Ort soll den Wünschen der Angehörigen gerecht werden
Urnenmauer in Dössel geplant

Warburg-Dössel (WB). Die Beerdigungskultur in Deutschland ist im Wandel. Immer häufiger werden Verstorbene eingeäschert. Für die Urnen mit der Asche soll es bald in Dössel einen neuen, würdevollen Platz geben.

Samstag, 11.04.2020, 06:21 Uhr aktualisiert: 11.04.2020, 06:30 Uhr
Dössels Ortsvorsteher Toni Güthoff hat die Bruchsteine beiseite legen lassen, aus denen 2021 eine Urnenmauer auf dem Friedhof entstehen soll. Ein entsprechendes Modell hat er angefertigt. Es wäre die erste dieser Art im Warburger Stadtgebiet. Foto: Jürgen Vahle

Die Dorfgemeinschaft um Ortsvorsteher Toni Güthoff plant den Bau einer speziellen Mauer auf dem Friedhof, in der die Urnen in einer Nische aufbewahrt werden, bevor die Asche dann nach 20 Jahren Ruhezeit an einem stillen Ort auf dem Friedhof erneut bestattet wird. Es wäre die erste Mauer dieser Art im Warburger Stadtgebiet.

„Der Bedarf ist da.“

„Der Bedarf ist da“, ist sich Toni Güthoff sicher: „Wir hatten zuletzt in Dössel fast nur noch Urnenbestattungen“, berichtet der CDU-Ratsherr. Daher sei er in der Vergangenheit auch immer wieder von Dösselern angesprochen worden, dass doch ein besonderer Platz für Urnen auf dem Friedhof geschaffen werden müsse. „Da ist mir in einer stillen Stunde die Idee zu einer solchen Urnenmauer gekommen“, berichtet Toni Güthoff.

Das Material für das Objekt gibt es übrigens bereits. Vor einiger Zeit sind mitten im Ort die Häuser Schachten und Sommer abgerissen worden. An dieser Stelle ist Platz für Neubauten im Dorfkern geschaffen worden. Toni Güthoff hat mitgedacht und dafür gesorgt, dass brauchbare Bruchsteine gleich an die Seite gelegt wurden. „Die sind bestens für die Mauer geeignet“, berichtet er.

Zusammenarbeit mit Architekt Kurt Dieste

In Zusammenarbeit mit Architekt Kurt Diesterheft gibt es mittlerweile auch einen Entwurf. Den hätte Toni Güthoff gerne Mitte März in einer Dorfversammlung im Tennisheim vorgestellt und darüber diskutieren lassen. Das Treffen musste aber wegen der Corona-Krise kurzfristig ausfallen. Dennoch ist sich der Ortsvorsteher sicher, dass der Vorschlag den Einwohner gefallen wird – und möglicherweise schon bald andere Orte diese Idee aufgreifen.

Konkret soll die Mauer in Dössel nach derzeitigem Stand der Planung etwa zwei Meter hoch und einen Meter dick werden. Sie hat einen 3,5 Meter breiten Innenteil, von dem zwei jeweils 2,50 Meter lange Schenkel in einem Winkel von etwa 20 Grad abgehen.

40 Rahmen aus Beton

Gemauert wird die Urnenwand aus besagtem Bruchstein der Abbruchhäuser, Eingelassen in die Wand werden 40 Rahmen aus Beton, in die die Urnen gestellt werden. Verschlossen werden sollen die Nischen mit einer Platte aus schwarzem Granit, auf der die Daten der Verstorbenen eingearbeitet werden. Auch die Abdeckung auf der Mauer soll aus schwarzem Granit sein. Davor soll eine kleine Stufe gemauert werden, auf der Blumen oder Kerzen abgestellt werden können. Bei den Nischen handelt es sich um Doppelkammern, so dass die Asche von maximal 80 Verstorbenen in der Wand Platz finden könnte.

Kosten von 13.000 Euro

Toni Güthoff rechnet mit Baukosten von etwa 13.000 Euro. Das Geld will er für den städtischen Haushalt 2021 beantragen und ist guter Dinge, dass das Objekt im kommenden Jahr auch genehmigt und gebaut wird.

Offen ist allerdings noch der Standort. Den und weitere Details der Gestaltung will er noch gemeinsam mit Experten aus dem Ort diskutieren, sobald es die Corona-Krise wieder zulässt. Er ist sich aber sicher: „Der Bedarf und die Akzeptanz im Ort sind da!”

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7364592?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516019%2F
Hickhack um neue Raser-Regeln - Streit in Regierung
Ein Polizist bei einer Geschwindigkeitskontrolle an einer Bundesstraße.
Nachrichten-Ticker