„Ein Bild – und seine Geschichte“: Straße erinnert an Bürgermeister Heinrich Fischer
Der Modernisierer Warburgs

Warburg (WB). Die Bürgermeister-Fischer-Straße auf der Warburger Hüffert gehört zu den besten Wohngegenden der Stadt. In unserer nächsten Folge der Serie „Ein Bild – und seine Geschichte“ beschäftigen sich das WESTFALEN-BLATT und das Warburger Stadtarchiv mit der Person, nach der die Straße benannt ist.

Samstag, 25.04.2020, 11:00 Uhr
Bürgermeister Heinrich Fischer blickt in die Kamera. Das Datum der Aufnahme ist unbekannt. Allerdings zeigt es einen Mann, der durchsetzungsfähig ist. Foto: Stadtarchiv Warburg

„Er war um das Wohl seiner Vaterstadt sehr besorgt, dabei im Denken und Handeln ein edler Mann.“ So charakterisierte der Warburger Stadtchronist Fritz Quick 1910 den Bürgermeister Heinrich Fischer, der von 1843 bis zu seinem Tode am 20. Oktober 1879 im Amt war.

Infrastruktur und Modernisierung

Nicht nur die Bürgermeister-Fischer-Straße erinnert an diesen Mann, der sich auch nach wissenschaftlichen Maßstäben wie kein zweiter im 19. Jahrhundert um die Infrastruktur und die Modernisierung Warburgs verdient gemacht hat.

Heinrich Joseph Fischer wurde am 20. September 1807 in der Warburger Neustadt als Sohn eines Juristen geboren. Nach der Volksschule besuchte er die örtliche Klosterschule, dann das Theodorianum in Paderborn. In Göttingen studierte er Jura. 1830 bestand er das Referendarexamen und ließ sich später als Jurist in Warburg nieder.

Nach seinem Amtsantritt als Bürgermeister machte er sich mit großer Energie und auch der nötigen Portion Durchsetzungsfähigkeit an die Arbeit, Eigenschaften, die man auch an seiner Porträtfotografie ablesen kann.

16 Projekte im Straßenausbau

Bereits in Heinrich Fischers erstem Amtsjahr wurde mit dem Straßenausbau begonnen. Die Stadtchronik zählt in diesem Aufgabenbereich für die nächsten Jahre und Jahrzehnte 16 unterschiedliche Projekt auf.

Für das Warburger Krankenhaus konnte er die Barmherzigen Schwestern aus Paderborn gewinnen.

1858 wurde die dringend notwendige Modernisierung der Wasserversorgung durchgeführt.

Auch das heutige Gymnasium Marianum würde es ohne seine Bemühungen wohl nicht geben.

An der Einrichtung der Kreissparkasse ab dem 1. Mai 1844 war Fischer wesentlich beteiligt und engagierte sich als Beisitzer.

Die Wahlmänner des Kreises Warburg wählten ihn am 8. Mai 1848 einstimmig zum Abgeordneten der Preußischen Nationalversammlung in Berlin.

Über viele Jahre war er ab 1854 Abgeordneter des Westfälischen Provinziallandtags.

Fischer führte die Stadtchronik

Auch für die Führung der Stadtchronik zeichnete er verantwortlich. Seine charakteristische, sehr kleine und sehr feine Handschrift füllt unzählige Seiten im Aktenbestand des Stadtarchivs und offenbart so, dass er ein unermüdlicher Arbeiter gewesen sein dürfte.

Heinrich Fischers Verdienste wurden am 19. Oktober 1865 durch die Verleihung des Roten Adler Ordens IV. Klasse gewürdigt.

Seit dem 1. Mai 1832 war Fischer mit der verwitweten Aloysia Böttrich verheiratet. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Philipp, der später Staatsanwalt in Koblenz werden sollte, Charlotte, die den Warburger Kreisrichter Ziegler heiratete, und Wilhelm, der die Rendantenstelle an der Kreissparkasse betreute. Zuhause war die Familie Fischer im Haus Hauptstraße 84.

„Ein Foto – und seine Geschichte“

Gemeinsam mit dem Warburger Stadtarchiv im „Stern“ startet das WESTFALEN-BLATT die neue Serie „Ein Foto – und seine Geschichte“. Wir haben interessante Motive und selten erzählte Geschichten entdeckt, die wir in den kommenden Wochen in loser Reihenfolge aufbereiten. Die bald 1000-jährige Stadtgeschichte bietet eine Fülle an Themen.

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