Peter Klapsia aus Warburg bietet zwei Zuckerfabrik-Anteilsscheine an
Aktienverkauf für guten Zweck

Warburg (WB). Der Schornstein der Warburger Zuckerfabrik raucht nicht mehr. Die Fabrik ist Geschichte, eine Geschichte, auf die viele Warburger mit Wehmut schauen. Ein Stück dieser Geschichte hält Peter Klapsia in seinen Händen – in Form zweier historischer Aktien von 1934 mit dem Ausgabewert von 100 Reichsmark. Diese beiden Anteile an der Aktiengesellschaft möchte der Warburger nun für einen guten Zweck verkaufen – an die zwei meistbietenden Interessenten.

Mittwoch, 03.06.2020, 07:00 Uhr
Peter Klapsia zeigt eine Aktie der Warburger Zuckerfabrik aus dem Jahr 1934. Er möchte zwei Aktien für einen guten Zweck verkaufen. Im Hintergrund ist die Fabrik zu sehen, deren Schornstein nach knapp 140 Jahren Betrieb nicht mehr rauchen wird. Foto: Astrid E. Hoffmann

Der komplette Erlös geht dann an die Warburger Tafel der Diakonie Paderborn-Höxter. „Die Warburger Tafel tut für alle Menschen, die in Not sind, etwas. Das ist gerade jetzt sehr wichtig und das möchte ich unterstützen“, sagt Peter Klapsia.

Aktien auf Flohmarkt entdeckt

Als Jäger und Sammler sei er oft auf Flohmärkten unterwegs. Vor einigen Jahren fand er bei einem Flohmarktbesuch im Raum Kassel die Aktien der Warburger Zuckerfabrik: „Es waren drei Stück und der Anbieter wollte sie auch nur als Dreierpack verkaufen.“

Klapsia sah den lokalen Bezug zu seinem Wohnort und griff zu. „Eine Aktie habe ich mir gerahmt und aufgehängt, die anderen beiden lagen eigentlich nur im Schrank“, sagt der gebürtige Niedersachse.

Die Warburger Zuckerfabrik wurde 1882 von Landwirten aus der Region gegründet. Das Gesellschaftskapital wurde durch Namensaktien aufgebracht. „1934 muss eine Kapitalerhöhung oder ein Kapitalschnitt erfolgt sein, denn es wurden erneut Aktien ausgegeben“, so erklärt es der 55-Jährige, der sich mit der Geschichte seiner Fundstücke befasst hat.

Prägestempel der Zuckerfabrik trotz Entwertung erhalten

Gedruckt wurden die Aktien von der Firma Giesecke & Devrient Leipzig-Berlin. Die Entwertung der Aktie erfolgte über eine Lochung in der oberen rechten Ecke des Papiers. „Damit ist der weiße Prägestempel mit der Aufschrift Warburger Zuckerfabrik im unteren linken Teil der Aktie unversehrt.

„Das ist für die Sammler sehr schön, manchmal wurde nämlich auch hier die Lochung vorgenommen“, erklärt der Altstädter.

Diakonie-Leiter freut sich über Idee

Über die Idee von Peter Klapsia, die Aktien meistbietend zugunsten der Warburger Tafel zu verkaufen, freut sich der Leiter der Diakonie. Dietmar Kraul: „Gerade jetzt, da auch viele Warenspenden ausgefallen sind und inzwischen ein Lieferservice aufgebaut wurde, der auch Kosten verursacht, zählt jeder Cent.“

Gebote per E-Mail oder telefonisch abgeben

Wer Interesse an einer Aktie hat, der kann ab heute, Mittwoch, unter der E-Mail-Adresse P.Klapsia@online.de oder – falls dies nicht möglich ist – unter Telefon 05641/7779334 sein Gebot abgeben. Mindestpreis pro Aktie sind 50 Euro.

Aktion endet nach sieben Tagen

Die Aktion läuft von Mittwoch, 3. Juni, 10 Uhr, bis zum kommenden Dienstag, 9. Juni, um 17 Uhr. Die beiden Meistbietenden bekommen jeweils eine Aktie. Anzugeben sind Name, Gebot und Telefonnummer. Die Aktien- und Spendenübergabe erfolgt dann nach Terminabsprache mit den Käufern und dem Diakonie-Chef Dietmar Kraul bei der Diakonie Warburg am Corvinushaus.

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