Peter Löseke erlebt unter Wasser den „Sardine Run“ vor Küste Afrikas mit
Im Revier der Meeresjäger

Warburg (WB). Der preisgekrönte Unterwasserfilmer Peter Löseke aus Warburg-Ossendorf hat vor der Küste Südafrikas ein einzigartiges Naturschauspiel erleben dürfen: den alljährlichen „Sardine Run“, ein Spektakel, bei dem Sardinen in gewaltigen Massen vor der Küste auftauchen, verfolgt von Hunderten, oft sogar Tausenden hungrigen Jägern – Tölpel, Haie und Wale. Tonnenweise werden die Sardinen dabei von ihren Verfolgern in die Enge getrieben und verspeist.

Mittwoch, 08.07.2020, 06:58 Uhr aktualisiert: 08.07.2020, 11:04 Uhr
Unterwasserfilmer Peter Löseke aus Warburg-Ossendorf erlebt vor der Küste Südafrikas ein einzigartiges Naturschauspiel. Der ehemalige Inhaber eines Dachdeckerbetriebs erfüllt sich als Tauchlehrer seinen Lebenstraum. Foto: Tony Meyer

Ein lang gehegter Traum

Ossendorfer taucht vor Afrika

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Foto: Greg Lecoeur
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  • Foto: Peter Löseke
  • Foto: Tony Meyer
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„An einem Tag habe ich dort mehr Delfine gesehen als zuvor in meinem ganzen Leben“, berichtet der 52-Jährige begeistert. Löseke, der weltweit als Tauchlehrer und Guide von Tauchreisen im Einsatz ist, hat dieses Spektakel vor Ausbruch der Corona-Pandemie filmen und in eindrucksvollen Bildern festhalten können. Aktuell leidet seine Branche unter der Corona-Zwangspause. „Einen staatlichen Rettungsschirm gibt es für uns Taucher nicht“, sagt Peter Löseke, der in seinem Heimatdorf seit Mitte März auf seinen nächsten Tauchgang im Ausland wartet.

„Es war ein lang gehegter Traum von mir, einmal den Sardine Run mitzuerleben“, erzählt der Tauchprofi. Zum Port Saint Johns am Ostkap von Südafrika wurde er von Greg Lecoeur, Tony Meyer und Florian Fischer begleitet. Sie zählen zu den weltbesten Unterwasserfotografen. „Das Meer scheint zu brodeln, Wale springen aus dem Wasser, Vögel schießen ins Wasser, Tausende von Delfinen bringen sich in Position, Haifisch-Flossen ragen aus dem Wasser“, beschreibt der Ossendorfer das eindrucksvolle Schauspiel.

Geräusche unter Wasser

Auslöser der spektakulären Massenwanderung der Sardinenschwärme ist das Zusammenfließen zweier Meeresströmungen an der Südspitze Südafrikas. Am Ostrand der wilden Küste Südafrikas entsteht so ein schmaler Kaltwasserstreifen, dem die Sardinen in ihrem Appetit auf Plankton folgen. Die Silberfische locken Fressfeinde an. „Die Jagd auf die größten Sardinenschwärme der Welt ist gnadenlos“, beschreibt Peter Löseke das Erlebte. Tölpel folgen den Sardinen und Delfine folgen den Vögeln und treiben die Sardinen zusammen. „Die Haie schnappen sich, was es zu schnappen gibt, selbst Wale beteiligen sich an diesem Spektakel und schaufeln Tonnen von Silberfisch in einem Zug“, berichtet der Unterwasserfilmer von diesem Spektakel.

Was ihn besonders beeindruckt hat? „Die Geräusche unter Wasser: das Donnern der eintauchenden Vögel, die in den Wellen spielenden Delfine und im Hintergrund singende Wale“, sagt Löseke. Seine persönlichen Höhepunkte? „Der Breitwal, der plötzlich im Sardinenschwarm auftaucht. Der Wal, der in der Nähe unseres Schlauchbootes aus dem Wasser schießt und fast bei uns im Boot landet“, erinnert sich der Ossendorfer. Weniger angenehm sind seine Erinnerungen daran, jeden Morgen mit nassen Füßen ins Boot zu steigen und bei zehn Grad durch die Wellen zu fahren, den ganzen Tag mit nassem Taucheranzug bei Wind und Wellen auf dem Schlauchboot zu verbringen.

Auf dem offenen Meer

Oft hat die Crew bis zu 100 Kilometer auf dem offenen Meer zurücklegen müssen, um die Sardinenschwärme zu finden. „An den meisten Tagen beherrschte das Warten das Leben im Schlauchboot, ohne Toilette, mit Wind und meterhohen Wellen“, erzählt der Unterwasserfilmer. Ein Leichtflugzeug half bei der Suche nach den Fischschwärmen. Dabei musste es einmal notlanden, weil es in einen Vogelschwarm geriet. Einer seiner Begleiter sei bei einem Tauchgang auch von einem Hai gebissen worden, berichtet Löseke. Zum Glück sei es keine schwere Verletzung gewesen.

Belohnt wurden die Tauchenthusiasten und Unterwasserfilmer für ihren Einsatz an der Küste Südafrikas mit außergewöhnlichen Aufnahmen und Filmen, die das einzigartige Naturspektakel des Sardine Run eindrucksvoll in Szene setzen. Den Film zum Abenteuer gibt es auf YouTube : https://youtu.be/cEN4uj6cGl8. Weitere Infos unter http://behind-the-mask.com . Unter www.pestivideo.de entsteht eine Internetseite von Peter Löseke.

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