Stadtansicht von Georg Braun und Frans Hogenberg ist ein Klassiker in Warburg Dieses Bild hängt in vielen Häusern

Warburg (WB). Sie kommt einem gleich bekannt vor: Diese Stadtansicht von 1581 hängt in vielen Warburger Häusern, Vereinsheimen und anderen Gebäuden. Um das Bild von Georg Braun und Frans Hogenberg geht es in einer neuen Folge unsere Serie „Ein Bild – und seine Geschichte“.

Die bekannte Stadtansicht von Georg Braun und Frans Hogenberg (hier ein Ausschnitt) findet sich als Kunstdruck in vielen Warburger Häusern.
Die bekannte Stadtansicht von Georg Braun und Frans Hogenberg (hier ein Ausschnitt) findet sich als Kunstdruck in vielen Warburger Häusern. Foto: Stadtarchiv Warburg

Die Ansicht bietet im Blick über die Diemel auf das Panorama einer ansehnlichen Mittelstadt. Obwohl sicherlich in einigen Details künstlerisch überhöht und durchgestaltet, darf die Darstellung doch grundsätzlich den Anspruch auf Wiedergabe des tatsächlichen Aussehens erheben. Mit Sicherheit ist ein Zeichner vor Ort gewesen und hat die Vorlage für den Kupferstich geliefert.

Unbefestigte Hüffertsiedlung

Die Beischrift lobt Warburg als „elegans Westphaliae oppidum“, als vornehme Stadt in Westfalen. Die Altstadt umfasste einschließlich der Burg 16,05 Hektar Fläche, die Neustadt war mit 16,95 Hektar nur unwesentlich größer. Zwei Vorstädten lagen außerhalb des schützenden Mauerrings, die Hüffert im linken Bildbereich und das deutlich kleinere Berna Richtung Diemel.

Die unbefestigte Hüffertsiedlung „buten den muren“ bestand aus der Niederen und Mittleren Hüffert in Hanglage zur Diemel hin und aus der Oberen Hüffert auf dem Plateau. In der Oberen Hüffert ist die St.-Peters-Kirche mit ihrem Staffelgiebel zu erkennen. Gegründet im 9. Jahrhundert, war sie die älteste Kirche Warburgs, deren Standort heute noch durch das Bittkreuz in der Grünanlage unweit des Krankenhauses markiert wird. Diese Siedlung mitsamt dem Gotteshaus fiel an der Jahreswende 1621/22 dem Dreißigjährigen Krieg zum Opfer und sollte erst im zwanzigsten Jahrhundert wieder bebaut werden.

Desenberg liegt weiter weg

Von der einst mächtigen Burg gegenüber der Hüffert waren nur noch spärliche Reste vorhanden. Nach der Mitte des 15. Jahrhunderts dürfte sie weitgehend verfallen gewesen sein. Von der ehemals mächtigen Andreaskirche auf der Burg sind in der Stadtansicht nur noch spärliche Reste erkennbar, aber ein Bergfried als wesentlicher Bestandteil der Befestigungsanlage erhebt sich noch immer mächtig neben dem Sackturm mit seinem spitzen Dach.

Außer den Mauern, Türmen und Toren bestimmten die Kirchen die Silhouette der Stadt. Die Marienkirche erhob sich über der engen Bebauung der Altstadt. Die Dominikanerkirche mit dem angeschlossenen Kloster ragte auf dem Neustadtplateau empor. Aus allen Himmelsrichtungen weithin sichtbar war die Kirche St. Johannes Baptist im Zentrum der Neustadt. Vor der Altstadt und auf der anderen Seite der Diemel ist die Antoniuskapelle mit dem Friedhof auszumachen.

Schon ein Blick auf die Topographie der Stadt enthüllt somit die Allgegenwart von Kirche und Frömmigkeit. Natürlich durfte in der Darstellung der charakteristische Desenberg nicht fehlen. Deshalb ist er, anders als in der Wirklichkeit, im Bild nahe an die Stadt herangerückt worden.

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