Lobeprozession soll auch in diesem Jahr nicht ausfallen Bonenburger ziehen in stillem Gang zum Kreuzberg

Warburg (WB). In Warburg-Bonenburg wird die diesjährige Lobeprozession nicht ausfallen. Sie wird begangen werden können, aber unter völlig anderen Voraussetzungen. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Der Kreuzberg ist auch in diesem Jahr das Ziel der Gläubigen in Bonenburg. Die Prozession soll nicht ausfallen, aber gänzlich anders ablaufen.
Der Kreuzberg ist auch in diesem Jahr das Ziel der Gläubigen in Bonenburg. Die Prozession soll nicht ausfallen, aber gänzlich anders ablaufen.

Selbstständig zum Kreuzberg gehen

Der Kirchenvorstand hat mit Rücksprache verschiedener Gremienmitgliedern der Gemeinde beschlossen, den Gang zum Kreuzberg zu ermöglichen. In der Kirche werden Angebotsmaterialien ausliegen um selbstständig den Gang zum Kreuzberg vorzunehmen, etwas anders, wie es Ostern 1945 gelobt worden war.

Die Kirche ist dazu ab 8 Uhr morgens bis um 18 Uhr geöffnet. Einzelpersonen können bedenkenlos den Weg gehen, mehrere Personen oder Gruppen sollten sich in schon bekannten Abständen zueinander auf den Weg machen dürfen. In der Kirche können die gewonnen Eindrücke auf Karten geschrieben an einem vorbereiteten Kreuz befestigt werden.

75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Gelöbnis zur Karfreitagsprozession, in Zeiten einer weltweiten Pandemie, ist ein Stillstand zu Glaube, Sitte und Heimat nicht wünschenswert.

Prozession wird seit 1945 begangen

Alljährlich am Karfreitag wird in Bonenburg seit Ende des Zweiten Weltkrieges diese Lobeprozession gehalten. Der Anlass ist, dass in den Ostertagen des Jahres 1945 in und um Bonenburg der kriegerische Kampf zwischen den amerikanischen Streitkräften und den deutschen SS-Einheiten entbrannte.

Der damalige Pfarrer Wilhelm Göke hatte mit zahlreichen Bewohnern im Kirchenkeller vor dem zerstörerischen Artilleriefeuer Schutz gesucht. Dort legte der Pfarrer ein Gelöbnis ab, in jedem Jahr am Karfreitag oder bei ungünstiger Witterung an einem passenden Sonntag eine Kreuzwegprozession zum Kreuzberg abzuhalten, wenn die Bonenburger Kirche und das Dorf vor der Zerstörung bewahrt bleiben.

Die Gelöbnisprozession wird seitdem unter Teilnahme vieler Bewohner Bonenburgs und ehemaliger Bonenburger alljährlich am Karfreitag durchgeführt.

Kreuzberg hat seine eigene Geschichte

Auch der Kreuzberg hat seine eigene Geschichte. In der Inflationszeit der 30er-Jahre des vorigen Jahrhunderts, genau 1932, richtete der Betriebsmeister der örtlichen Ziegelei, Josef Saaken, an die Gemeindevertretung den Antrag, das Gelände am Hoppenberg für die Herrichtung eines Kreuzweges zur Verfügung zu stellen. Der Ausbau war in dem steinigen Boden sehr schwer, da alle Arbeiten in Handarbeit ausgeführt werden mussten. Dem Antrag wurde stattgegeben. Im Jahr 1935 konnten die Bauarbeiten beendet werden. Im gleichen Jahr wurde am Fest Kreuzerhöhung der Kreuzweg gesegnet.

Der Berg führt jetzt nicht mehr die Bezeichnung Hoppenberg sondern Kreuzberg. Dieses Werk konnte geschaffen werden, weil in den Jahren 1933 bis 1936 große Arbeitslosigkeit herrschte und die Bewohner Bonenburgs einen großen Teil ihrer Freizeit dem Aufbau des Kreuzberges gewidmet hatten.

Josef Saake hatte mit der politischen Gemeinde Bonenburg einen Vertrag erstellt, der besagt, dass der Schutz und die Unterhaltung der gesamten Anlage des Kreuzberges der politischen Gemeinde Bonenburg obliegt. Als Folge der Eingemeindung zur Stadt obliegt dieser jetzt die Unterhaltung des Kreuzberges. Landschaftlich gesehen ist der Kreuzberg ein Kleinod in der Dorfflur. Eine Vielfalt von Bäumen und Sträuchern schmückt in den Sommermonaten mit ihrem Grün diese Anlage.

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