Auengebiet der Twiste zwischen Warburg-Welda und Volkmarsen hat Tücken
Radwegbau verzögert sich

Warburg/Volkmarsen (WB). Zwischen Warburg-Welda und Volkmarsen wird derzeit ein neuer Radweg gebaut. Die knapp zwei Kilometer lange Strecke sollte eigentlich schon Ende vergangenen Jahres fertig sein. Doch die Arbeiten sind bautechnisch komplizierter als zunächst angenommen. Wenn alles gut läuft, soll der Weg aber im August fertig sein, berichtet „Hessen mobil“-Sprecher Marco Lingemann.

Mittwoch, 20.05.2020, 15:00 Uhr aktualisiert: 20.05.2020, 15:12 Uhr
Parallel zur L3075 zwischen Warburg-Welda und Volkmarsen wird derzeit der Radweg erneuet und erweitert. Die geplanten 700.000 Euro an Kosten reichen aber nicht aus. Das Auengebiet der Twiste erwies sich als wenig tragfähig. Foto: Jürgen Vahle

700.000 Euro für den Neubau reichen wohl nicht

700.000 Euro waren für den Neubau des bei den Warburgern so beliebten Radwegs kalkuliert. Doch diese Summe reicht wohl nicht. Mittlerweile wird davon ausgegangen, dass die Kosten nach Informationen dieser Zeitung über einer Million Euro liegen werde. Derzeit ist er in weiten Teilen weiter für den rad- und landwirtschaftlichen Verkehr gesperrt. Die Radfahrer aus Warburg, die beispielsweise zur Kugelsburg oder zum Sauerbrunnen wollen, müssen weiter den Umweg über die ausgeschilderte Umleitung auf der anderen Seite der Twiste in Kauf nehmen.

Gebaut wird ein kombinierter Rad- und Wirtschaftsweg, der parallel zur L3075 zwischen Welda und Volkmarsen verlaufen wird. Er ersetzt den bestehenden Radweg, der an vielen Stellen uneben und sanierungsbedürftig geworden war. Schuld an dem miserablen Zustand der Radroute waren vor allem Wurzeln, die den Asphalt aufgebrochen hatten.

Schäden am Untergrund bei Kostenkalkulation nicht berücksichtigt

Genau dies ist das Problem, denn die Schäden am Untergrund waren bei der Kostenkalkulation nicht berücksichtigt worden. An vielen Stellen musste der Weg grundlegend neu aufgebaut werden. „Die Bodenverhältnisse in dem Auengebiet der Twiste sind deutlich schlechter als zunächst angenommen. Das führt nun dazu, dass der Boden auf der gesamten Länge einen halben Meter tiefer ausgehoben werden muss, als zunächst geplant. Insgesamt hat der Fahrbahnaufbau dann eine Stärke von 130 Zentimetern“, erklärt Marco Lingemann.

Diese kostspielige Stabilität des Weges ist auch deshalb wichtig, weil der Neubau noch ein anderes Ziel verfolgt. Nicht nur Radfahrer, sondern auch größere und schwere landwirtschaftliche Maschinen sollen in Zukunft problemlos über den Weg rollen können. Das geht nun stärker als bislang angenommen ins Geld.

Rad- und Wirtschaftsweg wird durchgehend auf 3,50 Meter verbreitert

Ziel bleibt es aber weiter, den bestehenden Rad- und Wirtschaftsweg durchgehend auf 3,50 Meter zu verbreitern. In weiten Teilen ist das auch schon geschehen. An beiden Seiten wird zudem ein ein Meter breiter Randstreifen angelegt. 15 Rohrdurchlässe, die zur Feldentwässerung dienen, sind bereits oder werden noch erneuert.

Im Umfeld der Wittmarkapelle wurde der Weg leicht verlegt, um die Strecke an dieser Stelle zu begradigen. Auch beim Anschluss an die L3075 an der Brücke kurz vor Volkmarsen wird die Wegeführung optimiert. Dadurch soll die Sicht für Rad- und Treckerfahrer verbessert werden, die auf die Landesstraße einbiegen wollen. An dieser Stelle laufen die Arbeiten derzeit mit Hochdruck.

Für die Finanzierung der Arbeiten ist in Nordhessen ein besonderes Modell gefunden worden. Das Amt für Bodenmanagement Korbach, Hessen Mobil, die Teilnehmergemeinschaft eines Flurbereinigungsverfahrens (zumeist Landwirte) und die Stadt Volkmarsen übernehmen die Kostengemeinsam. Das Land Hessen zahlt den Löwenanteil. Auch Mittel der EU, des Bundes und des Landes fließen ein. Die Stadt Volkmarsen hat sämtliche Kosten übernommen, die bei der Planung angefallen sind. Ebenso wird die Stadt in Zukunft die Unterhaltung des Weges bis zur Landesgrenze nach Nordrhein-Westfalen übernehmen.

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