An der Falkschule in Warburg piept es gewaltig
Küken schlüpfen ohne Publikum

Warburg (vah). Tierischer Nachwuchs in der Warburger Falkschule. Dort sind kurz vor den Ferien sage und schreibe 45 Hühnerküken geschlüpft. Allerdings vollzog sich dieses Wunder der Natur einsam im verwaisten Klassenraum: Die Mädchen und Jungen der 4a, die im Unterrichtsprojekt „Vom Ei zum Küken“ das Schlüpfen beobachten wollten, sind wegen der Corona-Pandemie zuhause.

Montag, 06.04.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 06.04.2020, 17:06 Uhr
45 Küken sind in der Falkschule geschlüpft. Sie finden jetzt auf einem Bauernhof ein neues Zuhause. Foto: Meike Friebe

Kurz vor Beginn der strengen Maßnahmen zum Schutz vor dem Virus hatten die Viertklässler zahlreiche Eier von klein bis groß, von schokoladenbraun über grün bis weiß auf Rollroste gelegt. Bis zum Schlüpfen, also 21 Tage lang, wollten sich die Mädchen und Jungen über viele Themen rund ums Ei schlau machen. Aber auch die Hühner wären nicht zu kurz gekommen: Mit Hilfe von Hühnerlexika hätten die Kinder die unterschiedlichen Hühnerrassen herausgefunden, von denen die Eier stammten. Zudem standen noch Fragen zum Verhalten und der artgerechten Haltung der Hühner auf dem Programm.

Klassenlehrerin kontrolliert die Maschine

Es kam ganz anders: Die gut befüllte Brutmaschine stand zwar in der Klasse 4a, aber Kinder waren keine mehr da. Das Problem: Einmal angebrütet, dürfen die Eier nicht wieder abkühlen oder transportiert werden, sonst sterben die Küken, die in den Eiern heranwachsen. Statt der Kinder schaute nun die Klassenlehrerin Elisabeth Burchhardt täglich nach der Maschine.

Neben der Temperaturkontrolle, musste regelmäßig Wasser nachgefüllt werden, um die Luftfeuchtigkeit konstant zu halten.

Bei bisherigen Projekten wurden die Brutmaschinen immer ausgeliehen; nun hat die Falkschule dank ihrer Sponsoren ihre eigene Maschine, da dieses Projekt jetzt jährlich stattfinden soll. Dem Förderverein war es ein Anliegen, den Kindern ein Stück Natur begreiflich zu machen.

Glückliches Leben auf dem Bauernhof

Ihren ersten Einsatz meisterte die neue Brutmaschine mit Bravour: Am 30. März hörte man bereits leises Piepsen; bis zum 2. April schlüpften in dem verwaisten Klassenraum stolze 45 Hühnerkinder.

Stephan Laudage, Sozialpädagoge der Falkschule, hat die muntere Truppe jetzt mit auf seinen Bauernhof genommen. Dort erwartet sie eine Glucke, viel Freilauf und ein artgerechtes Leben.

Um die Schüler der Falkschule zumindest virtuell am Projekt teilhaben zu lassen, gab es aber einen „Küken-live-Ticker“ mit vielen Fotos und Infos im Internet .

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