Familie Otto aus Rimbeck wartet mit gemischten Gefühlen aufs erste Kind
Geburtsvorbereitung per Video

Warburg (WB). Stefanie Otto erwartet Mitte April ihr erstes Kind. „Mein Mann wird wohl bei der Geburt im Kreißsaal dabei sein dürfen. Aber auf der Station wird er mich und unser Baby  nicht besuchen dürfen – genauso wenig wie Oma oder Opa vorbeikommen“, berichtet die Rimbeckerin.

Samstag, 04.04.2020, 11:00 Uhr
Stefanie Otto mit ihrem Mann Sebastian und  Hündin Maya: Die Rimbeckerin erwartet Mitte April – mitten in der Corona-Krise – ihr erstes Kind. Das Baby soll in Paderborn zur Welt kommen.

So sehen es derzeit die Regeln in der Paderborner Frauen- und Kinderklinik St. Louise vor. „Natürlich haben wir Verständnis für diese Einschränkungen, es geht ja um die Gesundheit aller – auch unseres Kindes. Aber schade ist es natürlich trotzdem, man hat es sich halt anders vorgestellt“, sagt Stefanie Otto. Dennoch versucht sie,  positiv zu denken: „Vielleicht ist die Ruhe genau das Richtige nach der Geburt.“

Frauen tauschen sich über Ängste und Sorgen aus

Schwangere wie Stefanie Otto  beschäftigt die Corona-Pandemie zurzeit besonders: „Man ist verunsichert“, gibt die 36-Jährige zu. Zum Glück gehöre sie zu den werdenden Müttern, denen es gesundheitlich sehr gut geht. „Ich kenne aber auch andere Frauen aus dem Geburtsvorbereitungskursus, die etwa an Schwangerschaftsdiabetes leiden. Da sind die Sorgen dann schön größer“, weiß Stefanie Otto.

Über eine Whats­App-Gruppe tauscht sich die Rimbeckerin mit den Frauen aus dem Kursus über Ängste und Sorgen  aus: „Da schöpft man Kraft raus“, sagt sie.

Hebamme Christine Rose (rechts), hier auf einer Archivaufnahme mit ihrer damaligen Patientin Jessica Weiße, muss ihre Arbeit in Corona-Zeiten umstellen.

Hebamme Christine Rose (rechts), hier auf einer Archivaufnahme mit ihrer damaligen Patientin Jessica Weiße, muss ihre Arbeit in Corona-Zeiten umstellen. Foto: Silvia Schonheim

Das weiß auch  Christine Rose von der Hebammenpraxis Warburg: „Gerade die Geburtsvorbereitungskurse sind zum Austausch wichtig.“

Videokonferenz als Alternative

Während die Hebamme Kurse wie die Rückbildungsgymnastik oder Babymassage wegen der Pandemie nicht anbieten kann, wählt sie für die werdenden Mütter einen neuen Weg: „Wir machen eine Videokonferenz über ‚Zoom‘: Geburtsvorbereitung online.“

Bevor gar kein Kursus stattfinde, sei dies eine gute Alternative: „Wir sehen uns untereinander und können reden.“

Nachsorge mit Abstand

Auch die Nachsorge für frisch gebackene Mütter und ihre Babys führt  Christine Rose weiterhin durch, „mit dem entsprechenden Abstand.“ Und wenn der nicht einzuhalten sei, „mit Handschuhen und Mundschutz.“

Weil ihre Restbestände bald aufgebraucht sind, näht eine frühere Arbeitskollegin ihr gerade Mundschutze: Die könne sie nach Benutzung waschen und erneut verwenden.

In Zeiten von Corona äußerten die Schwangeren viel mehr Ängste. Insbesondere die Frage, ob der Partner zur Entbindung mit ins Krankenhaus dürfe, beschäftige die Frauen sehr.

„Schwangere gehören nicht zur Risikogruppe.“

Hebamme Christine Rose

Christine Rose: „Jedes Krankenhaus regelt das anders.“ Die He­bamme aus Daseburg rät allen schwangeren Frauen, Ruhe zu bewahren, sich positive Unterstützung zu suchen  und sich an die allgemein gültigen Regeln zu halten: „Schwangere gehören nicht zur Risikogruppe.“

Nach ihren Informationen könne der Virus von einer infizierten Mutter auch nicht über den Mutterkuchen an das Kind übergehen. Gleichwohl könne sich  das Baby natürlich nach der Geburt infizieren.

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