Im Kreis Höxter gibt es viele Blühwiesen – Fotowettbewerb zum Artenschutz endet
Bauern fördern Pracht am Wegesrand

Warburg/Kreis Höxter (WB). An Feldern im Kreis Höxter blüht, summt und brummt es derzeit prächtig: Insekten tummeln sich in den ausgesäten Blühstreifen entlang der heimischen Äcker. „Blühendes Band durch Bauernhand 2.0“ heißt die Aktion der Landwirte in Westfalen-Lippe, die in diesem Jahr zum zweiten Mal flächendeckend, ebenso im Kreis Höxter, ausgerichtet wird.

Mittwoch, 08.07.2020, 22:14 Uhr aktualisiert: 08.07.2020, 22:40 Uhr
Christoph Sandhäger zeigt einen Blühstreifen, der an einem Feld ­angelegt wurde. Inmitten der Farbenpracht tummeln sich ­Insekten, aber auch größere Tiere wie Feldhase, Fasan, Kiebitz und Rebhuhn. Bodenbrüter finden Brutflächen und Wildtiere Rückzugsgebiete.

Die Blütenpracht am Wegesrand soll nicht nur attraktiv für den Menschen sein, sondern auch das Landschaftsbild bereichern. Vor allem aber gibt sie Insekten und anderen Wildtieren Nahrung und Lebensraum. „Es gibt viele freiwillige Aktionen und Maßnahmen der hiesigen Landwirte“, erklärt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter, Antonius Tillmann, in einer Pressemitteilung zu dem Projekt seines Berufsstandes.

Freiwillig und ohne Bürokratie

Das Engagement sei riesig, so gebe es lokal zahlreiche gemeinsame Initiativen wie beispielsweise mit Jägern, Imkern oder auch die vielen Bienenweide-Patenschaften. Gerade aufgrund der Freiwilligkeit der Maßnahme und ohne jegliche Bürokratie sei der Zuspruch sehr groß.

Die Blumen bieten Nektar für Honigbienen, Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele weitere Insekten. Zudem geben die Blühstreifen und -flächen beispielsweise Feldhase, Fasan, Kiebitz und Rebhuhn einen wichtigen Zufluchts- und Aufzuchtort. „Hier finden Bodenbrüter Brutflächen und Wildtiere Rückzugsgebiete“, macht Antonius Tillmann weiter deutlich.

Kontinuierliches Nahrungsangebot

Die Samen der Pflanzen seien außerdem Nahrung zahlreicher Vögel. „So können wir einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt leisten und gleichzeitig die Attraktivität der Region erhöhen“, sagt der Vorsitzende. Er betont, dass die Landwirte dabei zugunsten der Natur bewusst auf ihren Ertrag verzichten.

„Die meisten Blühstreifen sind drei Meter breit“, schildert Antonius Tillmann. Die Blühmischungen seien so ausgewählt, das Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeitpunkten enthalten seien. „Auf diese Weise blühen sie über einen langen Zeitraum von Frühjahr bis Herbst und liefern den Tieren ein kontinuierliches Nahrungsangebot“, erläutert der Vorsitzende.

Blühendes Band durch Bauernhand

So bestehe die Blühmischung „Blühendes Band durch Bauernhand 2.0“ aus verschiedenen Blumen und Kräutern wie Malve, Schmuckkörbchen, Phacelia, Sonnenblume, Ringelblume, Sommerwicke, Öllein, Ölrettich, Buchweizen, Borretsch, Dill, Koriander oder Rotklee.

„Das Saatgut enthält 16 einjährige Kulturarten, neu dabei ist der Leindotter als besonders trockenheitsresistente Art“, berichtet Tillmann. „Artenschutz geht alle an und jeder kann einen Beitrag leisten.“, sagt der Bonenburger. Dafür gebe es viele Möglichkeiten: Etwa das Säen insektenfreundlicher Blumen oder das Anlegen von Blühwiesen statt Rasen im Garten, auf Grünflächen von Firmen oder im öffentlichen Raum.

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