Arbeiten im Umfeld der historischen Stätte sollen in fünf Wochen abgeschlossen sein Spaziergang um die Holsterburg

Warburg (WB). An der Ruine der Holsterburg zwischen Warburg und Calenberg ist in diesen Tagen viel los. Radfahrer und Wanderer legen an der historischen Stätte gerne einen Zwischenstopp ein. In einigen Wochen dürfte die Zahl der Besucher noch einmal steigen. Ende Mai sollen die Arbeiten an der Gestaltung des Umfeldes weitgehend abgeschlossen sein, berichtet Markus Engemann, für die Arbeiten zuständiger Ingenieur des Warburger Bauamtes.

Von Jürgen Vahle
Die Sicherungsarbeiten an der Holsterburg zwischen Warburg und Calenberg sind beendet. Jetzt wird das Umfeld der historischen Stätte neu gestaltet.
Die Sicherungsarbeiten an der Holsterburg zwischen Warburg und Calenberg sind beendet. Jetzt wird das Umfeld der historischen Stätte neu gestaltet. Foto: Jürgen Vahle

Erstaunliche Erkenntnissen

Sieben Jahre lang haben Archäologen an der Burg geforscht. Nach und nach stellte sich dabei heraus, dass der 1294 zerstörte Raubrittersitz mit seinen acht Ecken in Nordeuropa wahrscheinlich einmalig ist. Außerdem gewannen die Wissenschaftler teils erstaunliche Erkenntnissen über das Leben in dieser Zeit.

Als die Forschungsarbeiten 2017 beendet worden waren, gab es in Warburg eine politische Diskussion , was mit der Ruine passieren soll. Der Rat entschied im Mai 2018, die Ruine zukünftig der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und in das touristische Konzept der Stadt einzubinden. Das komplette oder teilweise Abdecken der Achteckburg mit Erde wurde schließlich verworfen.

400.000 Euro werden investiert

Seit Herbst vergangenen Jahres laufen nun die insgesamt rund 400.000 Euro teuren Arbeiten. Fachkräfte der Firma »Bau-Sanierungstechnik« (BST) aus Gernsheim am Rhein hatten zuletzt in Zusammenarbeit mit Professor Erwin Schwing und Kim Wegener (LWL-Archäologie) die Mauern so gesichert, dass Wind und Wetter nicht mehr zu einem weiteren Zerfall führen können. Seit einigen Wochen sind Mitarbeiter der Warburger Baufirma Nolte jetzt nach den Plänen des Büros Frank Laudage mit der Gestaltung des Umfeldes beschäftigt.

Im Mittelpunkt der Gestaltung steht ein 135 Meter langer Schotterrundweg um die Ruine, der mit Naturstein eingefasst wird. Der Fließbach wurde bereits verrohrt, so dass die Besucher trockenen Fußes auf das Gelände gelangen können. Zum Wirtschaftsweg sowie auf der gegenüberliegenden Seite werden derzeit von der Warburger Firma BFI zwei etwa 2,50 Meter hohe Aussichtstürme aus Stahl angefertigt. Von ihnen aus soll ein ungehinderter Blick auf die Ruine möglich sein, die in Zukunft nicht mehr betreten werden soll. Allerdings, so räumt Markus Engemann ein, werde man das auch nicht ganz verhindern können, denn eingezäunt werden soll die alte Burganlage nicht.

Sieben Infotafeln geplant

Auf sieben Infotafeln rund um die Ruine sollen die Geschichte der Burg und die Besonderheiten ihrer Besitzer, der Raubritter Berkule, erläutert werden. Ruhebänke, sechs Parkplätze für Autos und sechs Stellplätze für Fahrräder gehören ebenfalls zur Umfeldgestaltung.

Ob und wann es einen offiziellen Festakt zur Eröffnung geben wird, ist wegen der Corona-Pandemie derzeit noch unklar. Bürgermeister Michael Stickeln ist sich aber jetzt schon sicher, dass die Holsterburg und das Umfeld „ein archäologisches und touristisches Juwel“ sind.

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