Warburger Firma WIB – die Blechexperten feiert zehnjähriges Bestehen
In drei Schichten durch die Krise

Warburg (WB). Seit zehn Jahren besteht die Warburger Firma WIB – die Blechexperten. Im Jubiläumsjahr 2020 lässt sich WIB auch nicht durch Corona bremsen. Die Auftragsbücher sind voll. „Unsere Leute machen Überstunden“, erklären die Geschäftsführer Christian Ischen-Böhlen und Benjamin Wollrath. Im Dreischichtbetrieb geht’s durch die Krise.

Mittwoch, 08.04.2020, 11:01 Uhr aktualisiert: 08.04.2020, 11:10 Uhr
Benjamin Wollrath (von links) und Christian Ischen-Böhlen sind die Geschäftsführer der WIB GmbH – Die Blechexperten. Zehn Jahre wird die Firma alt. Im Jubiläumsjahr 2020 lassen sich die Blechexperten auch nicht durch Corona bremsen.

Firma startet als Zwei-Mann-Betrieb

Die Erfolgsgeschichte der beiden Unternehmer begann im Dienste der Firma Lödige. Ischen und Wollrath bauten für das Unternehmen eine Fabrik in Rumänien auf. „Da dachten wir uns: Das können wir auch selber“, erinnert sich Ischen-Böhlen. Am 1. April 2010 wagten sie den Schritt in die Selbstständigkeit. Das erste Teil, eine Motorkonsole, lieferte der Zwei-Mann-Betrieb an das Unternehmen von Helmut Langner ist Ossendorf aus. „Daraus ist eine enge Partnerschaft bestanden, die bis heute besteht.“

WIB wuchs langsam. Dennoch zählte die Firma bald zehn Mitarbeiter. Heutzutage gehören am Sitz an der Kleebrede 17 Mitarbeiter zum Team. Eine Mitarbeiterin ist im Ladenlokal „Erlebnisstahl“ in der Hauptstraße – gestartet ist es als Pop-Up-Store – im Verkauf tätig. Die zwei Auszubildenden betreuen den Shop. „Die entwerfen die Produkte zum Teil auch selbst“, erklärt Ischen-Böhlen. Unter shop.erlebnisstahl.de ist der Online-Shop der Firma zu finden.

„Hier gibt es keine Chefs, nur Aufgaben“

Fünf junge Menschen hat das Unternehmen bisher zu Industriemechanikern ausgebildet. Ab August beginnt zudem ein junger Mensch seine Ausbildung zum Technischen Zeichner. „Wir haben auch Leuten eine Chance gegeben, die woanders durchs Netz gerutscht sind“, erklärt Ischen-Böhlen. Drei ehemalige Azubis gehörten heute noch zum Team. „Das freut uns sehr.“ Durch diverse Aktionen, etwa das regelmäßige Bezahlen des Lastwagen-Führerscheins, sollen Mitarbeiter an das Unternehmen gebunden werden.

Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter beträgt 25 Jahre. Umso wichtiger sind den Geschäftsführern flache aber verbindliche Strukturen. „Hier gibt es keine Chefs, nur Aufgaben“, sagt Ischen-Böhlen. Zudem würden sich die Chefs in jede neue Maschine und jede neue Applikation hineinarbeiten – damit sie jederzeit selbst mit anpacken können. Produziert wird vor allem für Industrie und Handwerk.

1200 Quadratmeter Produktionsfläche

Gesenk- und Rundbiegen, Laserschneiden oder Schweißen gehören ebenso zum Portfolio wie das Fertigen komplexer Bauteile. Getriebeflansche, Brenn- und Laserbauteile oder Blechbauteile verlassen die Kleebrede. Zudem haben die Blechexperten ihre eigenen Konstruktionsfachleute. „Die Sparte ‚Erlebnisstahl‘ macht nur ein Prozent unseres Umsatzes aus“, sagt Christian Ischen-Böhlen.

1200 Quadratmeter Produktionsfläche stehen im Gewerbegebiet Oberer Hilgenstock zur Verfügung. In den vergangenen zehn Jahren hat WIB dort etwa 12.000 Tonnen Stahl verarbeitet. 26.000 Rechnungen wurden geschrieben. Ein Erfolg, der auch ohne die Stadtverwaltung nicht möglich gewesen wäre. Die ganzen organisatorischen Angelegenheiten etwa seien schnell erledigt worden. „Da müssen wir uns bedanken“, betont Ischen-Böhlen.

Mitarbeiter werden räumlich getrennt

Auch in der Corona-Zeit pflege die Verwaltung zu den Betrieben in Warburg einen guten Kontakt. Wirtschaftsförderer Sören Spönlein etwa melde sich regelmäßig per E-Mail, mache den Unternehmern Mut, erkläre den aktuellen Stand der Dinge oder gebe Tipps, wo finanzielle Hilfen zu beantragen seien. „Ich hoffe nur, dass manche Unternehmen die Corona-Krise nicht ausnutzen, um sich ihrer Altlasten zu entledigen.“ Vor allem mit Reiseveranstaltern, der Gastronomie oder dem Einzelhandel sei Solidarität gefragt. „Die haben zurzeit 100 Prozent Ausfall.“

Ein wenig wirkt sich die Krise aber auch auf WIB aus. Mitarbeiter wurden räumlich getrennt, sie arbeiten nun auch vom Büro am Lager oder dem Ladenlokal in der Hauptstraße aus. Auch die Verhandlungen über den Kauf einer komplett neuen Laseranlage ziehen sich. Zudem fällt die Feier aus, mit der im Juni das zehnjährige Firmenbestehen gefeiert werden sollte. „Aber das holen wir nach“, sagt Ischen-Böhlen.

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