Klinikum in Warburg will schrittweise Wiederaufnahme der Patientenversorgung
Ab Mitte Mai wieder mehr Operationen

Warburg/Paderborn (WB/ben). Corona zum Trotz wollen Kliniken schrittweise in einen regulären Modus zurückkehren.

Dienstag, 05.05.2020, 07:00 Uhr
Der Corona-Krisenstab aus dem Brüderkrankenhaus St. Josef (von links) Klaus Niggemann, Dr. Andreas Schärtl (als Gast), Dr. Armin Kuhlencord, Siegfried Rörig, Christoph Robrecht, Uwe Riedesel, Dr. Torsten Meyer, Dr. Ulrich Pannewick. Es fehlt: Dr. Andreas Zaruchas.

Entsprechende Schutzkonzepte zur Umsetzung haben die Krankenhäuser aus dem Kreis Paderborn jetzt vorgestellt. Alltag kehre damit aber noch lange nicht ein, betonen alle Beteiligten.

Helios-Klinikum Warburg erarbeitet Sicherheitskonzept

Auch das Helios-Klinikum in Warburg plant für Mitte Mai die schrittweise Wiederaufnahme der elektiven Patientenversorgung, also wieder mehr Operationen und medizinische Eingriffe.

„Ein entsprechendes Sicherheitskonzept wird derzeit erarbeitet“, sagt Klinikgeschäftsführer Tobias Hindermann auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES.

„Wir werden aber auch weiterhin Kapazitäten für die Versorgung von an Covid-19-Erkrankten freihalten“, betont er. Wie viele Covid-19-Patienten derzeit im Helios-Klinikum behandelt werden, will Hindermann unter Berufung auf den Datenschutz nicht mitteilen. „Es gibt aktuell nur ein paar Fälle“, sagt er.

Versorgung der Covid-19-Patienten weiter gesichert

„Mit Sorge erleben wir die Verunsicherung vieler Menschen, die trotz ernsthafter Beschwerden aufgrund der Corona-Infektionswelle keinen Arzt aufsuchen und sich so unbedacht in Lebensgefahr begeben. Wir begrüßen deshalb Überlegungen zu einer schrittweisen Rückkehr in die Normalität der medizinischen Versorgung. Natürlich bleibt dabei der Fokus auf die sichere Versorgung der Covid-19-Patienten weiter bestehen“, sagt auch Dr. Josef Düllings, Hauptgeschäftsführer der St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH in Paderborn.

Zur Verbesserung der Versorgung von Patienten, deren Behandlung aus medizinischer Sicht dringlich und nicht weiter aufschiebbar ist, haben sich Krankenhäuser im Kreis Paderborn in Absprache mit dem Gesundheitsamt und den niedergelassenen Ärzten auf gemeinsame Kriterien verständigt.

Seit Mitte März Elektiveingriffe abgesagt

Seit Mitte März wurden in den Paderborner Krankenhäusern alle Elektiveingriffe – also Operationen und medizinische Eingriffe, die für eine Verbesserung des Gesundheitszustandes nicht zwingend zeitnah erforderlich sind – abgesagt.

Da sich die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den vergangenen drei Wochen zurückentwickelt hat, planen das Brüderkrankenhaus St. Josef, das St. Johannisstift, die Karl-Hansen-Klinik Bad Lippspringe, das St.-Marien-Hospital in Marsberg sowie die St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH eine vorsichtige schrittweise Wiederaufnahme der elektiven Patientenversorgung ab Mitte Mai und legen dazu ein umfassendes Sicherheitskonzept vor.

„Neben der medizinischen Indikation gelten der Schutz von Patienten und Mitarbeitenden vor einer möglichen Sars-CoV-2-Infektion sowie die weiterhin ausreichende Vorhaltung von Behandlungskapazitäten im Falle eines erneuten Ansteigens von Corona-Infektionen als Grundlage für eine Behandlungsentscheidung. Der Infektionsschutz und die Sicherheit des Krankenhauspersonals und der uns anvertrauten Patienten haben oberste Priorität“, sagt Christoph Robrecht, Hausoberer im Brüderkrankenhaus St. Josef.

Patienten vor stationärer Aufnahme auf Virus testen

„Patienten sollten sich bereits vor der stationären Aufnahme auf das neuartige Sars-CoV2-Virus testen lassen und ein aktuelles, negatives Testergebnis mitbringen. Auch am Aufnahmetag und während des gesamten Krankenhausaufenthaltes werden regelmäßig Abstriche genommen.“

„Die Abstriche für onkologische Patienten und OP-Patienten werden zu gesonderten Zeiten in der zentralen Anlaufstelle auf dem Gelände der Alanbrooke-Kaserne durchgeführt. Die Terminvergabe und Überweisung erfolgt über den Hausarzt“, betont Krankenhaus­hygieniker Dr. Armin Kuhlencord.

„Es handelt sich um eine schrittweise Wiederaufnahme des Versorgungsbetriebes. Alle Kliniken werden weiterhin über einen längeren Zeitraum weit von einem normalen Krankenhausalltag entfernt sein“, betont Dr. Martin Baur, Ärztlicher Direktor und Leiter des Corona-Stabs der St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH.

Erhöhte Sicherheitsbedingungen auch in Ambulanzen

Auch für Patienten, die in eine der Ambulanzen der Krankenhäuser einbestellt wurden, gelten erhöhte Sicherheitsbedingungen.

Anhand einer Checkliste überprüfen die Mitarbeitenden dort, ob der jeweilige Patient ein erhöhtes Risiko hat, das Coronavirus in sich zu tragen. Idealerweise wird diese Risikoeinstufung bereits im Vorfeld telefonisch abgeklärt oder bei Betreten des Hauses anhand eines Fragebogens.

Maskenpflicht in Krankenhäusern

„In den Paderborner Krankenhäusern herrscht grundsätzlich Maskenpflicht, dies gilt sowohl für das Klinikpersonal als auch für Patienten, die zu einer Behandlung einbestellt sind“, betont Ute Panske, Geschäftsführerin des Krankenhauses St. Johannisstift.

Das Personal der Informationszentralen an den Haupteingängen verteilt Einweg-Masken. „Patienten können uns jedoch helfen die Abläufe zu beschleunigen, wenn sie das Krankenhaus bereits mit ihrem eigenen Mund-Nasen-Schutz betreten“, empfiehlt Uwe Riedesel, Hygienefachkraft des Brüderkrankenhauses und Mitglied des Corona-Krisenstabs.

Regelmäßige Test für Klinikpersonal in gefährdeten Bereichen

„Zudem sieht das Sicherheitskonzept vor, dass sich das Klinikpersonal in den besonders gefährdeten Bereichen regelmäßigen Tests unterzieht. Die Cafeterien bleiben weiterhin nur für Krankenhauspersonal und Rettungskräfte geöffnet. Das im März ausgesprochene Besuchsverbot bleibt weiterhin bestehen. Wir wollen das bislang Erreichte nicht durch eine zu schnelle Lockerung verspielen“, mahnt Achim Schäfer, Geschäftsführer des MZG zur Besonnenheit.

„Wir bedanken uns bei allen Patienten und Angehörigen für die bewiesene Geduld und das Verständnis“, resümiert Dr. Heiner Gellhaus, Ärztlicher Direktor des Brüderkrankenhauses St. Josef.

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