Kübel-Rochade statt Bodenschwelle beschlossen
Ärger an der Angertwete

Warburg (WB/vah). Anwohner der Angertwete in Warburg sind sauer. In ihrer Wohnstraße nimmt der Verkehr immer mehr zu. Außerdem seien die Fahrzeuge viel zu schnell in der Tempo-30-Zone unterwegs. Jetzt hat Anlieger Werner Reineke eine Fahrbahnschwelle gefordert, um den Verkehr zu bremsen. Bekommen sollen er und seine Nachbarn aber eine so genannte Kübel-Rochade.

Freitag, 03.07.2020, 11:03 Uhr aktualisiert: 03.07.2020, 11:30 Uhr
Anlieger ärgern sich, dass die Angertwete immer mehr zum Schleichweg wird. Auf der Straße, die eigentlich nur für Anlieger frei ist, sollen jetzt Blumenkübel aufgestellt werden, um zumindest das Tempo der Autos zu bremsen. Foto: Jürgen Vahle

Im Warburger Bezirksausschuss wurde am Montagabend lange über die Angertwete diskutiert. Sie wird von vielen Autofahrern als Schleichweg zwischen B7 und der Calenberger Straße genutzt und führt in der Verlängerung auch an der Reitanlage vorbei.

Beschwerden seit 2018

Seit 2018 beschweren sich die Anlieger immer wieder über den Verkehr und das hohe Tempo. Das Ordnungsamt ist diesen Beschwerden auch nachgegangen und hat Ende 2018 und im Juni 2019 das mobile Geschwindigkeitsmessgerät aufgestellt. Ergebnis: Richtung Calenberger Straße waren die Autos im Schnitt mit 30 Sachen unterwegs, in umgekehrter Richtung mit 28 – also im Rahmen des Erlaubten.

Die Verwaltung lehnte eine Schwelle ab und verwies zudem darauf, dass die Polizei eingeschaltet worden sei. Die Beamten sollen prüfen, welche der vielen Autos (Werner Reinek sprach von 100 pro Stunde) überhaupt durch die Straße fahren dürfen, denn sie darf nur von Anliegern genutzt werden.

Sitzung wird unterbrochen

Mit dieser Entscheidung wollte sich Werner Reineke und zahlreiche Zuhörer aus der Straße aber nicht zufrieden geben. Ausschuss-Vorsitzender Frank Scheffler unterbrach daraufhin die Sitzung, um ihnen Rederecht zu gewähren. Werner Reineke machte deutlich, dass der Verkehr auch wegen der Ausweitung der Baugebiete Am runden Berg und Calenberger Straße immer weiter als Schleichweg genutzt und belastet werde. Zudem sei der bauliche Zustand nicht mehr gut.

Vermehrt würden auch schwere Lastwagen und landwirtschaftliche Zugmaschinen, die in Richtung Wormeln und Welda unterwegs seien, die schmale Wohnstraße nutzen. Eine Schwelle an der Einfahrt zur Calenberger Straße (wie an der Bußdorfer Straße) könne zumindest helfen, das Tempo zu reduzieren.

Blumenkübel auf der Straße

Das sah CDU-Ratsherr Thomas Berens anders. Für ihn ist eine Schwelle keine Lösung, zumal auch viele Nutzer der Reitanlage mit ihren Pferdeanhängern über die Barriere fahren müssten. Er schlug eine so genannte Kübel-Rochade vor, die später auch beschlossen wurde: Große Blumenkübel werden versetzt aufgestellt und zwingen Autofahrer, langsam zu fahren und den Gegenverkehr besser zu beachten.

Für Eric Volmert wäre auch eine bauliche Verschwenkung der Straße in Frage gekommen. Der SPD-Ratsherr und stellvertretende Bürgermeister konnte die Beobachtung der Anlieger bestätigen. Vor allem im Bereich der Reithalle und Koppel würde zu schnell gefahren, sagte er. Am Ende votierte der Ausschuss mehrheitlich für den Antrag von Thomas Berens. Die genauen Standorte der Kübel sollen noch festgelegt werden.

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