Unfall am Paderborner Tor – Mehr Rücksicht im Verkehr gefordert
Mutter dankt ihren Ersthelfern

Warburg (WB). An den Unfall am Paderborner Tor in Warburg kann sich die Mutter kaum erinnern. „Mehr als die Hälfte weiß ich nicht mehr. Ich weiß noch den Augenblick, als das Auto in uns fuhr“, sagt die Warburgerin. Am Freitag wurden sie und ihre beiden Kinder an der Fußgängerampel auf Höhe der Hüffertstraße von einem Senior (86) angefahren. Nun dankt sie ihren Ersthelfern.

Mittwoch, 15.07.2020, 09:00 Uhr
An der Fußgängerampel am Paderborner Tor hat der 86-Jährige die Mutter und ihre Kinder angefahren. Für die Unfallaufnahme hatte die Polizei die Straße gesperrt. Die Familie wurde in ein Krankenhaus gebracht. Mittlerweile wurde sie entlassen. Foto: Jürgen Vahle

Unfallfahrer hat sich entschuldigt

„Man bedankt sich bei den Leuten einfach zu wenig. Keiner hat weggeguckt. Die Leute sind richtig herbeigerannt. Und sie haben es geschafft, meine beiden Kinder zu beruhigen. Dabei haben die richtig hysterisch geschrieben. Und für sie waren es ja fremde Leute“, sagt die 41-Jährige, die anonym bleiben möchte. Im Internet hatte die Mutter ihre Ersthelfer gesucht und auch gefunden. Auch der Unfallfahrer habe sich mittlerweile gemeldet und entschuldigt.

Wie berichtet, war der 86-Jährige mit seinem Auto auf dem ­Paderborner Tor stadteinwärts gefahren. Dabei achtete er offenbar nicht darauf, dass die Fußgängerampel für ihn Rot zeigte, und fuhr die Familie an. Diese wurde in ein Krankenhaus gebracht. Noch am Freitag konnten die Mutter und die beiden Kinder wieder entlassen werden.

Kindern ist körperlich nicht viel passiert

Den Kindern sei zum Glück körperlich nicht viel passiert. Der kleine Sohn sei im Kinderwagen gut angeschnallt gewesen. Das hatte ihn geschützt. Das andere Kind sei schon auf die andere Straßenseite vorgelaufen. „Man schimpft ja immer, dass man nicht vorlaufen soll“, sagt die Warburgerin. In diesem Moment aber war das wohl ein glücklicher Zufall.

Die 41-Jährige selbst ist körperlich auf dem Wege der Besserung. Innerlich aber werde sie mit dem Unfall wohl noch einige Zeit zu kämpfen haben. „Ich hatte Glück. Der nächste hat vielleicht kein Glück“, sagt sie. Generell wünscht sie sich, dass die Warburger im Straßenverkehr mehr Rücksicht nehmen würden. Denn zu gefährlichen Situationen komme es nicht nur an dieser Ampel.

Brenzlige Situationen am Kreisverkehr

Weiter stadteinwärts zum Beispiel, am Kreisverkehr am Paderborner Tor, komme es immer wieder zu brenzligen Szenen: Autos, die zu schnell fahren oder Fahrradfahrer, die über die Zebrastreifen rasten, machten Passanten das Leben schwer. Vor allem für Kinder sei die Ecke nicht ungefährlich, erklärt sie.

Gleiches gelte für andere Zebrastreifen im Stadtgebiet. Auch Tempo-30-Gebiete seien betroffen. Im Bereich der Schulen seien vor allem manche jungen Fahrer ganz schön flott unterwegs.

Auch schlimm: Viele dieser Fahrer, junge wie alte, hätten während der Fahrt das Handy am Ohr, „und die Polizei ist ja nicht immer überall. Die Leute handeln einfach fahrlässig“, sagt die Warburgerin. „Deswegen bin ich immer zur Ampel am Paderborner Tor gegangen. Dort habe ich mich sicher gefühlt. Jetzt nicht mehr.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7493633?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516019%2F
Corona-Pandemie: Teil-Lockdown bis zum 10. Januar
Bundeskanzlerin Merkel (M) spricht bei einer Pressekonferenz nach der Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer.
Nachrichten-Ticker