Kreis Höxter, Städte und GfW unterstützen die heimische Wirtschaft in der Corona-Krise
Firmen werden nicht hängen gelassen

Höxter (WB). Unternehmen im Kreis Höxter sollen in der Corona-Krise nicht allein gelassen werden. Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung für Betriebe, Beschäftigte und Selbstständige sowie kommunale Dienstleistungen für Unternehmen und alle Bürger haben Landrat Friedhelm Spieker, Michael Stolte (Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung) und Michael Stickeln (Sprecher der Bürgermeister) am Donnerstag erläutert.

Freitag, 03.04.2020, 06:26 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 06:30 Uhr
Machen sich gemeinsam für die heimische Wirtschaft stark, die unter den Folgen der Corona-Krise leidet (von links): GfW-Geschäftsführer Michael Stolte, Landrat Friedhelm Spieker und Michael Stickeln, Sprecher der Bürgermeister im Kreis Höxter. Foto: Dennis Pape

„Die Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus wirken sich zunehmend belastend auf das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben aus. Es gibt zahlreiche neue Programme von Bund und Land, die nun vor Ort umgesetzt werden. Wir sind sehr froh, dass wir unter anderem mit der GfW einen starken Partner im Boot haben“, betonte Spieker.

„Wir haben 6000 kleine und mittlere Unternehmen im Kreis – und einige stehen vor der Frage: ‚Wie können wir diese Krise überleben?‘ Deshalb müssen wir alle auch mit unserem Konsumverhalten dafür sorgen, dass es auch nach den Corona-Einschränkungen noch ein schönes Umfeld mit Einzelhandel und Arbeitsplätzen im Kulturland gibt“, so der Landrat weiter.

GfW-Geschäftsführer Stolte berichtete von vielen Gesprächen mit Unternehmern, die massive Existenzängste hätten. Die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung sei insbesondere in diesen schweren Zeiten ein wichtiger Ansprechpartner für Unternehmer und biete ihren Service nun auch am Wochenende an.

Stolte betonte: „Es gibt derzeit viele Programme, da muss man den Überblick behalten. Einiges befindet sich derzeit auch noch im Entwurfstadium – doch alles, was wir veröffentlichen, ist bereits fix. Manchmal ist da weniger auch mehr.“

32.000 Anträge für Soforthilfeprogramm

Bezüglich der Soforthilfeprogramme in NRW lagen laut Stolte bis Mittwochabend 332.000 Anträge vor – 32.000 im Regierungsbezirk Detmold, davon 24.000 bereits bewilligt. „Die Zahlung wird voraussichtlich in der kommenden Woche erfolgen. Hier wird hochprofessionell gearbeitet“, sagte er.

Über das entsprechende Onlineportal sei der Antrag schnell ausgefüllt. Anträge sollten jedoch erst dann gestellt werden, wenn Umsatzeinbrüche nachweisbar sind. Stolte: „Hier ist Ehrlichkeit gefragt. Das Geld wird für alle reichen, die die wirtschaftliche Not abfedern müssen.“

Die aktuelle Entwicklung im Bereich der Kurzarbeit sei laut Stolte vor einiger Zeit noch „unvorstellbar“ gewesen. Zum Teil seien in NRW pro Tag 14.000 bis 17.000 Anträge eingegangen. Für den Kreis Höxter gebe es derzeit noch keine konkrete Zahl. Die GfW habe den Auftrag, Firmen in Sachen Kurzarbeit zu beraten, um die Bundesagentur zu entlasten. Aktuell seien Auszubildende noch kein Gegenstand von Kurzarbeitergeld, deshalb appellierte Stolte an alle Unternehmer: „Setzen sie dennoch die Ausbildungen fort – Sie verlieren ansonsten das Potenzial von morgen.“

Im Bereich der öffentlichen Finanzierungshilfen habe man nach einem schleppenden Start nun feste Richtlinien. „Die Hausbanken arbeiten mit Hochdruck, erste Zahlungen sind bereits erfolgt“, so Stolte. Die Hausbanken müssten in der Regel auch der erste Ansprechpartner sein, Anträge sollten nicht direkt an die Förderbanken gestellt werden.

Hauswurfsendungen informieren in Warburg über lokale Anbieter

Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln erläuterte als Sprecher aller Bürgermeister, dass sich die Kommunen im Kreis Höxter derzeit mit vielen Projekten für die heimische Wirtschaft einsetzen. In seiner Heimatstadt wurde beispielsweise der digitale Regionale Marktplatz ins Leben gerufen – mehr als 70 Unternehmen aus allen Bereichen stellen sich und ihr Angebot dort vor.

Michael Stickeln zeigt eine Hauswurfsendungen. Die Botschaft ist klar: „Zusammenhalten – lokal einkaufen“.

Michael Stickeln zeigt eine Hauswurfsendungen. Die Botschaft ist klar: „Zusammenhalten – lokal einkaufen“. Foto: Dennis Pape

Außerdem gab es in der Hansestadt Hauswurfsendungen mit dem Hinweis, lokal einzukaufen. In Bad Driburg gibt es eine Kooperation zwischen der Touristik GmbH, einer Social-Media-Plattform und einem Taxiunternehmen für einen Non-Food-Lieferdienst mit 33 Unternehmen. 48 Firmen machen mit bei „Beverungen bringt’s“ von Beverungen Marketing, in Brakel gibt es ebenfalls eine Kampagne mit Bündelungsfunktion und in Höxter eine Plattform der Werbegemeinschaft.

„Der Einzelhandel und der Gastronomiesektor leiden besonders. Jetzt müssen alle etwas dafür tun, dass wir nach Corona keine schwarzen Schaufenster in den Innenstädten haben“, meinte Stickeln.

Auch beim Kreis Höxter hat man das bereits umfassende Serviceangebot noch einmal erweitert, unter 05271/9656565 erreicht man ein Sorgentelefon. Außerdem arbeite der Kreis derzeit intensiv daran, Sicherheitsvorkehrungen in Senioren- und Pflegeheimen zu intensivieren, so Landrat Friedhelm Spieker.

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