Warburger Fotograf Thorsten Fritz erläutert, wie ein gutes Astrobild gelingt
Den Supermond im Sucher

Warburg (WB). Viele haben sich am Dienstagabend gewundert, dass der Mond so dick und prall am Himmel stand. Einer hat auf diesen Abend schon lange gewartet: der Warburger Fotograf Thorsten Fritz. Er wusste natürlich, dass nicht nur Vollmond ist, sondern der Trabant der Erde in dieser Nacht besonders nah kommt. Und diesen Supermond wollte er natürlich ablichten.

Donnerstag, 09.04.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 09.04.2020, 13:16 Uhr
Tagelang hat der Warburger Fotograf Thorsten Fritz geprobt, um ein solch klares und scharfes Bild des Vollmondes hinzubekommen. Zum Einsatz kam auch Computertechnik. Foto: Thorsten Fritz

Hintergrund

Hintergrund des Naturphänomens: Der Mond bewegt sich nicht kreisrund, und die Erde ist also zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich weit entfernt. In der Nacht zu Mittwoch war er jedoch besonders nah – in einer Entfernung von „nur“ 356.906 Kilometern zog er vorbei. Manchmal ist er mehr als 400.000 Kilometer entfernt. Kommt er in einer Vollmondphase der Erde so nah, nennen das die Experten einen „Supermond“, der in der Nacht zu Mittwoch bis zu 14 Prozent größer als normal erschienen ist.

Vorbereitung

Seit etwa einer Woche hatte sich auch Thorsten Fritz auf das Ereignis vorbereitet und das gute klare Wetter genutzt. Mit dem Teleskop probierte er verschiedene Einstellungen und Methoden aus, um ein bestmöglichstes Ergebnis zu erzielen. „Obwohl der Vollmond wohl zu den visuell beeindruckendsten Naturerlebnissen gehört, ist er aus fotografischer Sicht besonders schwierig. Durch die steile und volle Ausleuchtung der Sonne gibt es wenig Schatten und Kontrast. Krater sind wirken flach und weniger ausgeprägt“, berichtet Thorsten Fritz, den viele Warburger durch seine grandiosen Stadt- und Naturaufnahmen kennen.

Gute Technik ist wichtig

Das Teleskop stellte er in der Nacht zu Mittwoch im Garten auf – und hatte auch noch Glück, dass er nach der Spätschicht pünktlich wieder Zuhause war. „Die Technik spielt insbesondere beim Fotografieren durch ein Teleskop eine wichtige Rolle. So sind deutlich mehr Komponenten im Spiel, als beim herkömmlichen Fotografieren mit einer Kamera und angeschlossenen Objektiv“, berichtet er.

Viele haben sich am Dienstagabend gewundert, dass der Mond so dick und prall am Himmel stand. Einer hat auf diesen Abend schon lange gewartet: der Warburger Fotograf Thorsten Fritz. Er wusste natürlich, dass nicht nur Vollmond ist, sondern der Trabant der Erde in dieser Nacht besonders nah kommt. Und diesen Supermond wollte er natürlich ablichten.

Viele haben sich am Dienstagabend gewundert, dass der Mond so dick und prall am Himmel stand. Einer hat auf diesen Abend schon lange gewartet: der Warburger Fotograf Thorsten Fritz. Er wusste natürlich, dass nicht nur Vollmond ist, sondern der Trabant der Erde in dieser Nacht besonders nah kommt. Und diesen Supermond wollte er natürlich ablichten.

Zwar könne man genauso gut einfach die Kamera ans Teleskop anschließen und ein paar Fotos machen, aber komfortabler und besser klappe das mit einem angeschlossenen Laptop, mit dem man die Montierung zum Ausgleich der Erdrotation nachführen könne. Die Kamera und die Aufnahmen seien so mithilfe von verschiedenen Programmen steuerbar. „Diese sind zwar ursprünglich für die Fotografie von weit entfernten Sternen und Galaxien ausgelegt, funktionieren aber genauso gut bei relativ nah gelegen Erdtrabanten“, berichtet Thorsten Fritz.

Schärfe und Kontrast

In erster Linie kam es ihm in der Nacht zu Mittwoch darauf an, den Fokus exakt zu treffen. „Weil wir wenig Kontrast im Mond haben, ist auch das Scharfstellen besonders schwierig“, erklärt er. Da der Vollmond zudem extrem hell sei, habe er auch eine niedrige Empfindlichkeit (ISO Wert 100) gewählt und die Belichtungszeit so angepasst, dass der Mond im besten Fall etwas dunkler abgebildet wird. „Dadurch verhindern wir ein ‚Ausbrennen‘ besonders heller Bereiche. In meinem Fall war das sage und schreibe nur eine 1/1000 Sekunde“, berichtet er.

Blende zwischen 8 und 11

Beim Fotografieren solcher Himmelsereignisse müsse zudem die Blende je nach Objektiv recht hoch gewählt werden, um eine möglichst hohe Schärfe zu erreichen. Ein Wert um 8 bis 11 erzielte hier oft gute Ergebnisse, weiß Thorsten Fritz. „Bei einem Teleskop entfällt diese Einstellung, da wir hier keine Blende haben und sich die Lichtstärke aus dem Öffnungsverhältnis (Brennweite und Durchmesser) ergibt“, erläutert er weiter. Sind die passenden Einstellungen gefunden, könne man mit den Aufnahmen beginnen.

50 Aufnahmen – ein Bild

Anders als sonst üblich erstellt Thorsten Fritz nicht nur ein oder zwei Bilder, sondern gleich eine ganze Reihe von insgesamt 50 Aufnahmen hintereinander. Mit Hilfe dieser vielen verschiedenen Einzelbilder könne man nun mit einer speziellen Software durch das so genannte Stacking (Stapeln) ein mehrschichtiges Summenbild erstellen. „Das Ergebnis ist ein deutlich rauschärmeres und schärferes Bild“, erklärt der Fotograf. Zum Abschluss erfolge dann noch ein Weiß-Abgleich sowie ein paar lokale Anpassungen, und mit etwas Glück erhält man am Ende dann ein prachtvolles Bild vom leuchtenden Vollmond.

Und wenn es nicht geklappt haben sollte: Im Mai 2021 gibt es den nächsten Supermond.

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