Allein 71 Bauwerke der Stadt Warburg werden regelmäßig überprüft
Brücken-TÜV ist unterwegs

Warburg (WB). Auch Brücken müssen zum TÜV. Alle drei Jahre gibt es eine Zwischenprüfung, alle sechs Jahr steht die große Hauptuntersuchung nach DIN 1076 an. Die war am Freitag in der Diemelaue fällig. Dort wurden die beiden Radfahrer-Brücken auf ihren Bauzustand hin abgeklopft.

Samstag, 09.05.2020, 09:00 Uhr
geschultes Auge: Ingenieur Christoph Preising aus Rhoden nimmt die ehemaligen Bahnbrücke an der Diemel unter die Lupe. Sie wurde 1990 zum Überweg für Radfahrer über die Diemel umgebaut. Sein erster Eindruck: Sie ist, wie die parallele Radbrücke flussaufwärts, in gutem Zustand. Foto: Jürgen Vahle

32 Fußgängerbrücken aus Holz, Stahl, Beton oder in Kombination unterhält die Stadt Warburg. Hinzu kommen 39 solcher Bauwerke, die auch mit Autos befahren werden können. Die älteste stammt aus dem Jahr 1735, eine so genannte Natursteinbogenbrücke, die sich in Calenberg befindet. Die jüngste dürfte die Brücke aus Stahl und Holz über den Kälberbach im Germeter Kurpark sein.

Es geht um 71 Bauwerken

Bei insgesamt 71 Bauwerken und diesem festen Rhythmus gibt es einiges zu testen. Und zu zahlen. Allein 15.000 bis 20.000 Euro kosten die Gutachten die Stadt pro Jahr. Saniert ist dann natürlich noch nichts. Diese Kosten steht auf einem Extradeckel.

Brücken sind durch ihre Nutzung ständig in Bewegung. In Stein- oder Betonüberwegen über Flüsse oder Bäche können sich Risse bilden. „Der Wassereintrag in diese Risse ist das größte Problem“, berichtet Ulrich Klare vom Warburger Bauamt, eine vernünftige Abdichtung gegen Feuchtigkeit sei daher das A und O.

Standfestigkeit in Gefahr

Experten wie die beiden Prüfingenieure Christoph Preising (Rhoden) und Ansgar Schabrich (Frohnhausen) kennen noch andere Probleme. Rost an Eisenträgern beispielsweise. „Das kann sogar die Standfestigkeit eines ganzen Brückenbauwerks gefährden“, berichtet Ansgar Schabrich.

Damit es gar nicht erst soweit kommt, haben die Experten die beiden bei Radfahrern und Fußgängern so beliebten Diemelüberführungen am Freitag einem Test unterzogen. Das Bauwerk flussaufwärts aus Stahl ist trotz seines Baujahrs 1976 in einem tadellosen Zustand. Die alte Eisenbahnbrücke, früher Teil der Strecke Warburg – Volkmarsen, hatte ebenfalls keine gravierenden Mängel. Sie war 1990 zum Radweg umgebaut worden.

Brücke bei Nörde bemängelt

Um das festzustellen, nutzten die Ingenieure am Freitag ein so genanntes Brückenbesichtigungsgerät. Hinter dem Wortungetüm verbirgt sich eine Stahlkonstruktion mit einem fünf Meter langen Ausleger und einer Tragkraft von 300 Kilogramm. Auf diesem fahrbaren Gerüst arbeiteten sich die Ingenieure Meter für Meter vor, bis alle Stein und Betonteile mit einem Hammer auf ihre Festigkeit hin überprüft und alle Stahlstreben in Augenschein genommen worden sind.

Nicht immer sind die Bauwerke in einem so einwandfreiem Zustand wie die beiden an den Diemelradwegen. Erst vor Kurzem hat Christoph Preising beispielsweise die Brücke auf dem Wirtschaftsweg zwischen Nörde und Engar bemängelt. Bis sie saniert wird, dürfen sie die Landwirte mit ihren schweren Ackergeräten nicht mehr befahren.

Nachteinsatz hinter der Firma Benteler

In diesem Jahr stehen noch Tests an vielen weiteren Brücken an. Die kompliziertes Überprüfung wird die beim Bauwerk über die Bahn in der Nähe der Firma Benteler werden. „Da müssen wir auf die Fahrpläne der Bahn Rücksicht nehmen und wahrscheinlich nachts ran“, weiß Markus Peters vom Warburger Bauamt. Aber auch bei Brücken kennt der TÜV eben keine Gnade.

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