Stelzer Rührtechnik liefert Hightech aus Warburg für weltgrößte Bioraffinerie
Größter Auftrag der Firmengeschichte

Warburg (WB/vah). Das Warburger Unternehmen Stelzer Rührtechnik (62 Mitarbeiter) hat den größten Auftrag seiner 74-jährigen Firmengeschichte erhalten. Die 2019 bestellten Bauteile für die weltgrößte Bioraffinerie zur Gewinnung von Ethanol sollen in den kommenden Wochen nach Plan ausgeliefert werden. Der Auftrag hat einen Wert von zwei Millionen Euro.

Mittwoch, 08.07.2020, 11:00 Uhr
Das Stelzer-Team freut sich über den Zwei-Millionen-Euro-Auftrag für die weltgrößte Bioraffinerie, die in Europa gebaut wird (von links): Jürgen Rasch (Vertriebsdirektor), Stefan Niggemann (Leiter Vorfertigung), Monika Arendes-Hillebrand (Leiterin Engineering), Lothar Mösta (Engineering), Jörg-Peter Lindner (Technischer Leiter) sowie Oliver Tappe (Geschäftsführer). Foto: Stelzer

Stelzer, 1946 gegründet, war zunächst über viele Jahre spezialisiert auf Industrierührwerke für die Lebensmittelindustrie.

Vor allem in den 80er-Jahren begann sich die Firma aus dem Lütkefeld weitere Standbeine zu schaffen – wie Pharmaindustrie, Biotechnologie, Umwelttechnologie und vor allem die chemische Industrie.

Eigene Forschung aufgebaut

„Wir haben einen langen Weg hinter uns und konnten eine vertrauensvolle langjährige Zusammenarbeit vor allem mit den Großkunden in der chemischen Industrie und verwandten Industrien aufbauen. Jetzt bekommen wir den Lohn für eine exzellente Teamleistung“, wird Vertriebsdirektor Jürgen Rasch in einer Pressemitteilung des Unternehmens zitiert.

Der konsequente Aufbau eigener Forschung sei hier ausschlaggebend. So seien allein in den vergangenen zwei Jahren drei Patente angemeldet worden.

Industrierührwerke für die weltgrößte Bioraffinerie

Der aktuelle Auftrag im Wert von zwei Millionen Euro beinhaltet Industrierührwerke für die weltgrößte Bioraffinerie zur Gewinnung von Ethanol auf der Basis von Grundstoffen wie Stroh, Holzabfällen, Sägemehl und vielem mehr, heißt es in der Pressmeldung von Stelzer.

Dieses so genannte Bioethanol-Generation-2-Verfahren sei in seiner Art einzigartig.

Dem Stelzer-Kunden, der in der Firmenmeldung ungenannt bleibt, sei es gelungen, nicht nur die im Holz enthaltenen Cellulosen, sondern auch Hemicellulosen zu knacken und in mehreren der 3000 Kubikmeter großen Verzuckerungsbehältern in C5- und C6-Zucker umzuwandeln.

„Um daraus Ethanol zu machen, musste den notwendigen Hefen etwas beigebracht werden, was diese schon einmal vor einigen Millionen Jahren wussten, nämlich wie man nicht nur C6-Zucker (Hexosen) sondern auch C5-Zucker (Pentosen) umwandelt. Hexosen zu Alkohol zu machen, kann ja schließlich jede Brauerei“, berichtet die Firma.

Intensive Zusammenarbeit mit dem Kunden

Stelzer hat nach eigenen Angaben für die Umsetzung des Vorhabens intensiv mit seinem Kunden zusammengearbeitet und auch Liveversuche in einer halbmaßstäblichen Anlage vorgenommen.

„Die Rührwerke selbst fangen bei kleinen Vorfermentern mit wenigen Kilowatt Leistung und einigen 100 Kilogramm Gewicht an. Es werden aber auch gigantische Verzuckerungsrührwerke mit fast sechs Metern Rührelementdurchmessern und Maschinengewichten bis 18 Tonnen gefertigt. Alle Rührwerke werden aus hochwertigem Edelstahl hergestellt und je nach Prozessschritt auf Pharmaqualität geschliffen“, berichtet Stelzer weiter.

Anlage in Europa

Die weltgrößte Bioethanolanlage dieser Art werde in Europa gebaut. Die für diese Anlage benötigten Rührwerke will Stelzer nun mit Lastwagen über eine Strecke von fast 2000 Kilometer zum Einsatzort transportieren, dort montieren und gemeinsam mit dem Kunden in Betrieb nehmen.

Auch die Schulungen der Mitarbeiter an der neuen Anlage übernimmt Stelzer. „Speziell ausgebildete Servicetechniker leisten vor Ort alle notwendigen Arbeiten.“

Keine Grenzen bei der Maschinengröße

Stelzer, eingebunden in den Firmenverbund der finnischen UTG Mixing Group, sei fertigungstechnisch nicht mehr beschränkt auf gewisse Maschinengrößen, sondern plane, fertige, koordiniere und liefere mittlerweile aus dem Firmenverbund der UTG heraus Rührwerke, „die keine Kapazitätsgrenzen mehr haben.

Wir heben uns mit derartigen Weiterentwicklungen und Lieferungen deutlich von unseren deutschen und europäischen Konkurrenten am Markt ab, von denen zwar viele auch Rührwerke bauen, denen wir aber verfahrenstechnisch etliche Schritte im Voraus sind”, berichtet Jörg-Peter Lindner, technischer Leiter bei Stelzer.

Geschäftsführer Oliver Tappe ergänzt: „Gerade in angespannten wirtschaftlichen Zeiten wie diesen gibt uns der Erfolg Recht, derart intensiv in die Zukunft investiert zu haben. Das gibt uns Sicherheit und der Belegschaft der Firma Stelzer ein gutes Gefühl der Arbeitsplatzsicherung mit hervorragender Zukunftsprognose.”

Für den Auftrag hat Stelzer zahlreiche Rührwerke bis zu einem Gewicht von 18 Tonnen angefertigt.

Für den Auftrag hat Stelzer zahlreiche Rührwerke bis zu einem Gewicht von 18 Tonnen angefertigt. Foto: Stelzer

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