Drei Flachlandwisente aus Hardehausen werden Teil einer neuen Herde in Hessen „Eglas“ springt jetzt durchs Gehege

Warburg (WB). Die Freude beim Team des Waldinformationszentrums Hammerhof ist groß. In den vergangenen Tagen ist „Eglas“ auf die Welt gekommen. Das junge Wisentkalb, ein kleiner Bulle, ist der erste Nachwuchs der seltenen Rinderart in diesem Jahr im Wildgehege Hardehausen .

Von Jürgen Vahle
In der Bergwisentherde in Hardehausen ist das erste Kalb des Jahres geboren worden. „Eglas“ soll aber nicht alleine bleiben. Die Förster rechnen damit, dass im Laufe der kommenden Wochen noch einige weitere Kälber auf die Welt kommen.
In der Bergwisentherde in Hardehausen ist das erste Kalb des Jahres geboren worden. „Eglas“ soll aber nicht alleine bleiben. Die Förster rechnen damit, dass im Laufe der kommenden Wochen noch einige weitere Kälber auf die Welt kommen. Foto: Landesbetrieb Wald und Holz

Alle hoffen nun, dass in den kommenden Wochen noch fünf oder sechs weitere Kälber in die Herde der Bergwisente geboren werden.

Seit 1958 ziehen die urwüchsigen Tiere im idyllischen Hammerbachtal zwischen Scherfede und Hardehausen ihre Fährte. In den Gehegen in Hardehausen kümmern sich die Förster um den Erhalt dieser auch als „europäische Büffel“ bezeichneten Tierart, die schon fast ausgestorben gewesen war.

Berg- und Flachlandwisente leben in Hardehausen

Zwei Herden betreuen die Mitarbeiter des Landesbetriebs Wald und Holz. Die Herde der Bergwisente umfasst inklusive des kleinen Bullen nun 21 Tiere, die in dem 60 Hektar großen Gehege leben. In der Nähe des Wisentturms ist die Herde der Flachlandwisente beheimatet, die zehn Tiere zählt.

Aufbauhilfe für Herde in Hessen

Auch hier können die Förster mit einer guten Nachricht aufwarten: Drei Kühe aus dieser Herde sind in der vergangenen Woche ins hessische Schwarzenborn vermittelt worden.

Kühe aus der Herde der Flachlandwisente sind nach Hessen gebracht worden. Foto: Landesbetrieb Wald und Holz

Dort wird unter Aufsicht der Bundesforstverwaltung auf einem Truppenübungsplatz mit einer Fläche von 250 Hektar eine neue Herde aufgebaut.

Das sei wichtig, da die Rasse der Flachlandwisente unter einen „erheblichen genetischen Druck steht“, wie Jan Preller, Leiter des Hammerhofes , berichtet.

Die gesamte Population der Flachlandwisente gehe nämlich auf nur sieben Tiere zurück.

Um die genetische Vielfalt zu erhöhen, werden nun die drei Tiere aus Hardehausen mit drei Kühen aus Springe, zweien aus Usedom und einem Bullen aus dem Wildpark Kropp (Schleswig-Holstein) zu einer neuen Population vermischt.

Experten aus Polen steuern Erhalt der Flachlandwisente

Gesteuert wird der Erhalt der Flachlandwisente in Europa übrigens von Experten aus dem polnischen Bialowieza-Nationalpark, die seit Jahrzehnten versuchen, eine halbwegs stabile Population zu züchten und in naturnahen Lebensräumen wieder heimisch werden zu lassen.

In Hardehausen bleiben wird aber der kleine „Eglas“. Jan Prellers Kinder haben das junge Tier so getauft. Wie immer muss der Name von neu geborenen Wisenten in dieser Hardehausener Herde mit „Eg“ (von „Eggegebirge“) beginnen. „Und wir können sie ja nicht alle Egon nennen“, scherzt Jan Preller.

Der junge Bulle ist der Nachwuchs von Mutter Egerie, die auch wegen der leicht ramponierten Hörner nur „Stumpi“ genannt wird. Vater ist übrigens Zac, ein Bulle, der vor zwei Jahren zu Zuchtzwecken von der Sababurg nach Hardehausen gekommen ist.

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