel als Festredner.

„Eine sehr ernsthafte Aufgabe“

Das Bürgermeisteramt in Warburg sei für ihn „eine sehr ernsthafte Aufgabe“. Die habe ihn, als Michael Stickeln seinen Rückzug bekannt gegeben hatte, sofort gereizt. „Aber man muss sich natürlich Gedanken machen, ob es zur Familienstruktur, zur Lebenssituation und auch zum eigenen Profil passt“, berichtet er.

Scherf, der seit drei Jahren von seiner Frau getrennt lebt, besprach das Vorhaben vor allem mit seinen drei Töchtern (11, 13 und 17 Jahre) und mit seinem Sohn (20). Das sei ihm wichtig gewesen, denn im Falle eines Wahlerfolges sei ja damit zu rechnen, dass „die Arbeitswoche nicht mehr 40, sondern dann schnell 80 Stunden hat.“ Für einen Berufswechsel sei jetzt aber ein guter Zeitpunkt, die Kinder in einem Alter, in dem das wieder möglich sei. Auch seine nun reichlich vorhandene Berufs- und Lebenserfahrung sei für ein Bürgermeisteramt wichtig.

Eigene Fußstapfen hinterlassen

Im Falle eines Wahlsiegs will Tobias Scherf nicht in Michael Stickelns Fußstapfen treten, sondern seine eigenen in der Stadt hinterlassen. Obwohl er und der Dösseler seit Jahrzehnten Bekannte sind, sei er doch ein anderer Typ. Er komme ohne Befindlichkeiten und ohne Streit aus vergangenen Jahren – und wolle mit Freunden wie politischen Gegnern eine gute Zukunft gestalten.

Scherf beschreibt sich selbst als „anfänglich eher abwartend“. Er sei jemand, der anderen gut zuhören könne, bevor er entscheide. Und er beschreibt sich als „Optimist, der nach Lösungen und nicht nach Problemen sucht“. „Für mich ist das Glas immer halb voll.“

Seit Ende Mai voll im Wahlkampf

Seit Ende Mai konzentriert er sich voll auf den Wahlkampf, hat sich dafür bei seinem Arbeitgeber, der hessischen Landesregierung, Urlaub genommen und feiert Überstunden ab. Auch ohne die geplanten 150 Auftritte bei Veranstaltungen, Diskussionen, Schützen- und Heimatfesten, die wegen Corona alle ausfallen, hat er reichlich zu tun. Treffen mit Wahlkreiskandidaten, Besuche in Unternehmen, das Erstellen von Flyern, E-Mail-Postings und Gespräche mit Bürgern stehen an. Die Sorge um den Erhalt dörflicher Strukturen, die Entwicklung der Warburger Innenstadt, die Folgen von Corona: Die Menschen, mit denen er zusammengekommen sei, hätten mit ihm schon manches besprochen. „Es waren aber auch viele kleine Dinge, die die Menschen bewegen“, berichtet er. Um all die will er sich kümmern, ohne sich zu verzetteln. Und er will um jede Wählerstimme kämpfen. Denn von Warburgs Potential, seinen vielen Schätzen und Möglichkeiten ist Scherf auch als möglicher Bürgermeister fest überzeugt.

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